Neue Geschäfte in Marienhafe  Im Kern lebendig

| | 23.08.2022 21:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In das frühere Spielwarengeschäft Peters zieht nun ein Laden für Garten- und Sicherheitstechnik ein. Foto: Karin Böhmer
In das frühere Spielwarengeschäft Peters zieht nun ein Laden für Garten- und Sicherheitstechnik ein. Foto: Karin Böhmer
Artikel teilen:

In den früheren Spielwarenladen Peters gibt es ab September etwas Neues. Und auch andere Leerstände scheinen bald zu verschwinden.

Marienhafe - Mähroboter statt historischer Schriften: Wo ein Geschäftsführer eines Unternehmens für Computersysteme seit 2016 eigentlich ein Bibelmuseum einrichten wollte, eröffnet am ersten Septemberwochenende nun ein Geschäft für Garten- und Sicherheitstechnik.

Marco Sandomir will dort den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, wie er auf ON-Nachfrage sagte. Er bietet Mähroboter an, aber auch Schließanlagen, Profilzylinder und Tresore. Der Westermoordorfer berichtete, dass er lange in einem Eisenwaren-Fachgeschäft in Norden gearbeitet habe. Nun wolle er gerne mit gegen das Sterben des Fachhandels kämpfen und ein eigenes Geschäft aufmachen. Am 3. September soll die Eröffnung sein.

Im Auto auf leeren Laden aufmerksam geworden

Auf den leerstehenden Laden sei er bei einer Fahrt durch Marienhafe aufmerksam geworden. Nach einigen Gesprächen mit dem Vermieter sei das Geschäft in trockenen Tüchern gewesen, so der 36-Jährige.

Nun will er die 260 Quadratmeter im Erdgeschoss des ehemaligen Spiel- und Schreibwarengeschäftes Peters wieder mit Leben füllen. Rund 180 Quadratmeter seien Verkaufsfläche. Dass es mit seinem Angebot an Rasenmäherrobotern ein ähnliches Sortiment abdeckt wie „Handicap“ in der Rosenstraße, hält der Westermoordorfer für unproblematisch. Er führe andere Marken, das Angebot werde also ergänzt. Außerdem biete er mit der Sicherheitstechnik und dem Schlüsseldienst etwas Weiteres an.

Ankündigungen und Bauschilder

„Ich muss sicher noch einiges lernen und fange gerade erst an“, sagte Sandomir. Zu einigen benachbarten Kaufleuten habe er schon Kontakt aufgenommen.

Der Laden für Gartengeräte und Sicherheitstechnik ist nicht die einzige Neuerung. In einem leeren Ladenlokal neben Optik Moltz an der Rosenstraße hängt ein Schild, das den baldigen Einzug eines Sanitätshauses aus dem Oldenburger Raum ankündigt.

Im Fenster des leeren Ladens an der Rosenstraße ist ein Sanitätshaus angekündigt. Foto: Karin Böhmer
Im Fenster des leeren Ladens an der Rosenstraße ist ein Sanitätshaus angekündigt. Foto: Karin Böhmer

Andere Läden, die länger leer standen, sind ebenfalls neu belegt. So hat in den vergangenen Jahren ein Friseur in der Rosenstraße aufgemacht. Es ist ein Fußpflegestudio eröffnet worden. Und rund um die Kultkneipe Happy Place stehen Bauzäune für einen Umbau.

IG Marienhafe: Noch viele kleine Läden und Büros im Ortskern

Michael Dirksen-Müller von der Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden (IG) in Marienhafe sieht die Entwicklung mit Freude. Mit einigen der neuen Gewerbetreibenden habe die IG bisher keinen Kontakt. Aber beispielsweise Marco Sandomir habe gleich Kontakt zur Kaufmannschaft aufgenommen. „Dass sich wieder ein Unternehmer im alten Spielwarengeschäft ansiedelt, begrüßen wir ausdrücklich“, so Dirksen-Müller.

Marienhafe stehe vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Orte, was den Einzelhandel angeht, so Dirksen-Müller – durch Corona sei dies noch verstärkt worden. Er habe aber den Eindruck, dass Marienhafe was seine Angebote angehe, noch sehr gut dastehe – besser als manch anderer Ort in der Umgebung. Es gebe noch viele kleine Läden und Büros, die das Zentrum lebendig hielten, so der Apotheker.

Dienstleister, die auch Laufkundschaft locken

Sicherlich hätten sich auch einige Dienstleister angesiedelt, die keine so starke Sogwirkung auf die Laufkundschaft hätten. Aber es gebe immer noch viele Geschäfte mit Dingen für den Alltagsbedarf. Sogar noch zwei Bäckereifilialen und einen Metzger. Und dazwischen auch viel Dienstleistung wie Friseure oder ähnliche Anbieter, die Kunden in den Ortskern locken, so der IG-Sprecher.

Und in der Tat: Rund um die Kirche und in der Rosenstraße gibt es einen Fahrradladen, zwei Banken, Apotheken und Arztpraxen, Friseure, Restaurants und Imbisse, ein Hotel, ein Blumengeschäft, mehrere Pflegedienste, Optiker, Hörakustiker, Versicherungen, ein Eiscafé, einen Heimtiershop, ein Schreibwarengeschäft, ein Modehaus, ein Kosmetik-Studio, Fußpflege, ein Sanitätshaus, Bestatter, die Teestube, ein Sportwarengeschäft, Gartentechnik-Geschäfte und einen IT-Fachhandel, Physiotherapie, Zaunsysteme, Versicherungen, Rechtsanwälte, ein Planungsbüro, die Brandkasse, Bäckerei-Filialen, einen Metzger und einen Supermarkt.

Ähnliche Artikel