Streit um Preise  Wieder neue Lücken in Regalen der Supermärkte

| | 14.10.2022 21:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Unter anderem mit dem Konzern Mars liegen deutsche Einzelhandelsketten im Streit über Preise. Foto: DPA
Unter anderem mit dem Konzern Mars liegen deutsche Einzelhandelsketten im Streit über Preise. Foto: DPA
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Die Lebensmitteleinzelhandelsketten feilschen mit den großen Herstellern um die Preise - und stellen sich bei Erhöhungen quer. Das hat auch erste Folgen in Aurich.

Aurich - In mehreren Auricher Supermärkten klaffen wieder Lücken in den Regalen. Grund sind diesmal nicht Hamsterkäufe von Kunden, sondern die Herbstverhandlungen zwischen Lebensmittelherstellern und den Einzelhandelsketten wie Edeka, Rewe, Bünting, Lidl und Aldi.

Während die Produzenten wegen gestiegener Produktionskosten höhere Preise fordern, lehnen die Lebensmittelhändler dies ab. Wegen der Streitigkeiten, die zum Teil sogar vor Gericht ausgetragen werden, fehlen derzeit Produkte. Einige Einzelhandelsketten listen Marken aus. Einige Hersteller wie Coca Cola setzen Lieferstopps durch.

Coca Cola und Mars stoßen auf Widerstand

Der Mars-Konzern liegt derzeit ebenso wie Coca Cola im Clinch mit Edeka. Das zeigt sich in der Getränkeabteilung. Und es fehlen zunehmend nicht nur die zahlreichen Schokoriegelfabrikate des Mars-Konzerns, sondern auch Tierfutter, das zu dessen Portfolio gehört.

Auch Lidl und Aldi sind nach Berichten der Lebensmittel-Zeitung noch nicht mit allen Herstellern einig. Die Pressestellen von Lidl und Aldi Nord teilten auf ON-Nachfrage aber nur mit, dass sie sich zu den Verhandlungen nicht äußern.

Der Leeraner Einzelhandelskonzern Bünting gab bekannt, dass seine Preisverhandlungen mit Mars abgeschlossen seien. „Mit Ben’s Original befinden wir uns noch in Verhandlungen.“

Harter Preiskampf sei im Sinne der Verbraucher

Der Inhaber des E-Centers Parkkauf, Jens Coordes, spricht offen darüber, dass er harte Verhandlungen über die Preise für notwendig hält – im Sinne der Kunden. Edeka übernehme die Rolle des „Robin Hood der Verbraucher“.

Lange nicht alle Preiserhöhungen der Hersteller seien nachzuvollziehen. Dass im Zuge der Auseinandersetzungen einige Produkte im Laden fehlten, sei natürlich ärgerlich für die Kunden. Aber wenn Einzelhandelskonzerne nicht hart blieben, müssten am Ende die Verbraucher den Preis zahlen. Und wenn jede Preiserhöhung der großen Hersteller kampflos akzeptiert werde, werde gleich die nächste folgen. „Da muss man jetzt mal konsequent bleiben“, so Coordes.

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