Besonderes Fußballspiel  Torreicher Kick zwischen SG Egels-Popens und Traditionsmannschaft

| | 25.07.2022 16:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die SG Egels-Popens aus der Ostfrieslandklasse A (Blaue Trikots) und die Traditionsmannschaft der SG trugen am vergangenen Sonnabend ein Freundschaftsspiel auf dem Fußballplatz am Egelser Wald aus. Die Partie endete mit einem 5:4-Erfolg für die Platzherren. Fotos: Wilfried Gronewold
Die SG Egels-Popens aus der Ostfrieslandklasse A (Blaue Trikots) und die Traditionsmannschaft der SG trugen am vergangenen Sonnabend ein Freundschaftsspiel auf dem Fußballplatz am Egelser Wald aus. Die Partie endete mit einem 5:4-Erfolg für die Platzherren. Fotos: Wilfried Gronewold
Artikel teilen:

Viele Tore gab es am Sonnabend beim Kick zwischen der SG Egels-Popens und der Traditionself. Den Zuschauern wurde ein spannendes Spiel geboten.

Egels - Die Idee entsteht vor einigen Wochen beim Bier zwischen Stefan Oltmanns und Gerrit Wilken. Oltmanns führte die SG Egels-Popens vor elf Jahren als Trainer in die Bezirksliga. Wilken war damals einer seiner Führungsspieler.

Beide sprechen über sportliche Erfolge und kuriose Spiele. Namen der Ehemaligen machen die Runde. Mit Folgen. Kurzfristig wird ein Freundschaftsspiel zwischen der aktuellen ersten SG-Mannschaft und Spieler einer Traditionself vereinbart.

Großes Wiedersehen

Am vergangenen Sonnabend ist es so weit. Die SG aus der Ostfrieslandklasse A und eine wild zusammengewürfelte Allstars-Mannschaft sorgen für eine torreiche Begegnung auf dem Sportplatz am Egelser Wald und kurzweilige Gespräche am Rande des Spiels. Dort haben sich rund 120 Besucher eingefunden. Ein Mix aus jungen Familien mit kleinen Kindern einerseits und ehemalige Vereinsverantwortliche. Vom Platzwart bis zum Ex-Trainer, vom Kartenverkäufer bis zum Verstandsmitglied.

Manfred „Manni“ Polesch (links), Torwart der Traditionself, war mit fast 80 der älteste Spieler auf dem Sportplatz in Egels.
Manfred „Manni“ Polesch (links), Torwart der Traditionself, war mit fast 80 der älteste Spieler auf dem Sportplatz in Egels.

Dazu zählt auch der ehemalige zweite Vorsitzende Holger Buss, der seinen Blick über die Anlage schweifen lässt. Er war schon einige Jahre nicht mehr vor Ort, aber es erfülle ihn mit Stolz, was er und seine Mitstreiter damals erreicht hätten. Dazu zählt Buss den Bau des Vereinsheims oder die Flutlichtanlage.

Von Überraschungen und Maulwürfen

Zu seiner Rechten steht mit Jerzey Klukowski der Trainer, der die SG drei Jahre in der Bezirksliga (7. Platz/12./13.) betreut hat. Klukowski hatte das Erbe von seinem Vorgänger Stefan Oltmanns übernommen, der den Aufstieg perfekt gemacht hatte, aber sein Amt aus familiären und beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt hat. Klukowski landete einen Einstand nach Maß. Er gewann mit seiner Elf im ersten Punktspiel bei Germania Leer und schloss die Saison mit Platz sieben ab. Das sei damals eine dicke Überraschung gewesen, so der Ex-Trainer, eine die er nicht so leicht vergisst.

