Stadt Aurich sammelt Ideen Politik soll Vorschläge zum Gas-Sparen machen
Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß will sich frühzeitig auf mögliche Zwänge im Herbst einstellen. Die Fraktionen sollen vorschlagen, wo in städtischen Gebäuden Energie gespart werden kann.
Aurich - Lieber frühzeitig gestalten als nur unter Zeitdruck reagieren: Unter dieses Motto hat die Auricher Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß die Bemühungen der Stadt gestellt, sich auf die erwarteten Zwänge zum Gassparen im Winter einzustellen.
Im Umweltausschuss bat sie am Montag die Fraktionen um aktive Mithilfe. Die Verwaltung sei manchmal betriebsblind und oft so eingebunden, dass solche grundsätzlichen Überlegungen auf der Strecke blieben, so Busch-Maaß. Deshalb sei es gut, wenn mehr Köpfe sich überlegten, wo Einsparpotenzial besteht.
Stadtbaurätin: Manche Abschaltungen sind nicht möglich
Anlass für die Bitte um konkrete Vorschläge waren nicht nur die derzeitigen Nachrichten über die deutliche Drosselung der Gaszufuhr aus Russland über die Pipeline Nordstream 1 und der Appell von Wirtschaftsminister Robert Habeck, alle möglichen Anstrengungen zum Gassparen zu unternehmen. Sondern auch ein Schreiben des Niedersächischen Städtetages an seine Mitglieder, dass die Versorgung in Deutschland gefährdet sei und die Kommunen aufgefordert werden, ihren Beitrag zu leisten.
Die Stadtbaurätin erläuterte, dass manche Einsparungen, wie sie beispielsweise Ratsfrau Heidrun Weber (GfA) bereits vorgeschlagen hat, nicht möglich seien. So könne man im Whirlpool des Schwimmbades De Baalje nicht einfach alles abschalten, weil dann die Technik Schaden nehmen könne. Das gelte auch für ein plötzliches Herunterfahren der Temperatur in den anderen Becken. „Ein bis zwei Grad pro Monat müssten machbar sein, zehn Grad auf einen Schlag gehen nicht“, so Busch-Maaß. Es sei also wichtig, rechtzeitig mit den Maßnahmen anzufangen und im Vorfeld zu wissen, welche Prioritäten Aurich setzen will.
Politik drängt auf schnelles Vorgehen
Ihre Bitte um Ideen stieß auf eine konstruktive Stimmung im Ausschuss. Die Politik will die Sache sogar schneller angehen als Busch-Maaß. Sie hatte vorgeschlagen, bis zur nächsten Umweltausschusssitzung Mitte September Vorschläge zu sammeln. Doch sowohl Erika Biermann (SPD) als auch Monika Gronewold (CDU) und Reinhold Mohr (Grüne) drängten auf schnelleres Handeln.
Arno Fecht (FDP) erinnerte daran, dass bisher aus Kostengründen oft mit Gas geheizt werde. Es sei aber angesichts der drohenden Engpässe auch möglich, auf Strom umzustellen. Gerda Küsel (SPD) wies auf die Expertise der Ortsräte hin, was beispielsweise städtische Vereinshäuser angeht. Neben dem Schwimmbad hat die Stadt unter anderem Verwaltungsgebäude, Schulen, Kitas, Sporthallen, Vereinsheime in ihrem Zugriffsbereich.
Auch Bürger können sich beteiligen, aber zielgerichtet
Die Verwaltung soll nun rasch eine Liste der städtischen Gebäude machen, möglichst mit den aktuellen Verbräuchen. Dann soll in den Fraktionen und Ortsräten nach Einsparpotenzial gesucht werden. Die Vorschläge sollen zügig an die Verwaltung zurückgesandt und bereits am 18. Juli erstmals im Verwaltungsausschuss diskutiert werden.
Reinhard Warmulla (Linke) sagte, dass auch die Bevölkerung bei der Ideenfindung mitgenommen werden müsse. Laut Busch-Maaß seien Vorschläge von Bürgern sehr willkommen, solange sie sich auf städtische Gebäude bezögen. „Jeder, der anders denkt und positive Energie hat, soll gerne konstruktive Vorschläge machen“, so die Stadtbaurätin. Es müsse aber vermieden werden, dass die Verwaltung von unumsetzbaren Ideen überspült werde. Dafür dränge die Zeit zu sehr.