Streit um Schimmel in Wohnungen Froh über erste Einschätzung des Gutachters
Mieter aus der Wiesenstraße wollen im Schimmel-Streit mit der LEG nicht klein beigeben. Sie bekommen nun Rückhalt von einem Sachverständigen.
Sandhorst - Vor gut einer Woche hatte Herbert Fath keine Ruhe mehr. Er riss die Tapete in seinem Schlafzimmer von der Wand und stieß dort auf das, was er befürchtet hatte: schwarze Färbungen auf dem Putz. Die Tapete habe sich feucht angefühlt und sich ohne Probleme lösen lassen. Auch auf dem Papier waren die schwarzen Flecken deutlich zu sehen. Fath kann an der Innenseite seiner Schlafzimmerwand erkennen, wo die Nachbarwohnung ansetzt, wie er sagt. Denn dort hören die Probleme auf, die Tapete ist trocken.
Wie berichtet, liegen Herbert Fath und seine Frau Christel im Clinch mit dem Immobilienkonzern LEG, ihrem Vermieter. Vor gut einem Jahr sind die Faths in die Wohnung in der Wiesenstraße in Sandhorst eingezogen. Zu Jahresbeginn übernahm LEG die Mehrfamilienhäuser in Sandhorst von der Adler-Gruppe. Die Eheleute Fath sind nicht die einzigen Mieter, die den ON von Schimmelflecken in der Wohnung berichteten.
Mieter: Zustand des Schlafzimmers stützt Theorie mit den Außenwänden
„Grund für den Schimmel ist eindeutig das falsche Nutzerverhalten, also falsches Heiz- und Lüftungsverhalten entgegen der von uns empfohlenen Handhabung“, lautete die Antwort der LEG auf eine ON-Anfrage. Zudem sei nur eine Wohnung in den Mehrfamilienhäusern betroffen.
Herbert Fath kennt etliche Nachbarn, die ebenfalls über Schimmelbildung klagen. Er führt dieses auf die fehlende Dämmung in den Außenwänden zurück, die die LEG auch eingeräumt hat. Den augenscheinlichen Beweis habe er in seinem eigenen Schlafzimmer gefunden, wo der Schimmel nur dort auftrete, wo die Außenwand sei, aber nicht dort, wo die Nachbarwohnung angrenze. In den Außenwänden der Mehrfamilienhäuser gibt es keine Wärmedämmung. Das hatte die LEG auf ON-Nachfrage eingeräumt. Dies sei auch nicht vorgesehen, weil der Konzern Mietsteigerungen vermeiden wolle.
Keine Einschüchterung durch die Kündigung
Nachdem die LEG auf mehrere Beschwerden der Faths nicht reagiert hat und die Mieter und ihr Lüft-Verhalten verantwortlich macht, hat das Ehepaar nun selbst einen Gutachter eingeschaltet. Dieser war laut Herbert Fath am Freitag da und hat sich die Wohnung angesehen. Die erste Einschätzung des Sachverständigen habe seine eigene Einschätzung bestärkt, berichtet Herbert Fath: Nicht am Lüften liegt es, dass sich Schimmelflecken an den Wänden bilden, sondern an der Bausubstanz.
Das Ehepaar Fath hat seit einigen Monaten die Miete gekürzt und vor Kurzem daher die fristlose Kündigung von der LEG bekommen. Doch dadurch will Herbert Fath sich nicht einschüchtern lassen, sondern für seine Rechte kämpfen. Seine Absicht sei es zum einen, durch das Gutachten zu belegen, dass der Vermieter die Verantwortung für die Schimmelbildung trägt und die Schäden beseitigen muss.
Gesundheitsprobleme aufgetreten
Zum anderen will Herbert Fath aber auch das Gutachten widerlegen, das die LEG vor Monaten in Auftrag gegeben habe und das die Schuld allein bei den Mietern verortete.
Dieses Gutachten habe dazu geführt, dass er und seine Frau seit Monaten in einer verschimmelten Wohnung leben, so Fath. Besonders schlimm sei das im Schlafzimmer, wo das Kopfteil des Bettes von Christel Fath direkt an der betroffenen Wand stand.
Christel Fath berichtet, dass sie sich wenige Monate nach dem Einzug nach schlecht gefühlt habe. Sie habe das Gefühl gehabt, indem Zimmer nicht richtig Luft zu bekommen. Das habe sie sich aber zunächst nicht erklären können. Aber wenn sie nun die Flecken an der Wand sehe, sei die Ursache wohl klar. „Man spielt mit unserer Gesundheit“, sagt Herbert Fath. Und daran sei auch der erste Gutachter beteiligt, der keine Probleme erkannt habe.
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