Regionalmanagement in Aurich Neues Gremium für ganz Ostfriesland geplant
Es gab viele Versuche, die ostfriesischen Landkreise und die Stadt Emden zu vereinen. Die meisten blieben ohne Erfolg. Nun gibt es ein neues Projekt, das in kleinerer Form in diese Richtung geht.
Aurich/Ostfriesland Sieben Jahre nach Scheitern des erfolglosen Regionalrates Ostfriesland, der von 2010 bis 2015 bestand, soll nun erneut ein gemeinsames politisch-wirtschaftliches Gremium für ganz Ostfriesland entstehen – wenn auch in kleinerer Form. Im Rahmen des Projekts „Zukunftsregion Ostfriesland“ soll voraussichtlich ab 1. Januar 2023 ein „Regionalmanagement“ installiert werden, erklärte Marco Stüber von der Beratungsfirma Mcon (Oldenburg) am Dienstag im Kreis-Wirtschaftsausschuss.
Kern-Gremium soll eine „Steuerungsgruppe“ mit 15 Personen aus den vier ostfriesischen Gebietskörperschaften Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie der Stadt Emden sein. Dazu soll, angesiedelt beim federführenden Landkreis Aurich, ein Regionalmanager eingestellt werden – plus eine halbe Assistenzstelle.
Ostfriesland will vor allem Förder-Millionen
Berater Stüber hatte dem Ausschuss bereits Ende Januar über das Konzept berichtet. Sinn und Zweck des Ganzen: Der Landkreis Aurich möchte etwas von den millionenschweren Fördergeldern aus dem Programm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ abbekommen. Dafür tut man sich mit den ostfriesischen Landkreisen Leer, Wittmund und der Stadt Emden zusammen. Sollte Ostfriesland als „Zukunftsregion“ vom Land anerkannt werden, könnten für Projekte in den Jahren 2023 bis 2029 insgesamt 12,5 Millionen Euro reserviert werden.
Rund 40 Prozent kämen als Fördergelder, 60 Prozent (also 7,5 Millionen Euro) müssten die Landkreise und die Stadt Emden selbst beisteuern. Die „Zukunftsregion Ostfriesland“ soll dann eigenständig darüber beraten und entscheiden, für welche Projekte sie Förderungen haben möchte.
Themen von Digitalisierung bis Tourismus
Mögliche Themengebiete laut Berater Stüber: Digitalisierung (etwa ein virtueller Marktplatz für Unternehmen), Gründer-Förderung, innovative Arbeitsorte (etwa Co-Working-Spaces), Technologietransfer, kulturelle Identität sowie Tourismusentwicklung.
Angesichts dieses bunten, aber weitgehend noch unbestimmten Straußes an Möglichkeiten stimmten die Kreistagsabgeordneten am Dienstag erneut nicht direkt den großen Jubel an. „Viel Konkretes habe ich jetzt nicht gehört“, sagte Sarah Buss (FDP, Aurich). „Ich hoffe, dass wir nicht ein neues Gremium schaffen, wo vieles versickert. Die Gefahr sehe ich. Wir müssen die PS auch auf die Straße bringen und bei den Fördergeldern gucken, ob sie sinnvoll angelegt werden.“