Saisonstart in der Bezirksliga  Nach Total-Umbruch sucht die SpVg Aurich nach der Einheit

| | 04.08.2022 16:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die SpVg Aurich präsentierte den neuen Kader für die Bezirksliga. 27 Spieler ließen sich ablichten. Die Verantwortlichen erwarten noch den einen oder anderen internationalen Wechsel. Vier Spieler stehen in der Warteschleife. Zum Funktionsteam gehöre Trainer Uwe Groothuis (stehend links), daneben Teammanager Joachim Grunke, sowie Cotrainer Steven Liesegang (stehend rechts), daneben Betreuer Erwin Kuhlmann. Fotos: Wilfried Gronwold
Die SpVg Aurich präsentierte den neuen Kader für die Bezirksliga. 27 Spieler ließen sich ablichten. Die Verantwortlichen erwarten noch den einen oder anderen internationalen Wechsel. Vier Spieler stehen in der Warteschleife. Zum Funktionsteam gehöre Trainer Uwe Groothuis (stehend links), daneben Teammanager Joachim Grunke, sowie Cotrainer Steven Liesegang (stehend rechts), daneben Betreuer Erwin Kuhlmann. Fotos: Wilfried Gronwold
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Wie das neue Auricher Trainergespann die stark veränderte Mannschaft in der Bezirksliga auf Kurs bringen und den Abstieg verhindern will. Die SpVg steht vor einer harten Saison.

Aurich – Rund eine halbe Stunde benötigen die Verantwortlichen der SpVg Aurich, bis sie das Wirrwarr von Spielern mit roten, weißen und grünen Trikots für den Pressetermin auf dem Ellernfeld geordnet und in Form gebracht haben. Mittendrin in der Menschentraube steht der neue Trainer der Rot-Weißen, Uwe Groothuis.

Der neue Auricher Co-Trainer Steven Liesegang (33 Jahre) hat zuvor die SpVg Aurich II in der 2. Kreisklasse trainiert.
Der neue Auricher Co-Trainer Steven Liesegang (33 Jahre) hat zuvor die SpVg Aurich II in der 2. Kreisklasse trainiert.

Der 68-Jährige lässt sich vom Durcheinander auf dem Grün nicht aus der Ruhe bringen. Er flachst mit den Spielern, chippt hier und da einen Ball in die Luft und freut sich auf das anstehende Training. Es ist sonnig, die Stimmung bei den Aurichern gelöst.

Zwischen Abenteuer und Himmelfahrtskommando

Seit rund einem Monat bereitet er die Fußballer auf die neue Saison in der Bezirksliga vor. Ihm zur Seite steht Co-Trainer Steven Liesegang, der zuvor die 2. Mannschaft der SpVg trainiert hat. Eine reizvolle Aufgabe, mehr Abenteuer als Himmelsfahrtkommando, ordnen beide ihre Arbeit ein.

Keine Frage, die SpVg Aurich steht vor einer „schwierigen Saison“, erklärt der Vereinsvorsitzende Werner Hoffmann bei der Kadervorstellung. Sein Blick geht zurück: „Wir haben am 4. Juni in Borssum die Klasse gehalten. Zwei Tage später sind wir auf Trainersuche gegangen.“

Großer Aderlass

Ein enges Zeitfenster für die Macher der SpVg. Nicht nur für die Suche nach einem Trainer, sondern auch nach neuen Spielern. Die mussten her, weil die Auricher großen Aderlass hatten. Damit hatte Hoffmann nicht gerechnet. Er glaubte, mit dem Klassenerhalt in letzter Sekunde wäre der Zusammenhalt im Team gewachsen und die Crew beieinandergeblieben. Die Fakten sehen anders aus. Mehr als ein Dutzend Spieler kehren dem Ellernfeld den Rücken. Darunter Auricher Dauerbrenner wie Jan-Hendrik Bontjer oder Christian Willms.

Für Uwe Groothuis, Jahrgang 1954, ehemaliger Zweitligaspieler, der bei Kickers Emden groß wurde, ist Aurich die vierte Trainerstation.
Für Uwe Groothuis, Jahrgang 1954, ehemaliger Zweitligaspieler, der bei Kickers Emden groß wurde, ist Aurich die vierte Trainerstation.

Und so wurden Kräfte aus den eigenen Reihen berufen: Junge Spieler aus der eigenen A-Jugend sowie aus der 2. Herren aus 2. Kreisklasse. Dazu gesellen sich noch einige Spieler, die von unterklassigen Vereinen zur SpVg kommen. Darüber hinaus stehen noch weitere Zugänge an. Hoffmann spricht von vier „internationalen Wechseln“. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, aber noch seien einige Formalitäten zu klären.

Großes Gefälle im Team

Unterm Strich schickt die SpVg Aurich eine uneinheitliche Gruppe mit mehr als zwei Dutzend Spielern ins Rennen. Eine Herausforderung für das Trainergespann. Dazu sagt Groothuis: „Wir müssen schnell eine Einheit werden und die Unterschiede beseitigen. Die Qualität ist da, aber wir müssen noch viel trainieren. Besonders im Taktischen.“

Eine Einheit werden, das heißt für Vereinschef Hoffmann, „ein Puzzle zusammenzusetzen“, damit ein stimmiges Bild entsteht. Er glaubt: „Wir sind nicht schlechter als in der Vorsaison.“ Ein Satz, der auch einschließt, dass die SpVg wieder eine Saison nahe am Abgrund erlebt.

Kaum Zeit für Experimente

Viel Zeit für Experimente bleibt nicht mehr. Der Saisonauftakt steht bevor. Die SpVg Aurich gastiert beim TuS Middels. Anpfiff ist am Freitagabend um 20 Uhr. Die Middelser werden nach der 0:5-Pleite im Pokal beim SV Wallinghausen auf Wiedergutmachung aus sein. Da dürfte ihnen die neuformierte Elf aus Aurich gerade gelegen kommen. Hinter vorgehaltener Hand hält die Konkurrenz die Auricher für einen heißen Abstiegskandidaten, der nur begrenzt ligatauglich daherkommt.

Eine Ansicht, die bei den Aurichern Motivationsschübe auslösen. Während Trainer Groothuis meint: „Wenn wir vier Mannschaften hinter uns lassen, dann ist es gut“, weil dann der Klassenerhalt gesichert wäre, blickt der neue Teammanager Joachim Grunke zuversichtlich nach vorne. Er meint: „Mit uns rechnet zwar keiner, aber die Leute werden sich noch wundern.“

Schweres Startprogramm

Mittelfeldspieler Stanislav Geis, der seit 2016 für den Traditionsverein spielt und damit der dienstälteste Akteur bei der SpVg ist, bekennt: „Ich bin geblieben, weil mir der Verein am Herzen liegt. Es wird eine schwere Saison für uns, aber wir sollten erst einmal sehen, was geht.“

Das ist der Grundton, der auf dem Ellernfeld zu hören ist. Wer aber auf das Auricher Startprogramm im August blickt, der dürfte sich berechtigte Sorgen um die SpVg machen. Nach Middels trifft Aurich im Pokal zu Hause auf Hage. Danach folgen die Punktespiele gegen Westrhauderfehn, in Bunde sowie gegen Esens und in Großefehn.

Namhafte Gegner, die zeigen werden, ob die SpVg als Leichtgewicht der Liga abgeräumt oder als ernsthafter Gegner auftreten wird. Der neue Cotrainer Steven Liesegang gibt sich kämpferisch: „Angst haben wir nicht. Die Spieler sind heiß.“

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