Standort für Spielplatz  Suche in Münkeboe beginnt von vorn

| | 13.10.2022 16:03 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Spielplatz mit besonderer Ausstattung sollte in Münkeboe entstehen. Doch die Planungen liegen vorerst auf Eis. Foto: Pixabay
Ein Spielplatz mit besonderer Ausstattung sollte in Münkeboe entstehen. Doch die Planungen liegen vorerst auf Eis. Foto: Pixabay
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Eigentlich schien für den neuen Großspielplatz in Münkeboe alles klar. Doch weil der Grundstücksverkäufer absprang, muss die Verwaltung von vorne anfangen. Die ON haben mit beiden Seiten gesprochen.

Münkeboe - Eigentlich schien alles klar: Auf einer Weide am Rüskeweg in Münkeboe, im Schatten der Kirche „Zum guten Hirten“, sollten einige Wohnhäuser und vor allem der nächste sogenannte Leuchtturmspielplatz der Gemeinde entstehen. Die Politik hatte bereits zugestimmt und die Gespräche zwischen Verwaltung und Grundeigentümern waren weit vorangeschritten. Doch nun die Kehrtwende: alles wieder auf Anfang. Laut Gemeindeverwaltung sind die Eigentümer der Fläche abgesprungen. Bürgermeister Thomas Erdwiens zeigt sich enttäuscht, auch weil jede Menge Arbeit nun vergebens sei.

Bedekaspel, Victorbur, Moordorf: Drei der sogenannten Leuchtturmspielplätze in Südbrookmerland gibt es bereits. Ein Vierter soll noch folgen. Ein Standort dafür war bereits gefunden. Politik und Verwaltung hatten sich darauf geeinigt, den Spielplatz auf einer Weide am Rüskeweg zu bauen. Derzeit wird diese noch für Pferde genutzt. Neben dem Spielplatz sollten dort noch einige Bauplätze entstehen.

Viele Gespräche geführt

Laut Bürgermeister Thomas Erdwiens (FWG) hatte es sogar schon einen sogenannten städtebaulichen Vertrag gegeben, der unterschriftsreif gewesen sei. „Der ist zig Mal auf Wunsch der Eigentümer angepasst worden“, sagt Erdwiens. Dabei sei es vor allem um die Bebaubarkeit gegangen. Viele Gespräche hätten zudem mit dem Landkreis geführt werden müssen. Die Eigentümer hätten jedoch immer wieder gezögert. „Als wir dann auf eine Entscheidung gedrängt haben, sind sie abgesprungen“, so Erdwiens weiter. Ins Detail ging er nicht.

Eine Pferdeweide am Rüskeweg, nahe der Münkeboer Kirche, sollte zum Spielplatz werden. Doch die Eigentümer winken bislang ab. Foto: Holger Janssen
Eine Pferdeweide am Rüskeweg, nahe der Münkeboer Kirche, sollte zum Spielplatz werden. Doch die Eigentümer winken bislang ab. Foto: Holger Janssen

Eigentümer der Fläche ist Helmut Albers aus Münkeboe. Er bestätigt gegenüber den ON, dass es intensive Gespräche mit der Gemeindeverwaltung gegeben habe. Sein Ziel sei, für Teile seiner Fläche eine Baugenehmigung zu bekommen. So plane etwa sein Sohn, dort ein Haus zu bauen. Nachdem es dieses Baurecht vor Jahrzehnten noch gegeben habe, gibt es dieses derzeit nicht. Laut Bebauungsplan untersteht die Fläche einer landwirtschaftlichen Nutzung. Bei den Verhandlungen mit der Gemeindeverwaltung war ihm grundsätzlich zugesagt worden, Baurechte für seine Flächen bekommen zu können. Doch für Albers gab es einen weiteren Haken: Weil seit einiger Zeit die Darlehenszinsen und Baupreise steigen, sei er nicht sicher, ob er die im Vertrag angegebene Verpflichtung, innerhalb einer gewissen Frist zu bauen, einhalten kann. Deshalb habe er von der ganzen Sache nun zunächst Abstand genommen. „Jetzt ist die Gemeinde wieder am Zug“, so Albers. Ob er beispielsweise bereit wäre, einem Verkauf der Fläche zuzustimmen, wenn die Gemeinde ihn im Gegenzug von der Bebauungsfrist befreit, ließ er gegenüber den ON offen.

Konzentration auf andere Fläche

Fraglich ist auch, ob ein solches Vorgehen bei der Verwaltung überhaupt erwogen wird. Zunächst will man sich nun auf eine Fläche neben dem Edeka-Markt an der Upender Straße konzentrieren. Die war schon einmal Teil der Spielplatz-Planungen, dann entschied man sich jedoch zunächst für den Rüskeweg. Nun soll erneut das Gespräch gesucht werden.

Laut Erdwiens sei es in dem Bereich aber nicht möglich, zusätzlich zum Spielplatz auch Bauplätze auszuweisen. Zwar sei die Fläche eigentlich groß genug. Unter anderem weil der Edeka-Markt nachts beliefert werde, könnten lärmschutzrechtliche Vorgaben aber nicht eingehalten werden. Nach derzeitigem Stand dürfe auf der Fläche also lediglich der Spielplatz gebaut werden. Vielen Familien in Münkeboe dürfte das aber schon genügen. Was das für die Pläne von Helmut Albers bedeutet, irgendwann einmal Baurechte für seine Fläche zu bekommen, bleibt abzuwarten.

SPD-Mann fordert Spielplatz in Moorhusen

Einen ganz anderen Ansatz verfolgen indes Teile der SPD-Fraktion. So forderte Hinrich Albrecht, Ratsmitglied und Ortsvorsteher von Moorhusen unlängst, den Spielplatz nicht in Münkeboe, in seinem Ortsteil zu bauen. Eine Fläche dafür stehe am Hundertdiematsweg, direkt gegenüber der IGS in Moorhusen zur Verfügung. Tatsächlich befindet sich dort ein Grundstück, das der Gemeinde gehört. Ursprünglich war erwogen worden, darauf einen Parkplatz für Lehrkräfte und sogenannte „Eltern-Taxis“ zu bauen, um die Verkehrssituation an Schule und Buswendeanlage zu entschärfen. Dafür gibt es mittlerweile aber andere Pläne, für die die Fläche nicht benötigt wird. „Wenn es politisch so gewollt ist, spricht nichts dagegen“, so Thomas Erdwiens. Er sieht sogar Synergieeffekte, weil der Spielplatz auch für Ausflüge der nahegelegenen Grundschule und des Spielkreises genutzt werden könnte.

Zwei Optionen, in Münkeboe und in Moorhusen, gibt es also noch für einen Spielplatz in dem Bereich. Nun ist die Politik am Zug. Aus ihren Reihen wird wegen des Spielplatzes immer wieder Druck gemacht.

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