Leichter Anstieg Mehr Menschen in Ostfriesland sind ohne Job
Gleichzeitig sind viele Stellen in der Region unbesetzt – unter anderem mehr als 1000 Ausbildungsplätze. Für das leichte Plus nennt die Agentur für Arbeit einen Grund.
Aurich/Ostfriesland - Die Arbeitsmarktentwicklung in Ostfriesland folgt dem Bundestrend: Die Zahlen steigen im Vergleich zum Vormonat leicht an, sind aber niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sind viele Stellen noch unbesetzt, unter anderem 1006 Ausbildungsplätze. Das teilte die Agentur für Arbeit mit. Der leichte Anstieg im Vergleich zum Vormonat ist laut Roland Dupák, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Emden-Leer, überwiegend auf geflüchtete Menschen aus der Ukraine zurückzuführen. Seit Juni 2022 werden sie in der Grundsicherung registriert. Diese Entwicklung habe sich auch im August weiter fortgeführt.
Derzeit sind im Agenturbezirk Emden-Leer 787 geflüchtete ukrainische Personen in den Jobcentern und den Arbeitsagenturen arbeitslos gemeldet, heißt es. Das sind 143 mehr als im Juli 2022. Der Anteil ukrainischer Frauen beträgt dabei 582.
Chef der Agentur für Arbeit Emden-Leer ist zuversichtlich
Insgesamt blickt Roland Dupák den Angaben zufolge zuversichtlich auf den regionalen Arbeitsmarkt. Mit 3597 gemeldeten Arbeitsstellen sei er „nach wie vor aufnahmefähig“. Insbesondere im Baugewerbe, in der Produktion und Fertigung, in Kfz-Werkstätten, sowie in der Spedition und Logistik sei die Arbeitskräftenachfrage weiterhin hoch. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, können Betriebe ihre Beschäftigten qualifizieren, teilt die Agentur mit. Bei Fragen zum Qualifizierungschancengesetz stehe der Arbeitgeber-Service vor Ort zur Verfügung.
Auf dem Ausbildungsmarkt ist der Mitteilung zufolge noch Bewegung. „Auch nach dem traditionellen Ausbildungsstart haben die jungen Menschen noch gute Chancen auf einen attraktiven Ausbildungsplatz“, heißt es. Wer noch keinen passenden Ausbildungsplatz für sich gefunden habe, könne sich bei der Berufsberatung der Agenturen vor Ort melden.
Stabile Quote im Bereich der Agentur für Arbeit in Aurich
Die Zahlen für die Region: Die Arbeitslosenquote in Ostfriesland stieg von 5,5 Prozent im Juli auf nun 5,6 Prozent. 390 Menschen sind mehr arbeitslos gemeldet, insgesamt sind es 14.003 Personen in Ostfriesland. Vor einem Jahr waren es noch 882 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,6 Prozent 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau mit 6.0 Prozent.
Die Arbeitslosenquote im Bereich der Agentur für Arbeit in Aurich liegt im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 5,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote noch 6,6 Prozent. Im Bereich der Agentur in Norden steigt die Arbeitslosigkeit von 6,0 auf 6,1 Prozent. Für den gesamten Kreis Aurich wird eine Quote von 5,5 angegeben.
7,2 Prozent der Menschen sind ohne Arbeit
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im August 4767 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat sind das 147 Personen mehr – aber 681 weniger als noch vor einem Jahr. Insgesamt erhielten 4306 Personen im August 2022 Arbeitslosengeld, 474 weniger als vor einem Jahr.
Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (SGB II) waren 9236 Personen arbeitslos gemeldet. Davon zählen 5004 Menschen als Langzeitarbeitslose.
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit auch Angaben zur sogenannten Unterbeschäftigung. Zusätzlich zu den Arbeitslosen zählen zur Unterbeschäftigung Personen, die offiziell nicht als arbeitslos gelten, die aber im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im August 18.117 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote lag damit bei 7,2 Prozent. Im August 2021 lag diese Quote bei 7,5 Prozent.