Folgen der Durchsuchung in Wiesmoor  Ermittler finden Cannabis-Plantage

| | 01.06.2022 16:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Wiesmoor hat die Polizei am Dienstag im Zuge einer groß angelegten Durchsuchung wegen Coronahilfen-Betruges auch eine illegale Cannabisplantage hochgenommen. Foto: Polizei Aurich
In Wiesmoor hat die Polizei am Dienstag im Zuge einer groß angelegten Durchsuchung wegen Coronahilfen-Betruges auch eine illegale Cannabisplantage hochgenommen. Foto: Polizei Aurich
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Als in Wiesmoor am Dienstag Polizisten aus Osnabrück nach Hinweisen für Corona-Betrug suchten, entdeckten sie dort auch eine Halle mit Drogen. Vier Männer wurden festgenommen.

Wiesmoor - Beifang für die Ermittler aus Osnabrück, die am Dienstag in Wiesmoor, Aurich und Großefehn in mehreren Privathäusern und der Soccerhalle Wiesmoor Beweise für bandenmäßigen Coronahilfen-Betrug suchten: Sie fanden auch noch eine illegale Cannabisplantage in einer Halle an der Hauptstraße.

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Die Ermittlungen in diesem Fall wurden an die Staatsanwaltschaft und Polizei in Aurich übergeben. Beide Behörden teilten am Mittwoch mit, dass erhebliche Mengen Betäubungsmittel sichergestellt und vier Männer vorläufig festgenommen wurden. Inwieweit der Drogenanbau mit den mutmaßlichen kriminellen Machenschaften der von der Ostfriesen-Zeitung als Wiesmoor-Connection benannten Bande zusammenhängen, sagte Polizeisprecherin Wiebke Baden auf Nachfrage am Mittwoch nicht.

400 nahezu erntereife Cannabispflanzen und eine Unterkunft

Auch Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, wo die Zentrale Kriminalinspektion die Ermittlungen leitet, wollte sich zu Zusammenhängen zwischen dem mutmaßlichen Coronahilfen-Betrug und der Drogenplantage noch nicht äußern. Das müssten die Ermittlungen in den nächsten Tagen zeigen.

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Im Rahmen der großen Durchsuchung haben die Ermittler aus Osnabrück auch ein Gewerbeobjekt an der Hauptstraße überprüft. Dort fanden sie mehr, als sie erwartet hatten. Ellermann spricht von Zufallsfund. In dem Gebäude stießen die Ermittler auf eine professionelle Indoor-Cannabis-Plantage. Die Beamten fanden in dem Objekt 400 nahezu erntereife Cannabispflanzen sowie umfangreiches technisches Equipment. Die Beweisstücke wurden nach Angaben von Baden sichergestellt.

An die Indoorplantage waren laut der Auricher Polizeisprecherin Räume angegliedert, die vermutlich zum ständigen Aufenthalt von Personen gedient haben, „die den Betrieb dieser hochkomplexen Anlage aufrechterhalten haben dürften“.

Rund 100 Kilogramm Marihuana in einem weiteren Gebäude

In einem weiteren Gebäude an der Hauptstraße, das die Ermittler der Polizei Aurich auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aurich am Dienstagabend durchsuchten, wurden zudem mehrere Säcke mit insgesamt rund 40 Kilogramm geerntetem und verpacktem Marihuana aufgefunden und beschlagnahmt. Die Betäubungsmittel haben einen geschätzten Straßenverkaufswert von mehr als 400.000 Euro.

Zwei 31-jährige Männer ohne legalen Aufenthalt in Deutschland sowie ein 32-jähriger Deutscher aus dem Landkreis Aurich wurden laut Baden am Dienstag vorläufig festgenommen. Am Mittwoch nahmen die Beamten in dem Zusammenhang auch einen 56 Jahre alten Mann aus Wiesmoor vorläufig fest.

Die vier Beschuldigten sollen noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Drogenanbau als mögliches weiteres Deliktfeld

Inwieweit es bei den vier Festgenommenen Überschneidungen mit den Beschuldigten im Fall des vielfachen Coronasubventionsbetruges gibt, sagte auch Baden auf Nachfrage nicht.

Laut Ellermann tut sich damit noch ein weiteres Gebiet des Strafrechts auf. Ging es bislang bei den Ermittlungen um Wirtschaftsdelikte, muss nun geprüft werden, ob und inwieweit auch Drogenhandel bei der Wiesmoor-Connection eine Rolle spielt.

In einer früheren Fassung des Artikels hieß es, dass im zweiten Gebäude rund 100 Kilogramm verpacktes Marihuana mit einem rechnerischen Verkaufswert von rund einer Million Euro gefunden wurden. Die Polizei hat diese Angabe später korrigiert.