Neue Schüler aus der Ukraine  Fokus liegt auf dem Deutsch-Lernen

| | 24.08.2022 22:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Für die ukrainischen Schüler wird das Deutsch-Lernen weiterhin einen großen Raum im Lehrplan einnehmen. Foto: DPA
Für die ukrainischen Schüler wird das Deutsch-Lernen weiterhin einen großen Raum im Lehrplan einnehmen. Foto: DPA
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In der IGS Marienhafe kommen einige Schüler aus der Ukraine neu in die Klassen. Sie werden mehrere Stunden pro Woche die Sprache lernen. Denn es gibt ein Ziel.

Marienhafe/Moorhusen - Schon vor den Sommerferien hat die IGS Marienhafe-Moorhusen mit dem Sprachunterricht für die neuen Schüler aus der Ukraine begonnen. Wie Schulleiter Kai-Dieter Hoop auf ON-Nachfrage sagte, war das möglich, weil Lehrkräfte des 10. Jahrgangs nach dessen Abschluss im Juni ihre Unterrichtsstunden bis zu den Ferien noch dafür aufwenden konnten.

Anfangs seien nur zwei Schüler aus dem Kriegsgebiet an der IGS gewesen. Die Zahl habe sich dann aber rasch erhöht. Laut Hoop waren es in den letzten Wochen des Schuljahres rund zwei Dutzend ukrainischem Schüler. Sie wurden nicht auf Klassen verteilt, sondern konzentrierten sich in der Zeit ganz auf das Erlernen der deutschen Sprache. Die Lehrkräfte hätten sie differenziert nach dem altersstufenspezifischen Lernniveau in der Gruppe unterrichtet.

Einige hatten Deutsch in der Ukraine schon als Fremdsprache

Dieses System endet mit dem neuen Schuljahr. Bislang sind 26 Schüler aus Südbrookmerland und Brookmerland an der IGS angemeldet. Sie werden in die Klassen integriert und nehmen dort am Regelunterricht teil. Im fünften Jahrgang gibt es bislang nur einen Schüler aus der Ukraine, im sechsten Jahrgang zwei, im siebten und achten Jahrgang jeweils sechs, im neunten Jahrgang neun und im zehnten zwei.

Ein starker Fokus wird weiterhin auf dem Erlernen der Sprache liegen. Einige der neuen Schüler hätten in ihrer Heimat schon Kontakt mit der Fremdsprache Deutsch gehabt. Um aber dem Fachunterricht gut folgen zu können, sei weiterer Unterricht nötig, so Hoop.

Behörde geht von einem Jahr intensivem Lernen aus

Die Schüler bekommen für einige Stunden pro Woche zusätzlichen Deutschunterricht. In der Zeit versäumen sie den Regelunterricht. Doch ohne Deutschkenntnisse sei es ohnehin schwierig, diesem zu folgen. „Sprache lernen geht da vor“, so der Schulleiter.

Die neuen Schüler werden nun in die Klassen integriert, wo sie neue Freunde finden können. Foto: DPA
Die neuen Schüler werden nun in die Klassen integriert, wo sie neue Freunde finden können. Foto: DPA

Die Landesschulbehörde gehe davon aus, dass die Schüler nach etwa einem Jahr die Sprache so beherrschen, dass ihnen der Fachunterricht nicht mehr schwerfällt.

Mehrere Pädagogen mit Russisch-Kenntnissen

Hoop ist da eingeschränkt optimistisch. Die Schüler lernten nicht alle gleich und seien unterschiedlich stark motiviert. Eine Rolle spiele dabei auch, welche Perspektive sie in Deutschland hätten und was hinter ihnen liege. Wenn Kinder von Kriegserlebnissen traumatisiert seien oder davon ausgingen, bald in die Heimat zurückzukehren, könne man davon ausgehen, dass die Motivation eine andere sei.

Die Verständigung klappt „notfalls mit Hand und Fuß“, so Hoop. Zwei Lehrkräfte hätten aber auch Russisch studiert. Auch eine pädagogische Mitarbeiterin habe Russischkenntnisse. Das erleichtere die Verständigung anfangs schon sehr. Außerdem hätten einige Lehrkräfte eine Zusatzqualifikation „Deutsch für Nicht-Muttersprachler“.

Mehr freiwillige Wiederholungen als sonst

Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne kündigte am Mittwoch ein weiteres Personalverstärkungspaket für die niedersächsischen Schulen an, denn die Schülerzahlen stiegen nicht nur durch die geflüchteten Ukrainer, sondern auch durch freiwillige Zurückstufungen infolge der Corona-Pandemie.

Das bestätigte Hoop auch für die IGS Marienhafe-Moorhusen. In diesem Jahr habe es mehr Schüler gegeben, die freiwillig eine Klassenstufe wiederholen, als in den Vorjahren. Allein im zehnten Jahrgang seien es 16 Schüler, in den unteren Jahrgängen weniger.

Die Rückstufung habe mit der Corona-Pandemie zu tun. Einige Absolventen hätten nicht die gewünschten Ergebnisse erreicht und wollten einen zweiten Anlauf für einen Realschulabschluss nehmen. Andere wollten ihre Noten verbessern, um die Oberstufe anschließen zu können.

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