Folgen der Flüchtlingskrise in Aurich Containerdorf entsteht nahe Divisionsgebäude
In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass der Landkreis nach den Internationalen Gärten ein zweites Containerdorf auf dem Kasernengelände aufstellen will. Nun gibt es die Details.
Aurich - Ein zweites Containerdorf für Flüchtlinge entsteht bis Jahresende auf dem Gelände der früheren Auricher Blücherkaserne. Darauf haben sich Landkreis, Stadt Aurich und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) jetzt verständigt.
Der neue Standort solle auch als Übergangslösung dienen, bis die Kaserne komplett bezugsfertig ist, teilte die Kreisverwaltung mit. Bis Ende des Jahres können in dem Containerdorf nahe am ehemaligen Divisionsgebäude bis zu 40 weitere geflüchtete Personen untergebracht werden, heißt es.
Erd-Vorarbeiten dauern rund einen Monat
Da es sich um eine nicht befestigte Fläche handele, müssten zunächst Vorarbeiten am Untergrund durchgeführt werden. Diese sollen rund einen Monat dauern. Anschließend können die Container innerhalb von zwei Wochen aufgebaut werden, berichtet Marcel Schäfer, Leiter des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse. Die benötigten Versorgungsleitungen für Strom und Abwasser werden an das bestehende System der Kaserne angebunden.Zusätzlich soll auch die auf dem Gelände verortete Sporthalle für eine mögliche Notunterbringung hergerichtet werden. Damit sollen Notfallplätze vorgehalten werden, um gegebenenfalls Zeiten bis zur Herrichtung von Containerdörfern bzw. der Kaserne überbrücken zu können. Hier werde mit 60 Plätzen kalkuliert.
Wöchentlich erreichten den Landkreis durchschnittlich 75 Geflüchtete durch Zuweisungen des Landes Niedersachsen, wird Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert in der Mitteilung zitiert. Laut Landesaufnahmebehörde sei diese Zahl auch weiter zu erwarten.
Bereits mehrere Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis
Um die Geflüchteten kurzfristig unterbringen zu können, habe der Landkreis bereits mehrere Gemeinschaftsunterkünfte, etwa in Norden-Utlandshörn, Aurich und Wiesmoor eingerichtet. Darüber hinaus habe man sich mit der Stadt Aurich, der Bima und dem Investor auf die Nutzung einiger Gebäude der ehemaligen Blücher-Kaserne geeinigt. Neben eines bereits genutzten ehemaligen Offiziersheimes laufe für weitere Gebäude derzeit die Ertüchtigung. Voraussichtlich ab Dezember stünden Teile des Divisionsgebäudes zur Verfügung.
Da sich zum 1. Oktober die Zuweisungsquote des Landes aber noch einmal deutlich erhöht habe, müssen laut Kreisverwaltung parallel weitere Möglichkeiten zur Unterbringung geschaffen werden. Das erste Containerdorf in den ehemaligen Internationalen Gärten in Aurich stehe kurz vor der Fertigstellung, berichtete Marcel Schäfer, Leiter des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse. Ab Anfang November sollen hier die ersten Personen einziehen können.
Ziel bleibt, Belegung von Sporthallen zu vermeiden
Ziel des Landkreises Aurich bleibe weiter, die Belegung von Sporthallen zu vermeiden. Jedoch erscheine es vor dem Hintergrund steigender Zuweisungen durch das Land angezeigt, solche Plätze zumindest vorzuhalten, falls es bei der Herrichtung der Unterkünfte zu unvorhergesehenen Verzögerungen komme.
Für weitere Möglichkeiten, in den nächsten Wochen Unterkünfte in ähnlicher Form und Größe im Kreisgebiet aufzubauen, plane man eine zeitnahe und enge Abstimmung mit den Gemeinden, um bei der Standortwahl möglichst in die Fläche gehen zu können, heißt es vom Landkreis. Bislang wurden in diesem Jahr im Landkreis Aurich 2.891 Geflüchtete aufgenommen. Die aktuelle Zuweisungsquote des Landes liegt bei 4.942 Personen, die bis März 2023 aufgenommen werden müssen. Bislang konnte der Landkreis 597 Plätze in Notunterkünften schaffen, von denen aktuell 483 belegt sind.
Schäfer weist in diesem Zusammenhang erneut auf die Wohnraumsuche durch die Kreisverwaltung hin. „Es ist unser Ziel, die aufgenommen Menschen so schnell wie möglich auch in eigenen Wohnraum vermitteln zu können, ihnen damit die dauerhafte Unterbringung in den Notunterkünften zu ersparen und so eine schnellstmögliche Integration zu ermöglichen.“