Ehemalige Kaserne in Aurich  Investor grundsätzlich gesprächsbereit

| | 09.08.2022 12:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Gebäude der ehemaligen Blücherkaserne in Aurich. Die Nachnutzung ist noch nicht endgültig geregelt. Foto: Romuald Banik
Ein Gebäude der ehemaligen Blücherkaserne in Aurich. Die Nachnutzung ist noch nicht endgültig geregelt. Foto: Romuald Banik
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Bremer Investor freut sich über die Entscheidung der Bima zum Verkauf der Auricher Kaserne. Aber er will dem Landkreis nicht kategorisch die Tür vor der Nase zuschlagen.

Aurich - Während der Landkreis Aurich in Krisensitzungen nach einer Alternative für die Auricher Kaserne sucht, hat der Stab noch keinen Kontakt zum Bremer Investor Norbert Dittel aufgenommen. Der bisher letzte Kontakt sei im Mai gewesen, so Dittel auf Nachfrage.

Dittel zeigte sich über die Entscheidung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erleichtert. Die Bundesbehörden, von der der Bremer mit seinem Unternehmen Terra Nova einen Großteil der früheren Blücherkaserne zur Konversion erwerben will, hatte am Freitag zu seinen Gunsten entschieden. Dem Landkreis mit seinen Antrag auf Nutzung von neun Gebäuden zur Flüchtlingsunterbringung erteilte die Bima eine Absage, betonte aber das Interesse an einem Konsens.

Ausschlaggebend sind geplante Sozialwohnungen

Dittel sagte, dass es sehr angenehm sei, dass die Bima so entschieden habe. Ausschlaggebend war laut Bima dabei auch, dass Dittel dort Sozialwohnungen plant.

Die Lösung, die der Landkreis im Sinn gehabt habe, sei aus seiner Sicht „etwas unausgegoren“, so Dittel. Zumal alle Berechnungen hinsichtlich der Zahl der kurzfristig aufzunehmenden Geflüchteten auf Prognosen beruhe und stets mitgedacht werden müsse, dass viele Gebäude nicht so schnell zu Wohnungen umgebaut werden könnten.

Es hängt von der Dauer ab

Trotz der gegensätzlichen Interessen zeigte sich Dittel jedoch kompromissbereit. Das Augenmerk liege derzeit natürlich auch auf der Flüchtlingsfrage. „Wenn der Landkreis auf uns zukommt, schlagen wir ihm selbstverständlich nicht die Tür vor der Nase zu“, sagte der Investor.

Bei den Gesprächen im Mai hätten sich beide Seiten ja auch auf das H-Gebäude 12 geeinigt. Es sei eine Selbstverständlichkeit, dem Landkreis zur Seite zu stehen, „wenn es geht“, so Dittel. Das stehe aber in Abhängigkeit davon, was und wie lange der Landkreis beanspruchen wolle. Sogar beim Divisionsgebäude, das Dittel nach eigener Aussage relativ bald für einen Anbieter von Seniorenpflege und -betreuung entwickeln wollte, winkt er nicht spontan ab. Auch das hänge von der Dauer ab, für die das Gebäude gebraucht werde. In der Regel wollten die Geflüchteten ja selbst gar nicht so lange in Flüchtlingsunterkünften bleiben.

„Selbstverständlich sind wir gesprächsbereit“, so Dittel. Allerdings müsse das Gespräch dann aufgenommen werden. Vielleicht wende der Landkreis sich an die Stadt Aurich, mit der Dittel seit drei Jahren über einen städtebaulichen Vertrag verhandelt. „In der kommenden Woche kommen wir wieder zu unserer Gesprächsrunde zusammen“, so der Bremer.

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