Umbau der Fockenbollwerkstraße Sanierungspanne – Politik fühlt sich schlecht informiert
Die Auricher Fraktionen äußern Kritik an teils widersprüchlichen Angaben zu den Problemen in der Fockenbollwerkstraße. Die Unzufriedenheit ist groß.
Aurich - Der Eilauftrag für die Planungsarbeiten für den Regenwasserkanal in der Fockenbollwerkstraße ist raus. Wie Bürgermeister Horst Feddermann auf ON-Nachfrage sagte, stehen „alle Gewehr bei Fuß“, um die Planung und den Einbau des Regenwasserkanals möglichst schnell über die Bühne zu bringen. Dazu zählten neben der Stadtverwaltung auch das Planungsbüro und die Landesstraßenbaubehörde. Alle zögen nun an einem Strang, so Feddermann.
Dass durch den vor einigen Tagen bekannt gewordenen Planungsfehler ein nennenswerter Baustopp zu erwarten sei, davon gehe man im Rathaus nicht aus. Die bestehende Leitung müsse nicht entfernt werden, sondern werde verfüllt. Und nach den bisherigen Überlegungen müssten wohl auch nicht alle Grundstücksanschlüsse erneuert werden, sondern diese Anschlüsse könnten über die alte Leitung erfolgen. Während Feddermann betont, dass die Stadt alles daran setzt, die Folgen des Planungsfehlers klein zu halten, fühlt die Auricher Politik sich schlecht informiert.
Ärger über Widersprüche
Erika Biermann (SPD) sagte auf ON-Nachfrage, dass die SPD/GAP-Gruppe über die neuen Entwicklungen noch sprechen werde. Für sich persönlich könne sie nur eines sagen: „Ich finde das alles nicht lustig.“
Das sieht auch Bodo Bargmann (CDU) so, den die Widersprüche in den Aussagen der Stadtverwaltung und der Landesstraßenbaubehörde stören. Während die Stadtverwaltung von einem spät bemerkten Fehler spricht, sagte Frank Buchholz von der Straßenbaubehörde den ON, dass seine Behörde schon früher auf das Problem hingewesen habe und die Stadt gesagt habe: „Der Kanal bleibt drin.“
Ganzer Stadt-Osten betroffen
Bargmann war am Donnerstag selbst in der Fockenbollwerkstraße unterwegs. Der Mittelstreifen sei nun aufgefräst. Auf ein Grundstück an der Nordseite zu gelangen, sei schon eine Herausforderung gewesen. Er können den Unmut der Anlieger verstehen, wenn die Bauarbeiten nun noch länger dauerten.
„Das ist eine ganz, ganz große Panne – gerade nach so langer Planungszeit“, so Bargmann, die den gesamten östlichen Teil der Stadt treffe. In den jüngsten beiden Ortsratssitzungen in Egels/Wallinghausen seien zahlreiche Bürger gewesen, um sich über den Schleichverkehr zu beklagen – der sie nun noch länger treffen werde.
Bargmann hat große Zweifel daran, dass der Kanaleinbau so reibungslos funktioniert, wie von der Stadtverwaltung nun gesagt (Seite 1). Es werde ein viel größeres Rohr eingebaut. An der Osterstraße habe man gesehen, wie kompliziert dies in einer leitungsreichen Umgebung sei.
Sachverhalt mehrfach anders dargestellt
Gila Altmann (Grüne) sagt offen, dass sie sich in den Verwaltungsausschusssitzungen, in denen es zuletzt um die Probleme ging, schlecht informiert gefühlt habe. Immer wieder sei der Sachverhalt anders dargestellt worden. Zuletzt sei sie davon ausgegangen, dass sich die Panne gar nicht so dramatisch auf die Bau-Dauer auswirken würde. Entsprechend groß sei dann das Entsetzen gewesen.
Schon länger komme es im Umfeld der Straße gelegentlich zu Überschwemmungen. Daher habe auf der Hand gelegen, dass der Regenwasserkanal nicht dem Bedarf entspricht. „Als Feierabendpolitiker muss ich aber darauf setzen, dass ich richtig informiert werde“, so Altmann.
Aurich fehlt es an Ausweichstraßen
Richard Rokicki (AWG) befürchtet, dass niemand den Fehler für die Panne tragen will. Er bezeichnete die Verlängerung der Bauzeit als sehr ärgerlich. Nicht nur die Anlieger seien zu Recht entsetzt, sondern auch sämtliche Straßen im Umfeld betroffen.
Aurich habe bei solchen Großbaustellen an wichtigen Straßen keine Ausweichtrasse, sondern umgehend Chaos in der Stadt. „Aber nun ist das Kind in den Brunnen gefallen, nun müssen wir sehen, dass wir da möglichst zügig durchkommen.“
Er hoffe, dass Zeit wieder reingeholt werden könne, wenn der Bau des Kreisels vorgezogen werde.
Sarah Buss (FDP) sagte: „Da fehlen einem die Worte. Da besteht auf jeden Fall noch Aufklärungsbedarf. Ich mache mir größte Sorge um die Gewerbetreibenden.“ Sie seien von Corona und Energiekrise schon genug gebeutelt.
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