Thema Wohnungsbau Kreis-Grüne begrüßen geplantes Treffen mit Auricher Landrat
Angesichts des immer schwierigen Wohnungsmarktes fordert die Fraktion immer wieder eine Initiative des Landkreises. In der letzten Kreistagssitzung kamen sie der Sache näher.
Aurich - Die Grünen im Auricher Kreistag begrüßen das Angebot von Landrat Olaf Meinen zu einem Treffen mit den Fraktionsspitzen zum Thema Wohnungsbau. „Zehn Jahre nach unserem ersten Antrag ist es nun höchste Eisenbahn“, schreibt Fraktionsvorsitzende Angelika Albers (Rechtsupweg) in einer Pressemitteilung. Die Grünen begrüßen in einem offenen Brief an Landrat Meinen dessen Vorschlag, sich nach der Sommerpause in einer Arbeitsgruppe zu treffen. Das zeige, dass die Problematik nun endlich ernst genommen werde, so die Grünen.
Aus Sicht der Kreistagsfraktion dürften diese Treffen aber nicht nur ein symbolischer Schritt sein. „Für Symbolpolitik, Lippenbekenntnisse oder Plauderstunden haben wir schlicht keine Zeit mehr. Dafür ist die Situatio zu ernst,“ meint Co-Fraktionsvorsitzender Gunnar Ott (Aurich). Die Privatwirtschaft sei an Rendite interessiert, nicht am Gemeinwohl, und habe in den vergangenen Jahren nicht zur Verbesserung der Wohnungssituation beigetragen.
Grüne: Kommunen allein überfordert
Die Kommunen alleine seien mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum überfordert. Daher müsse der Landkreis das Thema mit den Kommunen gemeinsam anpacken. „Ziel der Arbeitsgruppe sollte die Gründung einer Wohnungsgesellschaft von Kreis und Kommunen sein“, meinen Albers und Ott.
Der Landkreis brauche das Rad nicht neu zu erfinden, sondern könne von den Erfahrungen anderer Landkreise profitieren, die derartige Gesellschaften bereits seit langem hätten. Beispiele seien etwa Cloppenburg, Friesland, Helmstedt oder Harburg. Die Kreistagsfraktion der Grünen schlägt in einem ersten Schritt vor, Vertreter erfolgreicher kreiseigener Gesellschaften einzuladen, damit diese ihre Erfahrungen darlegen können.
Idee entstand in turbulenter Sitzung
Die Idee zu einem Treffen der Fraktionschefs mit der Kreisspitze zu dem Thema war nach einer turbulenten Debatte im vergangenen Woche im Auricher Kreistag entstanden - inklusive Sitzungsunterbrechung (die ON berichteten).
Landrat Meinen hatte erneut bekräftigt, er sehe keine Notwendigkeit „neue Strukturen“ zu schaffen. So gebe es Wohnungsbaugenossenschaften in Norden, Emden oder Leer. „Wir haben schon genügend Aufgaben“, so Meinen. Doch Vertreter der SPD fordern ebenfalls eine Initiative der Kreisspitze. Sogar die bislang immer skeptische CDU/FDP-Gruppe kann sich Gespräche zumindest vorstellen.