Debatte im Auricher Verkehrsausschuss  Grüner Weg – Poller-Idee wird zum Streitpunkt

| | 27.10.2022 21:34 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Juni 2020 hatten Aktivisten einen provisorischen Poller an der Brücke aufgebaut. Foto: privat
Im Juni 2020 hatten Aktivisten einen provisorischen Poller an der Brücke aufgebaut. Foto: privat
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Seit Jahren gibt es Zoff um den Grünen Weg, die erste Fahrradstraße Aurichs. Anwohner fordern eine bestimmte Lösung – die großen Ratsfraktionen sehen das anders.

Aurich - Er ist wohl die umstrittenste Straße Aurichs und der Ärger um ihn nimmt kein Ende. Im städtischen Umwelt- und Verkehrsausschuss entbrannte am Donnerstag ein Streit darüber, wie es mit dem Grünen Weg weitergehen soll. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die von Anwohnern geforderte Aufstellung eines Pollers an der Holzbrücke Westgaster Weg. Dafür hatten sich in einer Bürgerbefragung rund 52 Prozent der Teilnehmer ausgesprochen.

Doch diese Idee stößt bei einem Teil der Ratspolitiker auf deutliche Kritik. „Wir haben das lange diskutiert und sind gegen die Poller-Lösung“, sagte Erika Biermann (SPD). Die Ausweisung zur Fahrradstraße bedeute nicht, dass man gleich die ganze Straße „abhängen“ muss, so die SPD-Ratsfrau. Ihre Fraktionskollegin Gerda Küsel meinte: „Mit einem Poller würden Fahrradstraßen künftig eher negativ eingeordnet.“

Buschmann: „Fragwürdig, ein Exempel zu statuieren“

Auch Saskia Buschmann (CDU) sagte: „Es ist fragwürdig, da ein Exempel zu statuieren und dort etwas schaffen, was sich nicht rückgängig machen ließe.“ Zudem müsse man auch die Anwohner fragen, die nicht an der Befragung teilgenommen haben, was sie von einem Poller hielten.

Gerhard Wulff konnte sich ebenfalls nicht mit der Sperre auf der Straße anfreunden. Er warne davor, hier etwas ins Leben zu rufen, was woanders dann nicht genauso möglich sei.

In dieselbe Kerbe schlug Monika Gronewold (CDU): „Wir haben in Walle auch lauter solche Straßen. Ich warne davor, das Fass auf- und die Straße zuzumachen.“ Sie schlug eine Spielstraße vor.

Reinhold Mohr (Grüne) hielt dagegen und findet die Poller-Lösung richtig: „Wir sollten die Bürgerbefragung erst nehmen. Sonst hätte man sie nicht machen brauchen.“

Rudolph: „Sind in der Pflicht, Masterplan umzusetzen“

So sah es auch Volker Rudolph (GAP). Er sagte, die Stadtpolitik habe einst den „Masterplan Radverkehr“ einstimmig beschlossen. „Ein Teil davon waren Fahrradstraßen. Und die Politik hat das gewollt. Jetzt sind wir in der Pflicht, es umzusetzen“, so Rudolph.

Heidrun Weber (GFA) meinte ebenfalls: „Die Diskussion hängt allen zum Hals raus. Wir sollten endlich entscheiden und zur nächsten Fahrradstraße übergehen.“

Ausschuss-Vorsitzender Peter Specken sagte, Anwohner hätten ihm berichtet, im Grünen Weg sei zu Stoßzeiten morgens fast mehr los als in der Großen Mühlenwallstraße. „Wir hatten eine exzellente Bürgerbefragung und nun zerreden wir alles.“

Anwohner plädierten für Poller

Auf Antrag von Reinhold Mohr kamen auch Anwohner in der Sitzung zu Wort. Holger Wessels plädierte für die Poller-Lösung. Diese sei an anderen Stellen schon erfolgreich und funktioniere. Bastian Vrba sagte, dass rund 1000 Autofahrer täglich rechtswidrig durch den Grünen Weg führen. „Der Poller wäre eine einfache Maßnahme, geltendes Recht durchzusetzen.“ Anwohnerin Dr. Vanessa Plate sagte: „Was muss eigentlich noch passieren in dieser Straße? Kein Autofahrer nimmt Rücksicht. Warum werden meine Kinder gefährdet?“

Die Stadtverwaltung soll nun einen neuen Beschlussvorlage erarbeiten – in der es vor allem um den Poller gehen soll. Der Streit geht also weiter.

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