Unterbringung von Geflüchteten Jugendherbergen sind für Kreis Aurich keine Option
Auch wenn dringend Betten gesucht werden, setzt der Kreis Aurich nicht auf die vier Herbergen an der Küste. Kreissprecher Nikolai Neumayer nennt auch den Grund.
Aurich - Der Landkreis Aurich sucht wie alle Kommunen in Niedersachsen derzeit unter Hochdruck nach Unterbringungsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen. Während der Landkreis Leer dazu inzwischen auch die Jugendherberge auf der Insel Borkum nutzen möchte, will der Landkreis Aurich derzeit nicht auf dieses Potenzial zurückgreifen, wie Landkreissprecher Nikolai Neumayer auf ON-Nachfrage mitteilte.
Stattdessen wird nach Standorten für Containerdörfer gesucht. Unter anderem werden derzeit vier Flächen in der Stadt Norden überprüft, auf denen jeweils ein Dorf für mindestens 96 Personen möglich wäre. Am Ende will sich der Kreis für einen der Standorte entscheiden. Weitere Containerdörfer sind in der Stadt nach derzeitigem Stand nicht vorgesehen.
Welche kurzfristigen Lösungen gibt es?
Doch wo sonst lassen sich kurzfristig Unterkünfte schaffen – allein schon, um die Zeit zu überbrücken, bis die drei großen Gebäude auf dem Auricher Kasernengelände bezugsfertig sind?
Wie berichtet, wird die Jugendherberge in Aurich ohnehin von November bis März schon als Unterkunft für Geflüchtete genutzt. Das Land Niedersachsen wird dort eine Außenstelle einrichten - nicht der Landkreis. Von der Außenstelle aus werden die Menschen dann auf die Kommunen verteilt.
Dem Landkreis Aurich werden parallel Geflüchtete zur Aufnahme zugewiesen. Nach Kreisangaben erreichen derzeit durchschnittlich 75 Personen wöchentlich Aurich. Bis Ende März werden es 2162 Menschen sein. Und im Kreisgebiet gibt es außer der Herberge in Aurich noch Häuser in Norddeich, auf Norderney und Juist - eine Kapazität von insgesamt 835 Betten.
Der Preis ist die Hürde
„Eine Belegung der Jugendherbergen ist derzeit nicht geplant, da durch eine vonseiten des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) geforderte Pauschale pro Person für Unterkunft und Verpflegung viel zu hohe Kosten entstehen würden“, so Neumayer. Eine gesamtheitliche Vermietung der Gebäude komme aus Sicht des DJH-Verbandes ohnehin nicht in Betracht. Einzelne Häuser könnten also nicht komplett genutzt werden. Laut Neumayer ist die Wohnraumakquise weiterhin sehr herausfordernd.
„Speziell für größere Beherbergungsstätten gibt es nahezu keine Angebote“, antwortete Neumayer auf die Frage, ob möglicherweise hiesige Hotels Betten für die Zeit der schwächeren Wintersaison anbieten.
Der Kreis setzt notgedrungen auf weitere Containerdörfer. Neben Norden gebe es Gespräche mit weiteren Kommunen, „bislang allerdings keine konkreten Standorte, die zur weiteren Beplanung eines weiteren Containerdorfes ins Auge gefasst werden konnten“, so Neumayer.
Auch Personal wird gesucht
Nicht nur die Infrastruktur für die Unterbringung baut der Kreis weiter aus, sondern auch die der Anlaufstellen für Geflüchtete. Augenblicklich gibt es laut Neumayer drei fest verortete, mit Büroräumen und mit jeweils vier bis fünf Mitarbeitenden ausgestattete Anlaufstellen. Und zwar an den Kreisvolkshochschule Aurich und Norden sowie in Pewsum. Von den jeweiligen Standorten werden beispielsweise Ihlow, Südbrookmerland, Brookmerland, Dornum und Wiesmoor auf Anfrage mitversorgt.
„Das Angebot stößt grundsätzlich auf gute Resonanz und unterstützt so die Arbeit der vielen ehrenamtlich Engagierten in den jeweiligen Gemeinden, die entsprechende Rückmeldungen auch an uns herantragen“, so der Landkreissprecher. „Für die Einrichtung weiterer fest installierter Anlaufstellen läuft derzeit die Personalsuche, die sich allerdings durchaus schwierig gestaltet.“
Weitere Informationen zu den Anlaufstellen gibt es auf der Internetseite des Landkreises.