Fußball-Bezirksliga Aurich verliert Derby gegen Großefehn deutlich
Weshalb die Sportvereinigung im zweiten Durchgang gegen den SV Großefehn zuerst den Ausgleich ausließ und dann einbrach. Bei den Gästen traf Torjäger Hauke Specht doppelt.
Aurich - Für die Bezirksligafußballer der SpVg Aurich kam es im Derby gegen den SV Großefehn knüppeldick. Die Mannschaft von Trainer Uwe Groothuis verlor am Sonntagnachmittag im Ellernfeldstadion mit 1:5 Toren. Zur Pause lagen die Gastgeber 0:2 hinten. Ein Spiel, das mit den Emotionen der Auricher Achterbahn fuhr. Auch deshalb, weil die Partie enger verlief, als es das Ergebnis zum Schluss aussagte. Zwei Tore kassierten die Auricher kurz vor dem Abpfiff.
Rund 200 Zuschauer sahen in der Anfangsphase zwei gute Möglichkeiten für die SpVg. Julian Estrada, der Spieler für die ruhenden Bälle, zimmerte einen Freistoß (17.) direkt in Richtung SVG-Gehäuse. Torwart Hendrik Weßling war auf der Hut und wehrte den Schuss zur Ecke ab. Estrada brachte den Ball an den Strafraum und Simon Smit versuchte sein Glück mit einer Direktabnahme. Erneut verhinderte der SVG-Torwart einen Rückstrand.
Torjäger mit der Gästeführung
Die Verantwortlichen und Spieler der SpVg rauften sich die Haare wegen der verpassten Führung. Besser machten es die Fehntjer. Als Mitte der ersten Hälfte eine Flanke von der rechten Seite in den Auricher Strafraum segelte, eilte der Auricher Torwart aus dem Fünfmeterraum hinaus, um den Ball zu fangen. Er kam zu spät, weil SVG-Angreifer Hauke Specht per Kopf schneller am Ball war und die Gäste in Führung brachte. Für SpVg-Trainer Groothuis ein klarer Torwartfehler. „Er hätte einfach nur auf der Linie bleiben sollen, dann wäre nichts passiert“, wird Groothuis nach Spielschluss diese Szene bewerten. Die Fehntjer Fans jubelten und es hallten die bekannten „SVGeee“-Rufe durch das Stadion. Sie durften kurze Zeit später erneut ihren Fan-Gesang anstimmen, als sich über die linke Seite der SVG schnell und ballsicher durch die Auricher Abwehrreihen kombinierte. Janek Freudenberg schloss den sehenswerten Angriff über drei Stationen erfolgreich zum 2:0 für die Gäste ab. Ein Schlag in die Magengrube der Platzherren, die zwar bis zum Halbzeitpfiff nicht aufsteckten, aber keine nennenswerte Chance mehr kreierte. Es blieb bei der 2:0-Führung für den SVG bis zum Halbzeitpfiff. Gästetrainer Bi Le Tran ging zufrieden in die Kabine. Er befand: „Wir haben unsere Möglichkeiten genutzt, aber Aurich hat Qualitäten.“
Spieldaten
Aurich - Großefehn 1:5 (0:2)
SpVg Aurich: Kennedy, L. Smit, Estrada, Camara, Geis (46. Dagnogo), S. Smit, Schuil, Berete (60. Schmidt), Delphonse, Mouzong, Thiele.
SV Großefehn: Weßling, Sievers, Freundenberg (81. Dirks), King (76. Müller), Flessner (87. Gerdes), Aden, Weiß (42. Meyerhoff), Specht, Martens, Hillers (80. Janssen), Adam.
Tore: 0:1 Specht (23.), 0:2 Freudenberg (25.), 1:2 Estrada (65.), 1:3 Adam (78./FE), 1:4 Specht (90.), 1:5 Müller (90.+2).
Zuschauer: 207
Schiedsrichter: Bender
Und die bekamen die Gäste zu Beginn der zweiten Hälfte deutlich zu spüren. Die SpVg übernahm das Kommando. Ziel war der schnelle Anschluss. Der lag gleich mehrfach in der Luft. Delphonse (52.) und Estrada hatten ihre Möglichkeiten. Entweder verfehlten sie das Ziel oder Torwart Weßling war zur Stelle. Nach einer Stunde Spielzeit lag der Ball dann endlich im Netz des Gegners. Die Auricher jubelten. Vergeblich, weil der Schiedsrichter den Treffer von Delphonse wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannte.
Elfmeter bringt Entscheidung
Das überfällige Anschluss fiel dann in der 65. Minute. Estrada hatte mit einem feinen Freistoß den Ball ins SVG-Tor platziert. 1:2 – Aurich lebte und Großefehn kam in dieser Druckphase der Gastgeber fahrig daher. Die SpVg witterte Morgenluft, drückte und drängte auf den Ausgleich. Der blieb aber aus. Mit einem der wenigen Entlastungsangriffe kamen die Gäste in den Auricher Strafraum. Der eingewechselte Helge Janssen wurde gefoult. Pfiff und Elfmeter für den SVG. Sven Adam behielt die Nerven und traf zum 3:1 für Großefehn. Damit war der Deckel drauf. Groothuis bekannte: „Nach dem 1:3 war das Spiel gegessen.“ Mehr als das. Großefehn schraubte das Ergebnis in den Schlussphase mit zwei weiteren Treffern in die Höhe.
Großefehns Trainer Bi Le Tran freute sich: „Wir haben aus fünf Spielen zehn Punkte geholt. Das ist eine gute Bilanz.“ Trainer Groothuis nannte zwei Gründe für die fünfte Niederlage im fünften Spiel: „Wir haben die Qualität im Abschluss nicht und spielen immer wieder zu kompliziert.“