Verkehrskontrollen im Kreis Aurich Einnahmen durch Blitzer wieder gestiegen
Wegen Ungenauigkeiten mussten vergangenes Jahr Blitzer aus dem Verkehr gezogen werden. Neue Geräte wurden angeschafft. Nun klingeln die Kreis-Kassen wieder wie zuvor.
Aurich - Nach monatelangen Problemen mit Blitzgeräten im vergangenen Jahr sind die Einnahmen des Landkreises Aurich aus Geschwindigkeitskontrollen nun wieder deutlich gestiegen. Zum Ende des zweiten Quartals dieses Jahres kamen rund 1,1 Millionen Euro Einnahmen aus der kommunalen Verkehrsüberwachung zusammen. „Die Einnahmen haben sich normalisiert“, sagte Kreiskämmerin Irene Saathoff am Donnerstag im Finanzausschuss.
Insgesamt hatte die Kreisverwaltung ursprünglöich in diesem Jahr mit knapp 1,8 Millionen Euro Einnahmen durch die Blitzgeräte gerechnet. Dieses Zeil sei bereits zum Halbjahr zu 62 Prozent erreicht, heißt es im zweiten Budgetbericht 2022. Man rechne daher mit Mehreinnahmen von rund 420.000 Euro in diesem Jahr.
Kreispolitiker Weiß sieht keine gute Nachricht
Edgar Weiß (Freie Wählergemeinschaft, Wiesmoor) hielt das für keine wirklich gute Nachricht – trotz der positiven Auswirkung auf den Kreishaushalt. „Wir sollten uns bemühen, dass Übertretungen weniger werden. Wir sollten uns nicht dem Vorwurf der Wegelagerei aussetzen“, so Weiß.
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr fanden die Tempokontrollen kaum oder nur noch stark eingeschränkt statt. Seit Mitte März 2021 durften fünf der sechs Messgeräte des Landkreises nicht mehr eingesetzt werden. Grund: Die Geräte des Typs „Leivtec XV3“ maßen ungenau. Zu Unrecht waren Bußgelder gegen Autofahrer verhängt worden. Das Eichamt Niedersachsen schritt ein und untersagte die Verwendung des „XV3“. Die Folge waren Einnahmeeinbußen in der Kreiskasse. Rund eine Million Euro weniger als in den Vorjahren kassierte der Landkreis.
2021 fast dreimal weniger Einnahmen als 2019
2019 wurde 47.775 Mal geblitzt, der Landkreis nahm 1,7 Millionen Euro ein. Im ersten Coronajahr 2020 lösten die Kameras 34.932 Mal aus, was Einnahmen von 1,4 Millionen Euro entsprach. 2021 wurde 9.365 Mal geblitzt, der Kreis nahm 620.000 Euro ein.
Sechs mobile Blitzer hatte die Auricher Behörde zu Normalzeiten im Einsatz. Hinzu kamen mehrere stationäre Anlagen am Pferdemarkt sowie an der Esenser und Leerer Landstraße in Aurich, in Ihlow-Westerende und in Wirdum..
Im November bekam der Landkreis dann neue Blitzgeräte der Firma Jenoptik geliefert, die seit Dezember im Einsatz sind.
Im März dieses Jahres wurden außerdem die stationären Blitzer an der Esenser und der Leerer Landstraße „verschärft“. Sie können dank neuer Technik in beide Richtungen blitzen.
Kämmerin Irene Saathoff konnte aus eigener leidvoller Erfahrung bestätigen, dass die Blitzer an der Leerer Landstraße ihren Dienst tun. Sie musste selber ein (relativ geringes) Bußgeld an ihren Arbeitgeber zahlen.