Zu ihm stellt sich der ehemalige Platzwart Dieter Thies. Beide flachsen miteinander, tauschen die eine oder andere Anekdote aus. Thies, der Herr des Rasens, hatte mit Maulwürfen zu kämpfen. Sie machten ihm das Leben schwer. Ein Problem, das er in seiner Amtszeit nicht löste. Mittlerweile haben sich die Maulwürfe aus dem Staub gemacht, flachst Thies. Woran das liegt, weiß er auch nicht. Er müsste wohl mal seinen Nachfolger fragen, der nebenan in einem Gespräch vertieft ist. Die Antwort bleibt aber aus, weil die Spieler beider Mannschaften auf den Rasen einlaufen. Eskortiert von kleinen Kindern. SG-Vereinschef Martin Monnerjahn stellt die Spieler vor, die einzeln vom Publikum mit Applaus bedacht werden.

Unterbrechung schon nach fünf Minuten

Dreimal wird es noch lautstarken Applaus während der Partie geben. Bereits nach fünf Minuten unterbricht der Schiedsrichter das Spiel. Die Spieler bilden ein Spalier und Allstar-Torwart Manfred „Manni“ Polesch läuft hindurch. Der Ballfänger freut sich über den Beifall. Zu Recht, denn er ist mit fast 80 Jahren der älteste Spieler auf dem Platz. Er verlässt den Platz ohne Gegentor. Das soll für seine Nachfolger aber nicht gelten. Sie müssen bei der 4:5-Niederlage der Allstars mehrfach den Ball aus dem Netz fischen.

Reichlich Gesprächsbedarf gab es unter den Zuschauern. Viele hatten sich seit Jahren nicht mehr gesehen.
Reichlich Gesprächsbedarf gab es unter den Zuschauern. Viele hatten sich seit Jahren nicht mehr gesehen.

Nicht nur das. Torwart Jan Wilken verletzt sich bei einer Rettungsaktion im Strafraum am Knöchel so sehr, dass der Rettungswagen gerufen wird. Die Sanitäter nehmen ihn mit ins Krankenhaus. Beim Abtransport spendet das Publikum wohlwollenden Applaus. Zugleich der Weckruf für die Traditionsmannschaft.

Vereinshelden starten Aufholjagd

Die liegt nach rund einer Stunde Spielzeit mit 1:5 hinten. Es droht eine Klatsche für die Ehemaligen. Aber dann besinnen sich die Spieler von einst und diktieren plötzlich das Geschehen. Das wird von vielen Zuschauern nur noch am Rande wahrgenommen. Sie sind in Gespräche vertieft, während die Allstars zur Aufholjagd blasen und treffen. Sie verkürzen auf 4:5. Der Ausgleich liegt in der Luft, aber er fällt nicht, weil die SG vom Quäntchen Glück beseelt die Schlussphase ohne ein weiteres Gegentor übersteht. Abpfiff, Applaus. Die Spieler umarmen sich und freuen sich auf das eine oder andere kühle Bier danach. Die dritte Halbzeit läuft. Ende ungewiss.

Darauf freut sich auch Oltmanns. Er bekennt: „Das Spiel hat echt Spaß gemacht. Das Ergebnis ist nebensächlich. Ich freue mich auf die Gespräche. Einige sind von weit her gekommen. Aus Berlin oder Mannheim. Da gibt es einiges aufzuarbeiten.“

Einer ist unzufrieden

Auch Mitinitiator Gerrit Wilken ist angetan. Er meint: „Wir haben viel Spaß gehabt. Eine Wiederholung kann ich mir gut vorstellen, aber es muss ja nicht unbedingt nächste Woche sein.“

Mit strenger Miene geht SG-Trainer Mario Flier vom Platz. Er sagt: „Der 5:4-Sieg ist zu wenig. Da hatte ich mehr von meiner Mannschaft erwartet. Spaß haben ist das eine, aber während des Spiels sollte es schon ernsthafter zugehen.“

Während er diese kritischen Worte spricht, stehen schon viele seiner Spieler mit einem Bier in der Hand bei ihren ehemaligen Kollegen und lassen den sonnigen Sonnabendabend gelassen ausklingen. Der Abend wird lang und feuchtfröhlich enden.

Ähnliche Artikel