Energieeffizienz im Brookmerland Heizkraftwerke und Abwärme von Kompressoren
Die Samtgemeinde hat in den vergangenen Jahren einiges unternommen, um Energie effektiver zu nutzen. Einige Überlegungen hat sie aber auch verworfen.
Brookmerland - Sechs Blockheizkraftwerke braucht es, um das Wasser im Störtebekerbad in Marienhafe auf Temperatur zu bringen. Das berichtete Markus Schwarz vom Bauamt am Montag in einer Sitzung des Umwelt- und Klimaschutzausschusses. Befeuert werden diese Blockheizkraftwerke mit Gas. Aber immerhin wird nicht nur Wärme, sondern auch der Strom für das Bad gewonnen. Und der ist an vielen Stellen nötig: bei den Pumpen, der Lüftung und der Badtechnik.
Für die Kurt-Knippelmeyer-Halle, bei deren umfangreichen Umbau vor sechs Jahren die Samtgemeinde noch auf eine Fotovoltaikanlage verzichtete, sind inzwischen Fördermittel zur Nachrüstung bewilligt. Die Ausschreibung soll laut Schwarz in Kürze veröffentlicht werden. Der Strom, der dort erzeugt wird, soll – wie berichtet – für das benachbarte Bad genutzt werden.
Aufwärme der Kompressoren genutzt
Was passiert noch im Brookmerland, um fossile Brennstoffe effektiver zu nutzen oder durch regenerative Energien zu ersetzen? Laut Schwarz ist das Klärwerk zu klein, um einen Faulturm zu betreiben. In größeren Anlagen wird dort Faulgas gewonnen, das in Blockheizkraftwerken verwendet wird, um Wärme und Strom zum Betrieb der Kläranlage zu erzeugen. In Aurich wird das so gemacht. Doch laut Schwarz reicht dazu die Kläranlage am Hingstlandsweg nicht aus.
Um die biologische Klärung mit genug Sauerstoff zu versorgen, blasen vier Kompressoren Sauerstoff ins Becken. Mit der Abwärme dieser Geräte wird laut Schwarz die Umkleide für die Mitarbeiter geheizt.
Strom aus Fotovoltaikanlagen geht bisher ins Netz
Auch Biogasanlagen in der Samtgemeinde werden bislang nicht für ein Fernwärmenetz genutzt. In Großefehn ist das anders. Dort werden die KGS, mehrere Kitas, das Freibad, Grundschulen und Turnhallen sowie ein Feuerwehrhaus über Wärmenetze von Biogasanlagen versorgt.
Laut Kämmerer Stephan Weers kommt das im Brookmerland eher nicht infrage, weil die Entfernung zwischen den Anlagen im Außenbereich und den Schulen in den Ortskernen zu groß sei. Fotovoltaik soll künftig mit Wärmepumpen in alle Neubauten wie Feuerwehrhäuser eingebaut werden. Auf den Schulen in Osteel, Leezdorf und Rechtsupweg sowie auf dem Betriebshof sind laut Schwarz schon seit einigen Jahren Fotovoltaikanlagen installiert. Diese versorgen allerdings nicht die Einrichtungen direkt, sondern seien Bürgeranlagen, deren Strom ins Netz eingespeist werde.
Einzelfallbetrachtung nötig
Laut Schwarz ist es vor allem sinnvoll, bei Neubauten auf Solartechnik zu setzen. Mit Fußbodenheizung und niedriger Vorlauftemperatur lasse sich die Energie gut nutzen. Bei älteren Gebäuden sei das Dach nicht für die Anlagen geeignet und die Energieausbeute nicht ausreichend.
„Man muss sich klarmachen, dass man auch bei der Kombination aus Fotovoltaik und Wärmepumpe von November bis Januar Strom zukaufen muss, um Gebäude zu heizen“, so Schwarz. Deshalb sei eine Bedingung für Energieoptimierung, sich die Gegebenheiten bei jedem Gebäude genau anzuschauen, zu rechnen und in jedem Einzelfall die optimale Lösung zu finden.
Vorgaben für künftige Baugebiete
Von der Verwaltung sei auch geprüft worden, ob der Einbau von Infrarotheizungen in einigen Gebäuden sinnvoll sein könnte. Das sei aber nicht der Fall, so Schwarz. Die Anlagen hätten einen relativ hohen Stromverbrauch und seien daher im Betrieb sehr teuer.
Bisher machen die Bebauungspläne der Samtgemeinde keine Vorgaben zur Energieversorgung. Das werde mit den Baugebieten in Leezdorf und Rechtsupweg nun aber beginnen, sagte Weers. Um beispielsweise ein Blockheizkraftwerk mit Wärmenetz sinnvoll betreiben zu können, müsse aber eine gewisse Zahl von Häusern versorgt werden.