Brücke über Ems-Jade-Kanal Anlieger fordern Ergebnisse
Die Kroglitzbrücke in Schirum ist seit einem Jahr komplett gesperrt. Im März wurde beschlossen, zu prüfen, ob wenigstens Fußgänger und Radler noch rüber dürfen. Anwohner fühlen sich abgeschnitten.
Aurich - Ungeduldig warten einige Anlieger auf das Gutachten zur seit einem Jahr gesperrten Kroglitzbrücke. Doch derzeit lässt dieses noch auf sich warten, wie Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß auf ON-Nachfrage sagte. Es solle jedoch bald vorliegen.
Zur Erinnerung: Die Kroglitzbrücke, Baujahr 1953/54, wurde im vergangenen Oktober komplett gesperrt. Die Stadt Aurich ist dort für die Verkehrssicherheit verantwortlich. Als der TÜV Rheinland in seinem Prüfbericht die Zustandsnote 3,5 vergab und den Zustand als „ungenügend“ bewertete, reagierte die Stadt und sperrte die Brücke für sämtliche Verkehrsteilnehmer – also auch Radfahrer und Fußgänger. Die Stand- und Verkehrssicherheit des Bauwerkes seien nicht mehr gegeben. Nutzungseinschränkungen seien umgehend nötig, so die Empfehlung der Prüfer.
Beschluss für spezialisiertes Gutachten im März
Die Mitglieder des Umwelt- und Verkehrsausschusses trugen in ihrer Sitzung im März bereits die Klagen von enttäuschten Anliegern vor. Es kam die Frage auf, was der Neubau einer Brücke für Fußgänger und Radler kosten würde oder ob das bestehende Bauwerk wieder wenigsten für den Fußgänger- und Fahrradverkehr freigegeben werden könne und was dafür an Baukosten anfallen würde. Die Stadt gab dafür ein Gutachten in Auftrag.
Anwohner beschrieben den ON, dass sie seit einem Jahr „von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten“ seien. Ein Spaziergang sei nur noch in das benachbarte Industriegebiet möglich und somit sei die Flucht vor der Geräuschkulisse der dort ansässigen Unternehmen schwierig. Auch der Weg zu den Nachbarn sei nun beschwerlicher. Die Anwohner befürchten, dass die Stadt kein Interesse daran hat, die Brücke wieder für Fußgänger und Radfahrer in Schuss zu bringen. Die jahrelang vernachlässigte Brücke werde wohl abgerissen werden.
Neubau erschien der Stadt zu teuer
In der Tat hatte die Stadt dies im Frühjahr noch vorgesehen. Die verkehrliche Bedeutung und Notwendigkeit der Brücke Kroglitzweg sei gering, hieß es in der Beschlussvorlage zum Abriss. Den Fußgängern und Radfahrern sei der Umweg über die gerade erst erneuerte Bogenbrücke in rund 950 Metern Entfernung oder über die Brücke Langfeldweg in etwa 750 Metern Entfernung zumutbar. Der motorisierte Verkehr könne über die Brücke Langfeldweg alle Ziele erreichen. Zudem sei eine Straße gebaut worden, die die Grundstücke nördlich des Kanals erschließe.
Da für den Neubau einer Brücke im Jahr 2008 bereits 700.000 bis 800.000 Euro kalkuliert wurden plus Abriss der bestehenden, sei es wirtschaftlicher, auf die Brücke zu verzichten, hieß es im Frühjahr seitens der Verwaltung. Zudem hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz schon im Vorfeld angemerkt, dass die Durchfahrtshöhe an der Kroglitzbrücke nicht seinen Wünschen entspricht. Schiffe wie die MS Aurich können die Brücke nicht passieren und somit beispielsweise nicht nach Wiesens fahren.
>Ortsbürgermeister verbreitet Optimismus
Die Anwohner wundern sich, dass für den Neubau der Bogenbrücke im Jahr 2018 noch tonnenschweren Teile mit einem Kran von der Kroglitzbrücke aus auf das Wasser gehoben worden seien. Nun sei jegliche Nutzung gefährlich. „Da fragt man sich, ob nicht der Kanal für den Wasserverkehr gesperrt werden müsste, da die Gefahr zu groß ist, dass die Brücke plötzlich zusammenbricht“, schreiben sie ironisch in ihrer E-Mail an die ON.
Der Schirumer Ortsbürgermeister Georg Saathoff (SPD) geht davon aus, dass das Gutachten Mitte bis Ende November vorliegt. Es seien Betonproben entnommen worden. Wie er gehört habe, sei vor allem der mittlere Teil der Brücke in schlechtem Zustand, während die Widerlager noch taugten. Wenn es möglich wäre, den alten Mittelteil durch eine neue Fahrbahn für Radfahrer und Fußgänger zu ersetzen und diese dann noch 20 Zentimeter höher zu setzen, sei allen geholfen. Die Schirumer, aber auch Wiesenser würden sich diese Verbindung wünschen, so Saathoff.