Urlaubszeit am Großen Meer Durchwachsene Saison machte Tourismus-Chef nervös
Für die Touristiker am Großen Meer geht eine eher durchwachsene Sommersaison zu Ende. Das lag vor allem an einer Gästegruppe, die sonst als Frequenzbringer gilt.
Begeisterung sieht anders aus: Die Gästezahlen am Großen Meer haben Simon Willms, Geschäftsführer der Südbrookmerland Touristik GmbH zeitweise etwas nervös werden lassen. Mittlerweile ist man dort etwas zufriedener mit der zu Ende gehenden Ferienzeit. Eine Gästegruppe hat laut Willms zwischenzeitlich aber „gar nicht funktioniert.“
Mit genauen Zahlen rechnen die Touristiker erst im Herbst. Was die Buchungen auf dem eigenen Camping- und Wohnmobilplatz betrifft, haben sie aber bereits einen recht guten Überblick über die zu Ende gehende Sommersaison. Und die hatte laut Willms zwei Seiten.
Verunsicherung bei potenziellen Gästen
In den ersten Wochen hat sich der Geschäftsführer nach eigenen Angaben mehrfach Gedanken darüber gemacht, ob die Bemühungen in der Saisonvorbereitung die richtigen waren. Vor allem die Gäste aus Nordrhein-Westfalen, eigentlich die Frequenzbringer in der Region, seien zu großen Teilen ausgeblieben. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Viele hätten vermutlich den weitgehenden Wegfall von Coronabeschränkungen genutzt, und seien ins Ausland geflogen. Andere seien durch Corona, Inflation und die drohende Energiekrise verunsichert gewesen und hätten gleich ganz auf Urlaubsreisen verzichtet.
Ab dem Zeitpunkt, als auch in Niedersachsen die Schulferien begannen, hat sich die Situation am Großen Meer aber verbessert, so Willms. Das habe sich auch bei den Buchungszahlen für den Campingplatz und den sogenannten Wohnmobilhafen gezeigt. Mittlerweile, so Willms, sei er mit der Saison recht zufrieden. „Wir sind jetzt gut im Rennen. Die Niedersachsen hätten die Gäste aus Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr als stärkste Touristengruppe abgelöst.
Die positive Stimmung betrifft laut Willms vor allem den Campingplatz. Das Geschäft im Wohnmobilhafen laufe hingegen noch immer nicht so, wie es die Touristiker aus den vergangenen Jahren kennen. Vor allem fehle es an den Gästen, die länger bleiben. Meist kämen die Besucher nur für eine oder zwei Nächte und reisten dann weiter.
Weniger Gäste bedeuten am Großen Meer aber nicht gleichzeitig weniger Arbeit. So müssten die Grünflächen genauso gepflegt werden, wie bei einer Vollauslastung. Auch im Reinigungsbereich und an der Paddel- und Pedalstation sei das Arbeitsaufkommen ähnlich hoch, wie in den vergangenen Jahren.
Mehr Angebote für Kinder und Jugendliche
Nach anfänglichem Zweifeln geht Willms mittlerweile nicht mehr davon aus, dass er und sein Team bei der Vermarktung im Vorfeld „auf das falsche Pferd gesetzt haben“. Das zeigen ihm beispielsweise die Rückmeldungen aus Gästefragebögen, deren Ergebnisse er wöchentlich vorgelegt bekommt. Die seien durchweg positiv. Deshalb werde man für das nächste Jahr auch nicht allzu viel verändern.
Eine Stellschraube, an der aber ohnehin gedreht worden wäre, betrifft dabei die Veranstaltungen. So soll es im kommenden Jahr möglichst wieder ein Sommerfest geben. Auch die Angebote für Kinder und Jugendliche sollen ausgeweitet werden. Eine Verbesserung in diesem Jahr kam bereits gut an: So war das Bistro verlässlich geöffnet und auch andere Verpflegungsangebote waren vorhanden. Ein Kritikpunkt vergangener Jahre, in denen das zeitweise anders war, wurde dadurch ausgeräumt.