Innenstadtsanierung in Aurich Bäume statt Parkdeck hinter Norderstraße
Mitten im Hof zwischen Norder- und Wallstraße war eine dreigeschossige Stellplatzanlage geplant. Die Stadtverwaltung verabschiedet sich aus mehreren Gründen von der Idee.
Aurich - Innenhöfe in der Auricher Innenstadt sind seit Jahren ein Thema bei der Altstadtsanierung. Wie soll beispielsweise das Areal zwischen den zwei Häuserreihen an der Wallstraße und der Großen Mühlenwallstraße gestaltet werden? Wie soll es zwischen den Häusern an der Norder- und der Nürnburger Straße aussehen? Und was passiert im Hof zwischen Norderstraße und Wallstraße?
Für den Innenhof zwischen Norderstraße und Wallstraße hatte die Verwaltung in den vergangenen Jahren einen besonderen Plan. Dort sollte ein zwei- bis dreistöckiges Parkdeck entstehen. 2018 wurde darüber erstmals beraten. Es ging um 160 Stellplätze, davon 83 öffentlich, 62 für die Bewohner des Quartiers und 15 für Mitarbeiter der anliegenden Geschäfte. Mit Zustimmung der Politik war die Verwaltung in eine Grobplanung eingestiegen.
Stadtbaurätin: Zeitlich wird es eng
Realisiert wurden diese Pläne aber nicht. Aus mehreren Gründen spricht sich die Verwaltung inzwischen für eine andere Lösung aus, wie Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß am Dienstag im Sanierungsausschuss sagte.
Zum einen sei es angesichts eines komplizierten Umlegungsverfahrens kaum möglich, das Projekt noch innerhalb der verbleibenden acht Sanierungsjahre fristgerecht zu realisieren. Und es in der Zeit einem Investor schmackhaft zu machen.
Verzicht auf weitere Versiegelung
Zum zweiten sei bei häufiger auftretenden Starkregenereignissen eine derartige Versiegelung und der Verzicht auf Bäume nicht ratsam, so Busch-Maaß. Deshalb sei eruiert worden, wie viele Stellplätze auf Rasengittersteinen angelegt werden könnten. Laut Busch-Maaß gibt es bisher in dem Quartier drei genehmigte Stellplätze.
Durch die Pflasterung des Innenhofs mit regendurchlässigen Gittersteinen wären rund 55 Parkplätze möglich - weniger als im Parkdeck, aber deutlich mehr als jetzt. „Jeder, der dort wohnt, hätte somit einen Stellplatz“, so die Stadtbaurätin.
Grüne Insel der Wohnqualität
Zudem könne ohne das Parkdeck der vorhandene Baumbestand erhalten werden. Entsprechend könne man sich enorme Kosten für Ausgleichsflächen sparen, sagte Busch-Maaß.
Ein wichtigter Aspekt sei aus ihrer Sicht zudem die Wohnqualität in dem Bereich. Ein Parkdeck sei nicht nur kein schöner Anblick. „Wenn ständig Verkehr in das Quartier kommt, dann fragt man sich, wer will da wohnen?“, so die Stadtbaurätin. Es sei eher ungekehrt: Eine grüne Insel ziehe die Leute an. Entsprechend könne dort ein reizvolles Quartier geschaffen werden. Ein Schwerpunkt solle dann eher auf E-Lade-Möglichkeiten und einen Carsharing-Point gelegt werden.
Spontan positiv aufgenommen
Im Ausschuss kam dieser neue Ansatz sehr gut an. Richard Rokicki (AWG) betonte zwar, es sei wichtig, genug Stellplätze für Bewohner anzubieten. 55 Parkplätze erschienen ihm knappn. Busch-Maaß sprach aber von einer sich wandelnden Mobilität. Nicht jeder, der in die Innenstadt ziehe, habe noch ein Auto. Zudem entstehe ein Parkhaus in Aurich und gebe es auch noch verfügbaren Parkraum im zweiten Geschoss der Tiefgarage.
Reinhard Warmulla (Linke), Gila Altmann (Grüne) und Manfred Möhlmann (CDU) äußerten sich spontan positiv zum neuen Plan für das Quartier.