Kosten für Autofahrer  Auricher Kaufleute wollen freies Nachmittagsparken

| | 26.10.2022 22:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Parken in Aurich soll gerade in den ersten Minuten künftig teurer werden. Foto: Heino Hermanns
Parken in Aurich soll gerade in den ersten Minuten künftig teurer werden. Foto: Heino Hermanns
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Die Stadt will an den Parkgebühren schrauben. Die geplante Erhöhung schlucken die Händler – aber sie wünschen sich einen Kompromiss.

Aurich - Mit einer Unterschriftensammlung will der Kaufmännische Verein (KV) nun ein Votum der Kunden einholen: Die Kaufmannschaft wünscht sich weiterhin gebührenfreies Parken ab 15 Uhr und sonnabends. Diese Regelung wurde 2020 eingeführt, um die Innenstadtkaufleute nach dem ersten Corona-Lockdown zu unterstützen. Seitdem ist die Regelung in Kraft geblieben.

Die FDP-Fraktion hat beantragt, das freie Parken am Nachmittag auch im nächsten Jahr fortzusetzen und zusätzlich Elektro- und Hybridfahrzeuge für maximal drei Stunden im Innenstadtbereich komplett von Parkgebühren zu befreien. Beraten wird darüber am kommenden Dienstag im Finanzausschuss ab 17 Uhr.

Votum der Kunden zur Untermauerung der Position der Kaufleute erhofft

Laut KV-Chef Udo Hippen sollen die Unterschriftenlisten in der nächsten Woche in Geschäften und Lokalen verteilt werden. Sie seien derzeit im Druck. Die schwierige Situation des Einzelhandels von 2020 – Corona und Baustellen als Hemmschuh des Kaufvergnügens – sei immer noch aktuell. Generell sei die Befreiung am Nachmittag und Wochenende eine gute Marketingmaßnahme für die gesamte Innenstadt. Um dies zu erhalten, wolle die Kaufmannschaft nun mit einem starken Votum der Kunden für die Fortsetzung werben.

Dass die Stadt die Parkgebühren generell anheben will, um die ab 2023 auf mehrere Parkplätze fällige Mehrwertsteuer mit einzunehmen, kann Hippen nachvollziehen. Für die Kaufmannschaft sei es zwar am besten, wenn gar keine Gebühren erhoben würden. „Aber wir sind ja nicht bei Wünsch dir was“, so der KV-Chef. Wichtig sei es, dass genug hochwertige Parkplätze vorhanden seien. Und eine Gebührenbefreiung am Nachmittag wäre aus seiner Sicht ein guter Kompromiss.

Verwaltung gibt nur in einem Fall Prognose ab

Die Verwaltung hat Zahlen zum bisherigen Gebührenaufkommen zusammengetragen. Steuerpflichtig werden ab Januar die Parkplätze an der Friedhofstraße, am Lüchtenburger Weg, bei der OLB, am Pferdemarkt, am Rathaus und am Zob. 135.500 Euro wurden dort 2021 erwirtschaftet. 25.745 Euro müssten künftig an das Finanzamt abgeführt werden und fehlen in der Stadtkasse.

Die Stadt hat noch mehr Parkplätze in der Innenstadt, entlang von Straßen und am Georgswall. Sie sollen mit unter die neue Gebührenordnung fallen, obwohl dort keine Mehrwertsteuer erhoben wird. Eine Prognose, wie sich der neue Tarif finanziell auswirken wird, gibt die Verwaltung nur für einen Parkplatz ab. Am Badesee in Tannenhausen wurden 2021 insgesamt 41.000 Euro eingenommen. Mit der geplanten Erhöhung könnte der Betrag mindestens verdoppelt werden, so die Hoffnung im Rathaus.

Einnahmen von insgesamt 541.000 Euro

Insgesamt wurden 2021 auf den oberirdischen Parkplätzen 292.900 Euro eingenommen. Nutzer der Tiefgarage zahlten insgesamt 226.500 Euro. Und auf den Mitarbeiter-Dauerstellplätzen auf drei Parkplätzen am Rande der Innenstadt wurden gut 21.000 Euro eingenommen.

In einer Vergleichsübersicht der vergangenen Jahre zu den oberirdischen Parkplätzen ist zu ersehen, dass 2019 ein Rekordjahr war, was die Zahl der Tickets und der Einnahmen anging. 320.327 Tickets wurden gelöst und 360.066 Euro eingenommen. Im Vorjahr waren die Gebühren angehoben worden.

2020 deutlicher Einbruch bei Ticketzahl und Einnahmen

2020 ist ein deutlicher Einbruch bei den Tickets zu verzeichnen. 100.000 weniger wurden gelöst, was mit den Corona-Lockdowns, aber auch mit dem kostenlosen Nachmittagsparken zu tun haben dürfte. Die Einnahmen brachen in dem Jahr ebenfalls um gut 100.000 Euro ein.

2021 und 2022 setzte sich dieser Trend fort. 230.246 Tickets wurden im vergangenen Jahr gelöst. Die Stadt erzielte Einnahmen in Höhe von 272.662 Euro.

Während die Zahl der Tickets sank, stiegen die Kosten pro Parkschein leicht an: 1,12 Euro war das Ticket 2019 im Schnitt teuer. 2020 waren es 1,19 Euro, 2021 kostete das Durchschnittsticket 1,18 Euro und 2022 bis August 1,22 Euro.

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