Kommentar zur Woche  Parkplatz statt Parkdeck – Verzicht sollte nur erster Schritt sein

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Ein Kommentar von Matthias Hippen
| 28.05.2022 11:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Innenhof zwischen Norderstraße und Wallstraße – hier der Blick von der Wallstraße – sollte nach bisheriger Planung ein Parkdeck entstehen. Jetzt gibt es eine neue Idee. Foto: Neelke Harms
Im Innenhof zwischen Norderstraße und Wallstraße – hier der Blick von der Wallstraße – sollte nach bisheriger Planung ein Parkdeck entstehen. Jetzt gibt es eine neue Idee. Foto: Neelke Harms
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Zwischen Norderstraße und Wallstraße sollten in Aurich rund 160 Stellplätze entstehen. Jetzt stellte die Stadtbaurätin eine neue Idee vor – und die ist wesentlich besser.

Ein Parkdeck zwischen der Norderstraße und der Wallstraße in Aurich soll nicht mehr gebaut werden. Rund 160 Stellplätze waren in dem Quartier für Bewohner, Kunden der Geschäfte und die Öffentlichkeit geplant. Jetzt präsentierte Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß im Sanierungsausschuss eine neue Idee: Anstelle des Parkdecks könnten auch 55 auf einer mit Rasengittersteinen gepflasterten Fläche entstehen. Ich meine: Das reicht völlig aus.

Seit 2018 war das Parkdeck im Zuge der Altstadtsanierung geplant. Das Vorhaben wurde in der Öffentlichkeit aber kaum vorangetrieben. Ich muss gestehen: Selbst ich hatte es schon vergessen. Als meine Kollegin von ihrem Besuch im Sanierungsausschuss berichtete, dachte ich zunächst an ein ganz anderes Projekt: das am Georgswall geplante Parkhaus. Als ich dann den fertigen Text las, war ich tatsächlich perplex. Stimmt, da gab es ja noch etwas anderes.

Hochfliegende Pläne können getrost entsorgt werden

Wir alle wissen: Aurich ist derzeit nicht sonderlich gut bei Kasse, hat aber mächtig viel vor. Die Zahl der Vorhaben der Altstadtsanierung ist so groß, dass selbst gut informierte Menschen mitunter den Überblick verlieren. Zum nicht mehr ganz so gut gefüllten Stadtsäckel kommen die Krisen, die die Preise in die Höhe treiben. Erst Corona, jetzt der Ukraine-Krieg – die Preise kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Im Bausektor ist diese Entwicklung extrem. Erst neulich musste die Verwaltung die angesetzten Kosten für die Sanierung der Fußgängerzone deutlich nach oben korrigieren.

Für mich hat die Fußgängerzone Priorität. Sie ist das Aushängeschild der Stadt. Hier muss etwas passieren, damit Kunden in die Innenstadt gelockt werden – und sich auch wieder Unternehmer in den derzeit leerstehenden Geschäften in der Burgstraße ansiedeln. Einen Mangel an Parkplätzen sehe ich dagegen nicht. Das Parkdeck ist überflüssig – genauso, wie das Parkhaus am Georgswall.

Hochfliegende Pläne, den Georgswall zur Flaniermeile umzugestalten, können von mir aus getrost entsorgt werden. Bislang gelang es noch nicht mal, dort dauerhaft eine attraktive Begrünung anzusiedeln. Mit den derzeit dort bestehenden Stellflächen gibt es genügend Parkplätze. Und wer will schon eine Flaniermeile mit Blick auf ein Parkhaus?

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