Gestiegene Kosten  Mensa-Bau in der Warteschleife

| | 13.07.2022 21:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die geplante Erweiterung der Kita Victorbur entwickelt sich mehr und mehr zu einer Hängepartie. Foto: Romuald Banik
Die geplante Erweiterung der Kita Victorbur entwickelt sich mehr und mehr zu einer Hängepartie. Foto: Romuald Banik
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Der Preisanstieg bei Kitaerweiterungen in Südbrookmerland hat erste Folgen. Und diese könnten sich aber negativ auf die Zahl der freien Plätze auswirken.

Für die Verantwortlichen der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte in Victorbur heißt es weiterhin warten. Nachdem die zu erwartenden Baukosten für eine Mensaerweiterung massiv gestiegen sind, konnte sich die Politik auch in der Sitzung des nicht öffentlichen Verwaltungsausschusses am Dienstag nicht zu einer abschließenden Entscheidung durchringen.

Nun soll in der Sitzung des Bauausschusses am 14. Juli weiter beraten werden. Gibt der grünes Licht, könnte ein besonderes Verfahren folgen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

Zwei Bauten beschlossen, einer vertagt

Von ursprünglich etwa 420.000 Euro auf dann rund 700.000 Euro werden die Baukosten in Victorbur steigen. Das ist das Ergebnis der mittlerweile abgeschlossenen Ausschreibung. Ähnlich sieht es bei der Erweiterung der Kita „Moordörper Nüst“ und beim Umbau der Haupt- und Realschule Moordorf zur neuen DRK-Kita aus. Letzterer könnte mit bis zu fünf Millionen Euro fast doppelt so teuer werden, wie zunächst angenommen. Anders als in Victorbur wurden für diese beiden Maßnahmen aber die Aufträge vergeben.

Laut Bürgermeister Thomas Erdwiens wird dies aus Reihen der Politik unter anderem damit begründet, dass bei den Maßnahmen in Moordorf dringend benötigte zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden. In Victorbur gehe es dagegen darum, die Essenssituation zu verbessern. Dafür soll ein Innenhof überdacht und als Mensa hergerichtet werden. Doch auch in Victorbur könnte es um Kitaplätze gehen, wie Erdwiens sagt. Derzeit werde in den Gruppenräumen gegessen. Deshalb drohe der Verlust von Betreuungsplätzen. Zur Erinnerung: Dafür hatte das Land vor Jahren eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Voraussetzung war laut Insidern, dass die Probleme behoben würden. Wie das Landesjugendamt reagiert, sollte aus der Erweiterung tatsächlich nichts werden. Neben dem Verlust von Betreuungsplätzen droht der Gemeinde in Victorbur aber auch der Wegfall von Fördermitteln. Diese waren bewilligt worden, nachdem es im Jahr 2019 aus der Politik grünes Licht für das Projekt gegeben hatte.

Besonderes Verfahren für Entscheidung geplant

Mit dem Victorburer Mensabau beschäftigt sich die Politik aber schon viel länger. 2018 waren ihr die Pläne völlig überraschend in einer Ausschusssitzung vorgestellt worden. Schon damals lagen den Politikern die Kosten von seinerzeit noch etwa 250.000 Euro schwer im Magen. Dass Baukosten sukzessive steigen könnten, war ihnen da auch schon bewusst. Mit einer derartigen Kostenexplosion hat aber wohl niemand gerechnet.

Wie aber geht es nun weiter? In der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag soll der aktuelle Stand der Planungen noch einmal öffentlich vorgestellt werden. Die Sitzung findet um 19 Uhr im Rathaus in Victorbur statt – mit einer eigens geänderten Tagesordnung.

Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung soll dann nochmal über die Auftragsvergaben beraten werden. Stimmt der Ausschuss zu, hat der Verwaltungsausschuss das letzte Wort. Der tagt vor der Sommerpause jedoch nicht mehr. Aus diesem Grund werde über eine Entscheidung in einem sogenannten Umlaufverfahren nachgedacht, so Erdwiens. Dabei würden die VA-Mitglieder die Frage zur Abstimmung zugeschickt bekommen und könnten online abstimmen. In der Einrichtung dürfte nun, pünktlich zu den Ferien, alles auf eine zügige Entscheidung pro Mensabau hoffen. So wie sie es dort bereits seit einigen Jahren tun.

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