Sport in Südbrookmerland Vereine haben lange Wunschliste
Eine lange Wunschliste haben die fußballspielenden Vereine der Gemeinde Südbrookmerland beim Bürgermeister eingereicht. Vor allem ein Projekt würde hohe Kosten bedeuten.
Südbrookmerland- Rund zwei Jahre war die Arbeit vieler Südbrookmerlander Sportvereine coronabedingt eingeschränkt, nun scheint sich so etwas wie Aufbruchstimmung breitzumachen.
Diesen Eindruck kann man zumindest gewinnen, wenn man sich den Katalog von Anträgen anschaut, den die fußballspielenden Vereine der Gemeinde nun bei Bürgermeister Thomas Erdwiens eingereicht haben. Das Kostenvolumen liegt insgesamt im hohen sechsstelligen Bereich.
Klubs monieren Wettbewerbsnachteil
So fordern die Sportvereine einen Kunstrasenplatz, den sie gemeinsam nutzen können. Neu ist die Idee nicht. Schon vor einigen Jahren hatte sich die Gemeinde mit dem Thema befasst. Seinerzeit fiel die Wahl auf den Sportplatz an der Grundschule in Victorbur. Dieser sollte zu einem Kunstrasen umgebaut, eingezäunt und mit einer Flutlichtanlage ausgestattet werden. Einzige Voraussetzung: Fördergelder mussten fließen. Daraus wurde trotz mehrerer Anträge jedoch nichts und das Projekt wurde vorerst wieder zu den Akten gelegt. Damit wollen sich die Verantwortlichen vom BSV Wiegboldsbur, Ostfrisia Moordorf, SV Engerhafe, SV Georgsheil, FFC Palme und VfB Münkeboe aber offenbar nicht abfinden. Sie rufen das Projekt in einem gemeinsamen Antrag wieder in Erinnerung. Unter anderem weisen sie darauf hin, dass viele Rasenplätze in den Herbst- und Wintermonaten nicht genutzt werden könnten. Pflichtspiele fielen aus, Training könne nicht stattfinden. Die Sportler sprechen von einem Aktivitätsstau sowie von einem Wettbewerbsnachteil für Südbrookmerlander Sportler.
Ihrem Antrag haben die Vereine mehrere Angebote eines Sportanlagenbauers für verschiedene Plätze beigefügt. Günstigste Variante wäre demnach ein Umbau des Schulsportplatzes in Wiegboldsbur. Rund 50.000 Euro teurer wäre eine Anlage in Victorbur. Nochmal rund 10.000 Euro mehr kosten würde der Umbau des Schulsportplatzes in Moorhusen.
Weitere Vereine wollen Mähroboter
Das Problem bislang am Schulsportplatz in Wiegboldsbur: Dieser wurde vor einigen Jahren mithilfe von Fördermitteln saniert. Für diese Mittel galt eine Bindungsfrist, wie die Gemeindeverwaltung vor einiger Zeit mitteilte. Auch deshalb war damals die Wahl auf Victorbur gefallen. Laut dem Wiegboldsburer Vereinschef Hange Ukena, der die Vereine in der Sport-Arbeitsgemeinschaft vertritt, ist die Bindungsfrist aber mittlerweile abgelaufen. Die fußballspielenden Vereine lassen die Standortfrage in ihrem Antrag bewusst offen. Sie hoffen nun auf eine zügige politische Diskussion und darauf, dass der Gemeinderat Geld für einen Kunstrasenplatz bereitstellt.
Ein weiterer Antrag der Vereine beschäftigt sich mit den vorhandenen Rasenplätzen und ihrer Pflege. Sie wünschen sich die Anschaffung und Installation weiterer Mähroboter. In den vergangenen Jahren waren solche Geräte bereits in Moordorf, Münkeboe und Wiegboldsbur installiert worden. Die Erfahrungen sind durchweg positiv. Die Qualität des Rasens werde erhöht. Davon sollen nun auch weitere Vereine profitieren. Den Sportlern ist dabei bewusst, dass die Beschaffung der Geräte mit hohen Kosten verbunden ist. Deshalb schlagen sie eine Aufteilung auf mehrere Jahre vor. 2023 wären demnach Engerhafe und Georgsheil dran, 2024 der FC Palme und erneut der BSV Wiegboldsbur. Der soll 2025 dann noch ein Gerät für den dortigen Schulsportplatz erhalten, sollte dieser nicht zum Kunstrasenplatz umgebaut werden. Dann soll auch auf dem Schulsportplatz Moorhusen mit Robotertechnik gemäht werden. Die Gemeinde, so die Argumentation der Antragsteller, spare durch die Beschaffung Personal- und Maschinenkosten.
Hohe Kosten für Düngung
Neben dem Kunstrasen und den Mährobotern wünschen sich die Vereine, dass die Gemeinde künftig wieder die Düngung der Sportplätze übernimmt. Aktuell würden die Kosten von den Vereinen selbst getragen. Rund 1500 Euro pro Platz und Jahr fallen dafür an.
Über die Anträge wird aller Voraussicht nach demnächst in einer Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport und Kultur beraten. Bei den Mährobotern gilt die Zustimmung nach entsprechenden politischen Aussagen vergangener Debatten als weitgehend sicher. Auch die Düngung dürfte kein großes Streitthema werden. Wie sich der Rat zum Kunstrasen positioniert, ist hingegen offen. Denkbar wäre ein erneuter Förderantrag. Wird bei einer Absage aber erneut auf den Bau verzichtet, würde dies das Thema lediglich auf die nächsten Jahre vertagen. Baukosten und der Frust bei den Sportlern würden weiter steigen.