Verkehrsführung im Grünen Weg Zwischen Fürsorge und Genervtheit
Auch im Ortsrat Kernstadt wurde am Donnerstag zur Bürgerbeteiligung zum Grünen Weg diskutiert. Die Ratlosigkeit hält an. Die Poller-Lösung wurde jedoch neu interpretiert.
Aurich - Fast zeitgleich zum Auricher Umweltausschuss diskutierte auch der Ortsrat Kernstadt am Donnerstag über die Verkehrsregelung am Grünen Weg. Das Thema wird im Ortsrat noch auf die Tagesordnung kommen. Am Donnerstag kam die Diskussion aber unter „Anfragen“ in Fahrt - wenn sie auch nicht abschließend war.
Richard Rokicki (AWG) zeigte sich des Themas überdrüssig. Es gebe eine ganze Reihe von Straßen in Aurich, die vergleichbar oder stärker von Schleichverkehr betroffen seien als der Grüne Weg. Das sei im Bereich Wallinghausen, Egels und Kernstadt gerade bei der Sanierung der Fockenbollwerkstraße zu spüren. Die Anwohner des Grünen Weges seien überempfindlich geworden, so Rokicki. Er sei von Autofahrern angesprochen worden, die berichtet hätten, dort regelrecht angegangen worden zu sein.
Verständnis für Angst der Radfahrer
Werner Kranz (GfA) sagte, zu Beginn der Diskussion sei es um „Leben und Tod“ gegangen, und er habe das damals auch gut verstanden. Wenn Kinder in morgentlicher Dunkelheit dort zur Schule radeln würden, sei das gefährlich. Nicht umsonst werde von vielen Beinahe-Unfällen berichtet. „Das ist ein Problem und das können wir nicht so durchgehen lassen“, so Kranz.
Er könne gut mit einer Poller-Lösung leben, sagte Kranz, meinte aber nicht die in der Bürgerbeteiligung vorgeschlagene Lösung. Dort gab es den Vorschlag, dass die Fahrradstraße beibehalten wird und zusätzlich ein dauerhafter Poller an der Holzbrücke im Westgaster Weg aufgestellt wird. Nur Rettungskräfte sollen diesen umlegen können.
Idee. Versenkbarer Poller für Stoßzeiten
Kranz schwebt ein Poller vor, der versenkbar ist und nur zu den Stoßzeiten des Schulverkehrs morgens und mittags und vielleicht noch im Berufsverkehr abends hochgefahren wird. Den Rest der Zeit gebe es nicht so viel Verkehr in der Straße, das konzentriere sich vor allem auf die An- und Abreisezeiten der umliegenden Schulen.
Er sei nicht der Meinung, dass man städtische Straßen generell sperren solle, so Kranz. „Man sollte alle möglichst gleich behandeln.“ Wichtig sei es, endlich eine Lösung zu finden. Der Grüne Weg sei früher mal ein Weg gewesen. Aber jetzt sei er eben eine Straße. Gleichwohl müsse man dafür sorgen, dass dort nicht gerast werde. „Das ist auch die Wahrheit.“
Grüne: Fahrradstraße hat klare Vorzüge
Marina Strentzsch (Grüne) sagte, dass sie auch abgestimmt habe - für die Pollerlösung. Die Fahrradstraße sei schützenswert und habe klare Vorzüge. „Der Grüne Weg ist nicht geeignet, um den Verkehr an anderen Stellen zu entlasten“, so Strentzsch. Entsprechend müsse der Schleichverkehr unterbunden werden.
Rolf Stemmer (CDU) berichtete von einer anderen Straße, bei der er sich um Verkehrsberuhigung bemüht habe. Rechtlich sei dies äußerst schwierig beziehungsweise unmöglich gewesen.
Die Diskussion am Donnerstag war nur ein Aufwärmen. Wenn das Thema beim nächsten mal auf der Tagesordnung steht, kann es weitergehen.