Verkauf der alten Schule Bau eines Pflegezentrums rückt näher
Der Südbrookmerlander Verwaltungsausschuss hat dem Verkauf der alten Moordorfer Grundschule zugestimmt. Dort soll ein Pflegezentrum entstehen. Wie es nun weitergeht.
Moordorf - Wird aus der alten Moordorfer Grundschule bald ein Pflegezentrum? Die Pläne von Timo Behrends und Petra Janssen, die bereits einen Pflegedienst in Südbrookmerland betreiben, sehen das zumindest vor. Am Dienstag nahm das Projekt eine erste politische Hürde.
Einstimmig votierte am Dienstagabend der Südbrookmerlander Verwaltungsausschuss dafür, die frühere Grundschule und spätere Waldorfschule an die Investoren zu verkaufen. Wie berichtet, hatten die der Gemeinde kürzlich ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Sie wollen dafür voraussichtlich eine eigene Firma gründen.
Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige
Für Timo Behrends ist das Projekt ein Stück weit eine Herzensangelegenheit. Vor Jahren besuchte er dort selbst die Schule. Nun versucht er gemeinsam mit seiner Frau, das alte Gebäude vor dem kompletten Verfall zu retten. Noch stehen die Planungen aber ganz am Anfang.
Die Idee: In dem Gebäude könnten zwei Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen entstehen. Theoretisch seien pro Wohngemeinschaft bis zu zwölf Betten möglich. Vieles hängt aber noch von weiteren Begehungen ab. Dabei spielt beispielsweise der Brandschutz eine Rolle. Und auch mit Vertretern der Krankenkasse will sich Behrends noch ein Bild vom Gebäude machen.
Weitere Begehungen
All das rückt nach dem positiven Signal aus der Politik nun etwas näher. Zwar muss abschließend noch der Gemeinderat einem Verkauf des Gebäudes zustimmen. Nach dem einmütigen Ergebnis im Verwaltungsausschuss scheint das aber nur Formsache zu sein. Wie Vizeverwaltungschef Wilfried Müller den ON auf Anfrage sagte, seien die Pläne durchweg positiv aufgenommen worden. Ein Pflegezentrum sei eine sinnvolle Nutzung für das Gebäude am Schultrift.
Und ohnehin hatte es bisher keine anderen konkreten Pläne für das Gebäude gegeben. Darüber hinaus soll vertraglich vereinbart werden, dass die Gemeinde ein Rückkaufsrecht erhält, sollte aus dem Pflegezentrum doch nichts werden. Dadurch und durch bauplanerische Festlegungen soll sichergestellt werden, das auf dem Grundstück nur das entsteht, für das es angekauft wurde.
Kernsanierung steht an
Bis in der ehemaligen Schule Pflegebedürftige leben können, wird es aber wohl noch eine Weile dauern. Vorausgesetzt, die beteiligten Stellen lassen sich von dem Konzept der Investoren überzeugen, muss das Gebäude kernsaniert werden. Vor allem im Keller gibt es laut Timo Behrends gravierende Schäden, Feuchtigkeit und Schimmelbildung. Und auch energetisch muss einiges aufgewertet werden. Abgesehen von der Außenfassade dürfte dann wohl kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Die Gemeindeverwaltung hatte das Gebäude zuletzt als „heruntergekommen“ bezeichnet. Wenngleich Behrends das Gebäude gern erhalten würde, müsse es auch finanziell machbar sein. „Ich kann mein Herz nicht über die Wirtschaftlichkeit stellen.“ Außerdem wolle er bezahlbaren Wohnraum für die Patienten schaffen.
Kommt Behrends gemeinsam mit Fachleuten zu dem Schluss, dass eine Kernsanierung wirtschaftlich Sinn macht, dürfte das für Freude im Ort sorgen. Im Nachgang zur Berichterstattung hatten sich gleich mehrere ON-Leser gemeldet, und die Pläne begrüßt. Alle Beteiligten hoffen nun, dass die Planungen zügig vorangehen und der alten Grundschule bald neues Leben eingehaucht wird.