Spiel mit Vorgeschichte  Zwischen SpVg Aurich und Germania Wiesmoor winkt ein Déjà-vu

| | 27.05.2022 15:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Hinspiel zwischen Wiesmoor und Aurich war eine klare Sache. Die Wiesmoorer setzten sich 4:0 durch. In dieser Szene um kurvt der Auricher Mustapha Camara (links) den Wiesmoorer Bertony Konda. Im Hintergrund verfolgen Christian Willms und Jürgen Zimmermann (rechts) das Geschehen. Foto: Bernd Wolfenberg
Das Hinspiel zwischen Wiesmoor und Aurich war eine klare Sache. Die Wiesmoorer setzten sich 4:0 durch. In dieser Szene um kurvt der Auricher Mustapha Camara (links) den Wiesmoorer Bertony Konda. Im Hintergrund verfolgen Christian Willms und Jürgen Zimmermann (rechts) das Geschehen. Foto: Bernd Wolfenberg
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Im Bezirksliga-Abstiegskampf trifft SpVg Aurich auf Germania Wiesmoor. Vor elf Jahren setzten die Wiesmoorer den Gastgebern schon einmal arg zu.

Aurich - Es gibt Spiele, die haben sich eingebrannt in die Fußballseele. Dazu zählt für den zukünftigen Wiesmoorer Trainer Jürgen Zimmermann ein Duell gegen die SpVg Aurich. Vor elf Jahren fügten die Wiesmoorer Fußballer den Aurichern zum Saisonende eine 1:2-Niederlage zu. Eine bittere Pleite für die SpVg. Sie bedeutete am letzten Spieltag den Abstieg in der Kreisliga. Der sportliche Niedergang geschah ausgerechnet im Jubiläumsjahr. Der Traditionsverein vom Ellernfeld sollte nur einige Wochen später seinen 100. Geburtstag feiern.

Die Wiesmoorer Fans reisten mit dem Ausflugsboot „Moornixe“ über den Ems-Jade-Kanal an, erinnert sich Zimmermann, der als Germanen-Trainer das Spiel sehr ernst nahm. „Sich gut verkaufen und bis an die Grenzen gehen“, lautete damals seine Devise. Seine Elf lieferte. Sie nahm drei Zähler mit auf den Rückweg und belegte einen sicheren Mittelfeldplatz. Für Zimmermann gab es einige nachhaltige Reaktionen. Er bekannte: „Seit diesem Spiel reden einige Auricher nicht mehr mit mir.“ Die SpVg mit Trainer Markus Olbrys rutschte auf den ersten Abstiegsplatz ab, weil Leybucht noch an den Rot-Weißen vorbeizog. Eine Schmach, die aber umgehend nach einer Saison in der Kreisliga wieder wettgemacht wurde.

„Abschenken gibt es nicht“

Am kommenden Sonntag werden die Wiesmoorer Fußballer und Anhänger über den Asphalt nach Aurich anreisen, denn die „Moornixe“ fährt nicht mehr. Sie versank im vergangenen Jahr in der Ruhr. Die sportliche Lage kommt der von vor elf Jahren nahe. Die Wiesmoorer haben mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. Sie können von allen Zwängen befreit aufspielen. Gleichwohl nimmt Trainer Frank Löning das Spiel ernst. Er stellt klar: „Abschenken gibt es nicht. Wir wollen gewinnen und am Ende noch Erster werden. So ist unser Fokus.“ Er muss auf einige Urlauber und Verletzte verzichten. Nichts Neues bei Germania. Falls es kneifen sollte, steht er auch noch als Spieler auf dem Platz.

Die SpVg Aurich schwankt seit einige Wochen zwischen Himmel und Hölle. Zwei Spieltage vor Saisonschluss rangiert sie zwar in der gesicherten oberen Tabellenhälfte, aber der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt nur einen Punkt. Mitabstiegsaspirant Borssum liegt auf der Lauer. Er wartet auf einen Patzer der SpVg Aurich. Der Auricher Betreuer Erwin Kuhlmann hat klare Ansichten, wenn er an das Spiel gegen Wiesmoor denkt: „Wir müssen zeigen, was Sache ist. In die Zweikämpfe gehen und alles rausholen, was geht.“

Was zählt, ist Härte

Wer im Abstiegskampf mit Schönspielerei überleben wolle, der habe ein Problem, so Kuhlmann und macht deutlich, was zählt, nämlich Härte zeigen. Als die Auricher vor elf Jahren zu Hause von Wiesmoor in die Kreisliga geschossen wurden, da war er Zaungast auf dem Ellernfeld. Er erinnert sich: „Aurich hat schlecht gespielt. Die Spieler waren sehr nervös. Sie bekamen nichts auf die Kette. Wiesmoor hat sich voll reingehängt.“

Diesmal hofft er, dass die SpVg als Sieger vom Platz gehen wird. Selbst wenn die Rot-Weißen am Sonntag gegen Wiesmoor verlieren sollten, ist die Abstiegsfrage noch nicht entschieden. Dann kommt es zum Endspiel in Borssum. Somit haben es die Auricher bis zum Saisonschluss noch selber in der Hand, wo sie in der kommenden Saison spielen werden: Bezirksliga oder Ostfrieslandliga. Nach dem Abstieg 2011 zeigte die Auricher Mannschaft eine Reaktion. „Sie blieb zusammen und holte die Karre mit dem sofortigen Wiederaufstieg wieder aus dem Dreck“, bemerkte Kuhlmann. Aber daran verschwendet er erstmals keinen Gedanken. Er glaubt an das glückliche Ende noch in dieser Saison.

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