Nach Einbruch in Plaggenburg Ihlow denkt über Sicherheitssysteme für Feuerwehrhäuser nach
Mangelhafte Überwachung ist ein Thema für Einsatzkräfte – aber auch in anderen Bereichen der Ihlower Ortswehren soll einiges getan werden.
Ihlow – Nach dem Diebstahl von zwei Feuerwehrautos in Plaggenburg sollen Feuerwehrhäuser in Ihlow mit Sicherheitssystemen ausgerüstet werden. Das schlug Gemeindebrandmeister Heyo Voß am Dienstagabend im Ihlower Bauausschuss vor. Das System soll sowohl Fahrzeuge als auch die Gerätehäuser überwachen. „Bei den Werten, die da stehen, ist das keine schlechte Idee“, sagte der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs. Es war nicht der einzige Wunsch, den die Feuerwehrleute vorbrachten.
Sorge bereitet den Feuerwehren derzeit die Alarmierung. Diese läuft in Ihlow für viele Einsatzkräfte momentan nur über digitale Meldeempfänger. Das Problem, so schilderte es Torben Greeve von der Feuerwehr in Ochtelbur: Wenn der Melder in dem Moment der Alarmierung keinen Empfang habe, komme die Nachricht auch später nicht an. Außerdem könnten Feuerwehrleute nicht zurückmelden, ob sie kommen oder nicht. Die Leitstelle wisse also nie, wann wie viele Einsatzkräfte vor Ort sein können – oder ob sie überhaupt benachrichtigt wurden. All diese Probleme könne eine Handyalarmierung lösen. In manchen Ihlower Ortswehren gibt es die bereits. Nun soll das System „Alarmos“ für alle Feuerwehren der Gemeinde angeschafft werden und die digitalen Melder ergänzen, so der Wunsch der Feuerwehren. Rund 860 Euro würden dafür fällig.
Neues Alarmierungssystem soll angeschafft werden
„Ich habe bisher gut geschlafen. Aber jetzt werde ich nervös“, sagte Renate Dittrich (SPD) zu den aktuellen Problemen mit der Alarmierung. Sie plädierte dafür, den Vorschlag schnellstmöglich zu beschließen. Einstimmig sprach sich der Ausschuss daraufhin für die Anschaffung aus. Zuerst einmal soll das System besorgt werden. Ob und wie viele Geräte, darunter Tablets und Bildschirme für Einsatzwagen, dazukommen, wird noch entschieden.
Auch in anderen Bereichen hängen die Feuerwehren erheblich hinterher. Schon 2018 wurde der sogenannte Feuerwehrbedarfsplan aufgestellt. Einiges davon ist bisher noch nicht umgesetzt worden. Das soll nun aufgeholt werden.
Fünf Anträge lagen zu Beginn des Ausschusses vor – zwei der Freiwilligen Feuerwehr Simonswolde, zwei aus Ihlowerfehn und einer vom Gemeindebrandmeister Heyo Voß. Er beantragte ein Dienstfahrzeug. 25.000 Euro würde das die Gemeinde kosten.
35 Jahre alte Drehleiter soll ersetzt werden
Ein besonderes Anliegen war der FFW Simonswolde die Neuanschaffung einer Drehleiter. Ihr 35 Jahre alte Fahrzeug weise mittlerweile diverse Mängel auf, heißt es in dem Antrag. Sie sei nicht nur zur Rettung, sondern auch zur Sicherheit der Feuerwehrleute unverzichtbar, so Voß. Arno Ulrichs wies darauf hin, dass die zwar „gut zu haben“, die Gemeinde jedoch nicht zur Anschaffung verpflichtet sei. Ein neues Drehleiterfahrzeug würde bis zu 600.000 Euro, ein gebrauchtes um die 250.000 Euro kosten.
Außerdem will Simonswolde das Tanklöschfahrzeug (TLF) aus Riepe übernehmen. Dort ist ein neues bereits bestellt.
Feuerwehr-Bulli war im Kriegsgebiet
In Ihlowerfehn soll ein neuer Mannschaftswagen sowie neues Hilfleistungslöschgruppenfahrzeug 10 (HLF 10) angeschafft werden. Der Mannschaftswagen der Ortswehr ist in den vergangenen Monaten mit einem Hilfskonvoi zweimal in das ukrainische Kriegsgebiet gefahren und hat dabei rund 7500 Kilometer zurückgelegt. Das hat Spuren hinterlassen.
Das HLF 10 mit einem verbauten Löschwassertank soll zukünftig zum Beispiel bei Verkehrsunfällen helfen. Es werde immer wichtiger, möglichst viel Wasser dabeizuhaben, da es in den neuen Ihlower Siedlungen immer weniger Hydranten gebe, so Voß.
Neugebaut werden sollen Feuerwehrhäuser in Weene und Ochtelbur. Der Beginn der Bauphase ist für das kommende Jahr geplant. Ochtelbur bekommt eine Box mehr. Diese soll als Waschhalle allen Wehren der Gemeinde zur Verfügung stehen. Das macht das Gebäude teurer als das in Weene. Wie teuer die Neubauten werden, steht noch nicht fest. Allein für die Planungen sind zwischen 500.000 und einer Million Euro vorgesehen.
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