Fußballer fordern neuen Platz Vereine machen wegen Kunstrasen Druck
Die Forderung nach einem Kunstrasenplatz für die Südbrookmerlander Fußballer ist nicht neu. Nun wagen die Sportler einen neuen Versuch.
Südbrookmerland - Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Verantwortlichen der fußballspielenden Vereine in Südbrookmerland hätten in Zeiten steigender Kosten und sinkender Einnahmen jegliches finanzielle Mittelmaß verloren. Vom Umbau von gleich drei Sportplätzen zu Kunstrasenplätzen ist in den Unterlagen zur Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport und Kultur die Rede. Kostenpunkt: Rund 1,92 Millionen Euro. Die ON haben bei Hange Ukena vom BSV Wiegboldsbur nachgefragt, was es damit auf sich hat.
Wie berichtet, ist der Wunsch nach einem Kunstrasenplatz in Südbrookmerland nicht neu. Schon vor Jahren hat es entsprechende Anträge gegeben. Gebaut wurde bislang nicht. Zuletzt stand der Umbau des Sportplatzes in Victorbur zwar im Haushalt. Jedoch war der Posten mit einem Sperrvermerk versehen. Nur im Falle einer üppigen Förderung sollte die Maßnahme umgesetzt werden. Weil es die nicht gab, bestimmen dort immer noch echte Grashalme das Bild.
Kleinspielfeld reicht nicht aus
Gegen die haben Fußballer eigentlich auch nichts auszusetzen. Zumindest, solange das Wetter den Spiel- und Trainingsbetrieb zulässt. Bei schlechtem Wetter wünschen sie sich einen Kunstrasenplatz.
In Wiegboldsbur gibt es seit diesem Jahr eine solche Anlage. Dabei handelt es sich jedoch um ein Kleinspielfeld. Für den Spielbetrieb in den älteren Jugendklassen sowie im Erwachsenenbereich ist die Fläche nicht zugelassen.
Pläne für Wiegboldsbur, Victorbur und Moorhusen
In den Sitzungsunterlagen tauchen nun die Sportplätze am Hundertdiematsweg in Moorhusen, an der Turnhalle in Victorbur und der Schulsportplatz in Wiegboldsbur auf – inklusive Kostenschätzungen. Denen zufolge würde es in Victorbur mit rund 742.500 Euro am teuersten werden, einen Kunstrasen zu bauen. Die günstigste Lösung wäre ein Kunstrasenplatz in Wiegboldsbur.
Hange Ukena, Vorsitzender des BSV Wiegboldsbur, beruhigt aber all diejenigen, die glauben, die Sportler wollten alle drei Maßnahmen umgesetzt haben. „Es handelt sich um Vorschläge“, sagt er. Vertreter der Vereine BSV Wiegboldsbur, Ostfrisia Moordorf, SV Engerhafe, SV Georgsheil, FC Palme und VfB Münkeboe hätten sich zum Austausch getroffen. Dabei habe man sich darauf geeinigt, einen gemeinsamen Antrag zu stellen. Ziel sei es, einen Kunstrasenplatz für Südbrookmerland zu bekommen und diesen auch gemeinsam zu nutzen. „Wo der hinkommt, ist uns eigentlich egal“, sagt Hange Ukena. Zugleich weiß er aber auch mit einigen Vorzügen zu punkten, die das Gelände in Wiegboldsbur aus Sportler-Sicht zu bieten hat. So gebe es dort insgesamt vier Umkleidekabinen. Das erleichtere einen „fliegenden Wechsel“, sollten mehrere Partien am selben Tag und kurz hintereinander angesetzt werden.
Hoffnung: Grünes Licht auch ohne Fördermittel
Der Platz war vor einigen Jahren bereits als möglicher Standort für einen Kunstrasen im Gespräch. Seinerzeit hatten Ukena und der BSV den Bau noch alleine beantragt. Da stand der Standort jedoch noch nicht zur Verfügung. Für den Sportplatz wurden einst Fördermittel gezahlt, die eine Bindungsfrist zur Bedingung hatten. Diese Frist läuft laut Hange Ukena aber bald aus.
Er hofft, dass der Gemeinderat, dem er selbst angehört, diesmal grünes Licht für den Kunstrasenplatz gibt – und zwar unabhängig von Fördermitteln. So könne der Spiel- und Trainingsbetrieb auch in Herbst und Winter sichergestellt werden, was es den Vereinen leichter mache, junge Sportler bei der Stange zu halten.