Blücherkaserne in Aurich Auf der Suche nach einer Kompromisslösung
Nach der Absage für die Nutzung der Blücherkaserne als Flüchtlingsunterkunft, wollen der Auricher Bürgermeister und die Bima den Landkreis nicht im Regen stehen lassen. Der Krisenstab tagte.
Aurich - Im Auricher Kreishaus tagte am Montag der Krisenstab. Nachdem die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) dem Landkreis am Freitag eine Absage für die Nutzung der Blücherkaserne als Flüchtlingsunterkunft erteilt hatte, rauchten die Köpfe, um Lösungen für die Unterbringung der Kriegsvertriebenen zu finden.
Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann zeigte sich erleichtert, dass die Stadt und Investor Norbert Dittel aus Bremen ihre Planungen fortsetzen können. Er zeigte sich aber auch kompromissbereit und offen für Gespräche. Dass der Landkreis vor großen Aufgaben stehe, um die Geflüchteten menschenwürdig unterzubringen, sei klar. „Da sind wir auch als Stadt gefragt“, so Feddermann.
Bima: Besondere Situation in Aurich
Am Ende hänge aber alles von Norbert Dittel ab. Er habe eine große Aufgabe in zehn Jahren zu erledigen. Es sei an ihm, gegebenenfalls Gebäude zu benennen, die am Anfang der Konversion vielleicht doch noch zeitweise dem Landkreis überlassen werden können, so Feddermann.
Die Bima meldete sich auf die ON-Nachfrage von Freitag am Montag mit einer Erläuterung zu Wort. Die Bima leiste Kommunen Hilfe bei der Unterbringung von Flüchtlingen, indem sie vorhandene Liegenschaften unentgeltlich zur Verfügung stelle. Das ist auch in Aurich bereits der Fall. Hier bestehe aber die besondere Situation, dass die infrage kommende Blücher-Kaserne Gegenstand weit fortgeschrittener städtebaulicher Planungen der Stadt Aurich sei, „die unter anderem den Bau dringend benötigten sozialen Wohnraums zum Gegenstand haben“, so die Bima.
Vorschlag: Nur Teile der Kaserne zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzen
Im Dialog mit Landkreis und Stadt sei die Bundesanstalt darum bemüht, den Interessen aller Beteiligten gleichermaßen gerecht zu werden. Die Bima habe „dem Landkreis Aurich am vergangenen Freitag einen Vorschlag unterbreitet, der die Nutzung von Teilen der Blücherkaserne zur Unterbringung von Flüchtlingen vorsieht, ohne dass hierdurch die auch mit Landesmitteln geförderte perspektivische Entwicklung des Areals gefährdet wird“. Die Bonner Behörde hält daran fest, dass möglichst eine konsensuale Lösung gefunden werden soll und sie den Dialog mit allen Beteiligten fortsetze.
Landrat Olaf Meinen berichtete am Freitag davon, dass die Bima Flächen der Kaserne für die Aufstellung von Containern zur Verfügung stellen wolle. Das Problem sei allerdings, in der gegenwärtigen Lage überhaupt an die provisorischen Wohnanlagen heranzukommen. Laut Meinen hatte der Landkreis bei seinem Antrag als erste Immobilie das frühere Divisionsgebäude im Blick.
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