Prozess in Aurich Drogen, Waffen und zwei Geständnisse
Ein Paar aus Südbrookmerland hat eingeräumt, bewaffnet mit Drogen gehandelt zu haben. Beschuldigt wird vor allem der Mann, der sich auch zu den Gründen äußerte.
Aurich - Mit zwei umfassenden Geständnissen wurde am Montag der Prozess gegen einen Mann und eine Frau aus Südbrookmerland wegen bewaffneten Handels mit Drogen fortgesetzt. Beide Angeklagten räumten die Tat ein, den Mann erwartet nun eine lange Haftstrafe. Vor Gericht sagte er auch etwas zu den Gründen für seine Taten.
Wie berichtet, hatten Ermittler im vergangenen Jahr auf dem Grundstück der Frau in Uthwerdum Drogen und Waffen gefunden. Marihuana und Kokain lagerten in unmittelbarer Nähe zu Säbeln, Messern und einer Schusswaffe. Im Auto des Mannes war zudem eine Machete so angebracht, dass sie vom Fahrersitz aus problemlos hätte gegriffen und eingesetzt werden können.
Ermittler hörten Telefone ab.
Unter anderem durch mitgehörte Telefonate waren die Ermittler dem Mann auf die Schliche gekommen. Nach Auswertung der Mitschnitte wurden ihm zahlreiche einzelne Drogenverkäufe vorgeworfen. Die verschriftlichten Gespräche müssen nun von den Verfahrensbeteiligten gelesen werden. 14 der 15 Anklagepunkte wurden in der Verhandlung am Montag eingestellt. Dabei handelte es sich in der Regel um Verkäufe von je einigen wenigen Gramm der verbotenen Substanzen. Der schwerste Anklagepunkt, nämlich der des bewaffneten Handeltreibens, bleibt aber aufrechterhalten. Dass der Mann am Montag ein Geständnis ablegte, war Teil einer Absprache mit dem Gericht. Das hatte ihm, wie berichtet, in Aussicht gestellt, gegen ein umfassendes Geständnis eine etwas mildere Strafe zu verhängen. Zwischen sechs und sieben Jahren Gefängnis werde diese liegen, wenn der Beschuldigte seinen Teil der Abmachung erfüllt.
Das tat er am Montag. Über seinen Verteidiger ließ er sein Geständnis verlesen und antwortete daraufhin auch auf Nachfragen des Gerichts. Als Grund für den Drogenhandel gab er seine eigene Drogensucht an, die er damit finanzieren wollte. Er nutzte sein Geständnis, um sich vor allem bei seiner Familie zu entschuldigen. Seine Tochter, die im November vergangenen Jahres zur Welt kam, hat er wegen der angeordneten Untersuchungshaft kaum gesehen.
Urteil soll am Donnerstag fallen
Während die Drogen vor allem im Haus seiner Lebensgefährtin in Uthwerdum gelagert wurden, fanden die Verkäufe häufig in einer vom Angeklagten betriebenen Pizzeria in Südbrookmerland statt. Portioniert und verpackt wurden sie in einer Blockhütte auf dem Grundstück, in dem auch ein Teil der Waffen gelagert wurde. Ein Säbel und ein Messer zeigte das Gericht im Zuge der Verhandlung.
Während das Messer weder geschliffen noch gespitzt war, hatte der Säbel eine beidseitig geschärfte, etwa 75 Zentimeter lange Klinge. Darüber hinaus waren weitere Waffen gefunden worden. Als Sachverständiger war am Montag Dr. Egbert Held von der Psychiatrie der Norder Ubbo-Emmius-Klinik geladen. Er bescheinigte dem Angeklagten eine Drogenabhängigkeit und empfahl, diesem während seiner Haftzeit eine Therapie zu ermöglichen. Diese sollte nach Meinung des Experten erst in die zweite Hälfte seiner Haftzeit gelegt werden.
Lebensgefährtin wusste von den Taten
Ein Geständnis legte am Montag auch die Lebensgefährtin des Beschuldigten ab. Sie räumte ein, von den Drogen und den Waffen gewusst zu haben. Aktiv am Handel beteiligt sei sie aber nicht gewesen. Nur in wenigen Fällen und auf Anweisung ihres Mannes habe sie vorbereitete Drogenpäckchen an Kunden übergeben, ohne das dafür nötige Geld zu kassieren. Sie könnte mit einer Bewährungsstrafe davonkommen, wie das Gericht ihr in Aussicht stellte. Ganz in trockenen Tüchern ist das aber noch nicht. Die Rede ist von einem Strafmaß zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren. Überschreitet die ausgeurteilte Strafe jedoch zwei Jahre, ist eine Bewährung ausgeschlossen.
Aktuell ist davon auszugehen, dass der Prozess am kommenden Donnerstag abgeschlossen wird. Nach Aussagen von zwei Polizisten über die Hausdurchsuchung werden die Schlussplädoyers und später das Urteil erwartet. Die öffentliche Verhandlung wird am Donnerstag um 11 Uhr am Auricher Landgericht fortgesetzt.