Trauer in Großbritannien  Nach Tod der Queen geht es nach London statt in den Dänemark-Urlaub

| | 09.09.2022 16:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mareike Aden vor der Fernsehkamera.Foto: Dennis Grailich
Mareike Aden vor der Fernsehkamera.Foto: Dennis Grailich
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Sie wusste zwar, dass es irgendwann passiert. Aber für die NDR-Fernsehredakteurin und gebürtige Holtroperin Mareike Aden kam der Tod der Königin überraschend. Am Sonnabend geht es in den Flieger.

Großefehn/Hamburg Eigentlich wollte sie über das Wochenende ja mit Familie und Freunden nach Dänemark. Doch nun steht für Mareike Aden statt Kurzurlaub in den nächsten Tagen viel Arbeit an. Denn die NDR-Fernsehredakteurin, die gebürtig aus Holtrop (Gemeinde Großefehn) stammt, fliegt am Sonnabend von ihrem Wohnort Hamburg nach London. Dort wird die 39-Jährige für Tagesschau und Co. über die Ereignisse nach dem Tod von Queen Elizabeth II. berichten. „Ich habe nur ein Hinflugticket gebucht“, sagte Aden auf ON-Anfrage. Denn für wie lange sie genau im ARD-Studio in London arbeiten wird, stehe noch nicht fest.

Bereits vor längerer Zeit war ein interner Zehn-Tage-Plan vom Tod bis zur Beisetzung der Queen an die Öffentlichkeit gelangt, in dem der strengstens genaue Ablauf mit vielen royalen Ritualen festgelegt ist. Doch davon gebe bereits es erste Abweichungen, so Mareike Aden.

Besorgte Ärzte waren der „Gamechanger“

Für die Journalistin ist es sicher eine der größten Geschichten der vergangenen Jahre. Zwar hatten alle seit langem Pläne in der Schublade, was passiert, wenn die 96-jährige Monarchin stirbt. Doch als am Donnerstag wirklich passierte, war es dann doch wieder überraschend, berichtete Mareike Aden.

Beim 70-jährigen Thronjubiläum im Juni hatte die Journalistin aus Ostfriesland zwar den Eindruck, dass die Queen schon „sehr fragil“ war. Aber in den Wochen danach habe sie sich offenbar eher stabilisiert. Vor wenigen Tagen habe es noch ein Foto mit der neuen britischen Premierministerin Liz Truss gegeben. Doch als die Ärzte sich dann am Donnerstag „besorgt“ äußerten, sei das der „Gamechanger“ gewesen, so Aden.

Seit Jahren als Vertretung im ARD-Studio London

Am Donnerstag kamen dann die Anrufe der Kollegen vom Fernsehen. Aden musste im Hamburger ARD Aktuell-Nachrichtenstudio live Einschätzungen abgeben. Die 39-Jährige berichtet seit einigen Jahren regelmäßig als Vertretung im Studio London. Deshalb hat sie viele Beiträge über die Queen gemacht. „Sie war als Fixpunkt immer da. Und sie war viel mehr als eine Protagonistin der Klatschspalten“, so Aden.

Elizabeth II. habe das Land überparteilich zusammengehalten in Zeiten des Brexit und von Terroranschlägen. „Ich war tief beeindruckt, wie sie Präsenz gezeigt hat.“ Sie habe den Menschen, etwa Verwundeten in einem Krankenhaus, sofort ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ihr Satz „We will meet again“, der in der Pandemie fiel, habe den Menschen stets Hoffnung gemacht, so Aden.

Charles ganz anders als die Queen

Ganz anders sei ihr Sohn, der bisherige Prince Charles, der seit dem Tod seiner Mutter nun König ist. Anders als die Queen sei der 73-jährige Charles schon immer weniger zurückhaltend gewesen. „Er hat seine Meinungen, auch zu politischen Themen, immer kundgetan“, so Aden, habe sich eingesetzt etwa für Umweltschutz und Biolandwirtschaft. Ob es Charles gelingen könne, zu einer ähnlichen Identifikationsfigur für die Briten zu werden, sei noch fraglich. „Er bietet mehr Angriffsfläche“, so Aden. Gleichwohl, als sie am Donnerstag zum ersten Mal den Satz „God save the king“ hörte, war das auch für Mareike Aden „sehr eindrücklich“.

Vor ihrem Einsatz in London hatte die gebürtige Holtroperin mehrere Jahre lang aus Moskau, Russland und der Ukraine berichtet – und ist heute Expertin auch für diese Länder.

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