L1 zwischen Riepe und Oldersum Fahrrad-Demo soll Druck erhöhen
Tausende Fahrzeuge nutzen die L1 zwischen Riepe und Oldersum vor allem als Zubringer zur A 31. Radfahrer bezeichnen die Straße als für sie „lebensgefährlich“ - und verleihen einer Forderung Nachdruck.
Riepe/Oldersum - Sie ist mit rund 5000 Fahrzeugen täglich vor allem ein vielbefahrener Zubringer zur Autobahn. Doch für Radfahrer ist die Landesstraße 1 zwischen Riepe und Oldersum mangels Radweg ziemlich gefährlich. Am kommenden Sonntag, 12. Juni, organisieren Bürger erneut eine Fahrraddemo, um den Handlungsdruck auf Behörden und Politik zu erhöhen.
„Wir wollen die Leute wieder wachrütteln. Es ist dort lebensgefährlich“, sagte Mitorganisator Volker Degner auf ON-Anfrage. In diesem Jahr soll die Fahrrad-Demo um 11 Uhr am Biker-Treff in Oldersum starten (Treffen ab 10.30 Uhr). Unterwegs wird ein Abstecher nach Simonswolde gemacht, wo man etwa gegen 11.45 Uhr ankommen will. Von dort geht es weiter nach Riepe, wo die Ankunft am Sportplatz gegen 12.45 Uhr erwartet wird. Die Teilnehmer aus Riepe treffen sich am Sonntag bereits um 10 Uhr beim Netto-Markt.
Ortsbürgermeister betonen Bedeutung für Tourismus und Pendler
Für die Sicherheit auf der knapp acht Kilometer langen Strecke sorgt laut Degner die Freiwillige Feuerwehr Riepe, die den Fahrrad-Korso begleitet und absichert. Im vergangenen Jahr hatten bereits etwa 40 Teilnehmer an der Fahrrad-Demo für Aufsehen gesorgt und den Autoverkehr ausgebremst. Auch der damalige Ortsbürgermeister von Simonswolde und heutige Ihlower Gemeindebürgermeister Arno Ulrichs sowie der Oldersumer Ortsbürgermeister Jens de Vries nahmen seinerzeit an der Demo teil.
Die Orte würden von dem Bau eines Radwegs enorm profitieren, hieß es. Der Tourismus werde angekurbelt und Pendler könnten statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Die 6,8 Kilometer lange Strecke zwischen Riepe und Simonswolde ist im „vordringlichen Bedarf“ des „Radwegekonzepts 2016“ der niedersächsischen Landesregierung gelistet.
Planung wird noch Jahre dauern
Es gebe bereits eine Vorplanung für den Radweg entlang der L 1, sagte der stellvertretende Leiter der Auricher Landesstraßenbehörde, Yasin Kilic, auf ON-Anfrage. Vermessungsarbeiten seien erfolgt, nun werde ein Ingenieurbüro für weitere Planungen beauftragt. Allerdings werde dann auch noch ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Insgesamt sei daher voraussichtlich nicht mit einem Baubeginn vor 2026 zu rechnen, so Kilic.
Auf eine Anfrage der Grünen im Landtag aus dem Oktober 2020 teilte das Landesverkehrsministerium mit, dass landesweit seinerzeit noch Radweg-Projekte an Landesstraßen mit einer Länge von 350 Kilometern umzusetzen seien. Pro Jahr könnten ungefähr 30 Kilometer realisiert werden. Daraus ergebe sich ein Realisierungszeitraum für die Radwege im „vordringlichen Bedarf“ bis 2032.
Ebenfalls auf der Liste des Landes stehen weiterhin die Radwege von Aurich-Wiesens nach Brockzetel (L 34, 7,9 Kilometer) und von Schoonorth nach Süderneuland (L 4, 8,9 Kilometer). Auch dort hatte eine Bürgerinitiative mit Aktionen auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht.