Debatte über Geburtshaus in Aurich Klinik-Aufsichtsrat Gerdes nennt Infoabend „Farce“
Vertreter von Hebammen und Frauen hatten Klinikvertreter zur Diskussion über ein Geburtshaus geladen. Eigentlich gab es eine Annäherung. Doch ein CDU-Kreispolitiker spricht von „unproduktivem Gerede“.
Aurich/Südbrookmerland Als „Farce“ bezeichnet der CDU-Kreistagsabgeordnete und Südbrookmerlander CDU/FDP-Ratsgruppenvorsitzende Hilko Gerdes (Münkeboe) den Infoabend zur Einrichtung eines Geburtshauses in Aurich. In einer Mitteilung zieht Gerdes, der auch Mitglied im Aufsichtsrat der Klinik-Trägergesellschaft ist, sein Fazit des Abends: „Hört auf mit dem unproduktiven Gerede über die Einrichtung eines Geburtshauses in Aurich.
Verunsichert nicht weiter die Eltern und akzeptiert endlich, dass unsere Mütter und Kinder mit Abstand am besten in der Zentralklinik mit allen Möglichkeiten der sektorenübergreifenden und interprofessionellen Versorgung aufgehoben sein werden.“
Gerdes: Geburtshaus unrealistisch
Ein Geburtshaus am Standort Aurich könne es „realistischerweise wohl kaum geben“, weil man dort nur mit zwei bis drei Geburten im Monat rechnen könne, wovon auch noch etwa 30 Prozent schwierige Fälle aus medizinischen Gründung doch noch in die Zentralklinik gefahren werden müssten, so Gerdes, der sich als „völlig neutraler und unbefangener Zuhörer“ bezeichnet.
In der Vergangenheit hatte Hilko Gerdes sich immer wieder für den Bau der Zentralklinik in Georgsheil/Uthwerdum eingesetzt. Der erfahrene Südbrookmerlander Lokalpolitiker gilt als einer der größten Befürworter des Baus in Reihen der Kreispolitik.
Annäherung bei Infoabend
Wie berichtet hatten sich Vertreter der Klinik und von Hebammen, Frauen und Eltern bei dem Infoabend in der Auricher Stadthalle durchaus angenähert. Der Chefarzt der UEK-Frauenklinik, Dr. Helmut Reinhold, hatte gesagt, man könne sich eine Zusammenarbeit mit einem Geburtshaus durchaus vorstellen.
Frauenklinik-Chefarzt hält Kooperation mit Geburtshaus für denkbar
Geburtshaus in UEK gefordert
Kreißsaal ohne Alternative
Allerdings müsse so ein Haus eigenständig in Trägerschaft von Hebammen und auf eigenes Risiko geführt werden, auf keinen Fall durch die Klinik. Am besten wäre aus Sicht von Reinhold zudem ein Standort direkt an der Zentralklinik.