Kaserne in Aurich Erste Auslegung der Pläne im Juni
Bei der Entwicklung der früheren Blücherkaserne drängt die Zeit: Deshalb gibt die Stadt beim Bauleitverfahren Gas. Am Dienstag wurden einige Änderungen vorgestellt.
Aurich - Es ist vor allem ein formaler Schritt, aber angesichts der Größe und Wichtigkeit des Projekts ein bedeutsamer: Ab dem 7. Juni sollen für drei Wochen die ersten Planunterlagen für die Umgestaltung des Auricher Kasernengeländes in die erste Auslegung gehen. Laut der Auricher Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß handelt es sich um eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit – wohlwissend, dass die Planung noch nicht an allen Punkten zu Ende diskutiert ist.
Diskussionspunkte gibt es noch einige, wie am Dienstagabend im Bau- und Konversionsausschuss deutlich wurde.
Ein weiteres H-Gebäude unter Denkmalschutz
Eine Mitarbeiterin des beauftragten Büros Machleidt Städtebau und Stadtplanung stellte zunächst einige neue Entwicklungen vor: So soll das Gebäude 12, eines der drei südlichen H-Gebäude stehen bleiben, denn es gehört nach Auffassung des Denkmalschutzes zum denkmalwürdigen Kasernen-Ensemble dazu.
Dadurch wird der Grünzug, der das neue Quartier von Norden nach Süden durchziehen soll, ein wenig nach Osten verschoben.
Fläche für Einkaufen und Wohnen am süd-östlichen Zipfel
Am süd-östlichen Zipfel des Geländes soll eine Fläche für großflächigen Einzelhandel in Kombination mit der Nutzung Wohnen festgesetzt werden. Damit liegt dieser Einzelhandelsbereich direkt an der Zufahrt vom Hoheberger Weg, und nicht weiter drin im Gelände. Die Zufahrt soll – anderes als zunächst gedacht – nicht über eine Kreuzung mit Ampel, sondern über einen Kreisel erfolgen.
Gila Altmann (Grüne) wiederholte ihre Befürchtung, dass dadurch eine neue Durchfahrtstraße zwischen Hoheberger Weg und Esenser Straße durch das Quartier entstehen könne. Dieser Gefahr müsse frühzeitig entgegengewirkt werden, sagte sie. Richard Rokicki (AWG) kritisierte erneut, dass der vorgelegten Planung zufolge entlang dem Hoheberger Weg weiterhin eine großteils geschlossene Bau-Kante mit Mehrparteienhäusern entstehen soll.
Stadtbaurätin: Formaler Schritt
Busch-Maaß betonte, dass die nun ausgelegten Planunterlagen bis zur zweiten Auslegung noch einmal überarbeitet werden.
Dennoch müsse die erste Auslegung jetzt erfolgen. „Bei den Gebäuden im nördlichen Bereich wird sich nichts mehr verändern, da kann ich mich auf den Kopf stellen“, so Busch-Maaß: „Da müssen nun baurechtlich einfach Bauteppiche druntergelegt werden.“ So werde dort die Nutzung Wohnen festgeschrieben. Bislang seien diese Gebäude militärisch genutzt worden. Damit der Investor seine Pläne umsetzen könne, müsse dort aber „Wohnen“ als Nutzung verankert werden.
Zwei B-Pläne in der weiteren Überplanung
Dieser formale Schritt sei nötig, um die Fördermittel, deren Verwendungsfrist drängt, noch „in den Untergrund verbauen zu können“, wie Busch-Maaß es formulierte. In der ersten Auslegung gehe es um das gesamte Plangebiet und um erste Rückmeldungen der Träger öffentlicher Belange, die vielleicht noch bedacht werden müssten.
Danach soll das Gebiet in zwei B-Pläne aufgeteilt werden. Der nördliche Bereich sei durch die denkmalgeschützten Gebäude und den Grünzug weitgehend festgelegt. Dort brauche der Investor Baurecht, um seine Pläne realisieren zu können, so Busch-Maaß. Der B-Plan soll bis Ende des Jahres rechtskräftig werden.
Gemeinsame Knotenpunkte sind die Knackpunkte
Vor dieser Trennung der beiden B-Pläne sei es jedoch wichtig, sich zu überlegen, welche Knotenpunkte beide Teilflächen betreffen. Denn die müssten von Anfang an richtig geplant werden.
Mit dem Investor geht es ebenfalls voran: Der städtebauliche Vertrag, in dem die Stadt ihm Vorgaben macht, liegt laut Busch-Maaß den Fraktionen vor und soll in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses besprochen werden.
Klausel: Zehn Jahre lang keine Entwicklung im südlichen Abschnitt
Einen Zahn zog sie den Ausschussmitgliedern allerdings schon jetzt: Es sei vereinbart, dass die Fraktionen über den Fortgang der Verhandlungen informiert würden, so die Stadtbaurätin. Wichtige Einwendungen würden sicher auch berücksichtigt. Nicht möglich sei es jedoch, alle Vorschläge der Politik noch in den Vertrag einzuarbeiten.
Eine der Klauseln darin besagt der Stadtbaurätin zufolge, dass die Stadt im südlichen Teil des Areals für zehn Jahre keine Wohngebäude entwickeln wird. „Da treibt uns also nichts“, so Busch-Maaß. Der nördliche B-Plan werde in Kürze Realität, der südliche Teil sei die Zukunft.