Nutzung des Ems-Jade-Kanals Wimpel und Vignetten für Kanalfahrer
Um günstiger durch die Schleusen zu kommen, bekommen Vereinsmitglieder Ermäßigungen bei gekennzeichnetem Boot. Die Pilotphase beginnt an diesem Mittwoch.
Aurich/Leer Schon in dieser Woche beginnt die Pilotphase für den neuen „Boots-Pass EJK/NGFK“. Wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mitteilte, soll der Boots-Pass für den Ems-Jade- und den Nordgeorgsfehnkanal ab 18. Mai zunächst im Zuge einer Pilotphase erhältlich sein.
Wie berichtet, erlaubt der Pass für eine Jahresgebühr von 70 Euro je Boot jedem im Rahmen der Betriebszeiten ein ganzjähriges Befahren der beiden Kanäle. Mitglieder der auf der ostfriesischen Halbinsel ansässigen Motorboot- und Seglervereine sollen eine ermäßigte Gebühr in Höhe von 40 Euro zahlen. Dies muss auf dem Anforderungsformular durch Vereinsstempel und Unterschrift des Vorstandes nachgewiesen werden.
Mitglieder einiger Verbände können umsonst fahren
„Damit setzen wir ein klares Zeichen für die Stärkung des Vereinslebens in der Region“, heißt es in der Mitteilung des NLWKN. Ganz auf eine zusätzliche Gebühr verzichtet wird bei einer Mitgliedschaft im Deutschen Motoryachtverband (DMYV), der hier angeschlossenen Sportbootvereinigung (SBV) oder dem Segler-Verband Niedersachsen e.V. (SVN). „Die Dachverbände entrichten in diesem Fall die Gebühr für ihre Mitglieder, sodass nur Versandkosten entstehen“, erklärt Helmut von Veen vom DMYV.
DMYV-Mitglieder und Angehörige der am Kanal ansässigen regionalen Vereine können den vergünstigten beziehungsweise in ihrer Mitgliedschaft enthaltenen Boots-Pass über ein Formular auf der Verbandswebsite beziehen.
Vignette oder Wimpel sollen weithin erkennbar sein
Als Nachweis für die Teilnahme am neuen Boots-Pass-Angebot gilt eine für eine Saison gültige Vignette, die für die Schleusenwärter gut sichtbar an der Backbordseite des Bootes befestigt werden muss. DMYV-Mitglieder können sich alternativ mit ihrer zuvor angeforderten speziellen Verbandsflagge ausweisen. „Auf diese Weise wird auch der Schleusungsprozess wesentlich vereinfacht, denn Boots-Pass-Inhaber sind für die Mitarbeiter des NLWKN auf den ersten Blick erkennbar“, so Axel Daubenspeck vom NLWKN in Aurich.
Die Vignette für Gäste des Wassersportreviers kann ab sofort in den Tourist-Informationen Emden, Wilhelmshaven, Friedeburg und Leer erworben werden. Die Flagge, die vom DMYV, dem SBV und dem SVN an ihre Mitglieder ausgegeben wird, hat laut DMYV eine Gültigkeit von zwei Jahren.
Kompromiss, um steigende Energie- und Betriebskosten aufzufangen
Wie berichtet, hatten der NLWKN, der Landesverband Motorbootsport (LMN), der DMYV, der Regionalverband Segeln Weser-Ems (RVS W-E), das Team Wassersport Ostfriesland (TWO) und die Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG) einen Kompromiss über die Aufteilung der gestiegenen Kosten für die Schleusungen ausgehandelt. Der gefundene Kompromiss sei auch ein Bekenntnis zum Wassersportrevier Ostfriesland und seiner großen touristischen Bedeutung, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung. Steigende Energie- und Betriebskosten und eine daraus resultierende Anpassung der Schleusengebühren hatten zuletzt für Kritik entlang der ostfriesischen Wasserstraßen gesorgt.
„Im Ergebnis steht nicht nur eine neue faire und nutzerfreundliche Pauschaloption für alle Sportbootfahrer, sondern auch eine Vereinfachung des Prozederes an den Schleusen“, kommentieren die Vertreter der Sportbootvereine und des NLWKN die neue Regelung.
Touristiker bewerten Pauschalangebot als übersichtlich
Abseits dieses neuen Pauschalangebotes bleibt die Einzelabrechnung je Schleusung weiter möglich. Der Schleusenvorgang koste dann 6 Euro. „Das kann sich zum Beispiel dann rechnen, wenn man den Kanal im Rahmen einer Saison nur einmalig oder teilweise durchfahren möchte“, erklärt Imke Wemken.
Vom Boots-Pass verspricht sich die Geschäftsführerin der Ostfriesland Tourismus GmbH auch positive Effekte für den Tourismus in der Region: „Ostfriesland lebt auch von seinen Wasserwegen - die Vereinfachung der Kostenstruktur durch ein Pauschalangebot, das von Gästen der Region in Anspruch genommen werden kann, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Steigerung der Attraktivität als Wassersportdestination.“
Auch Kommunen leisten Beitrag
Die Projektpartner sind sich dabei einig, dass für die über die Jahre deutlich gestiegenen Energie- und Betriebskosten der Schleusenanlagen eine Lösung gefunden werden musste. „Im Rahmen des jetzt eingeschlagenen Weges wird ein wesentlicher Teil der Kosten solidarisch durch viele Schultern getragen werden. Wir freuen uns, dass hierbei mit dem DMYV und dem LMN neue starke Partner mit im Boot sitzen“, heißt es von den Machern des neuen Angebots.
Die Städte, Gemeinden und Tourismusorganisationen der Region tragen ebenfalls zur Finanzierung bei. Ob die Rechnung aufgeht und das Projekt wie geplant über die Pilotsaison hinaus fortgeführt werden kann, soll eine gemeinsame Evaluierung im Herbst zeigen.
Auf der Internetseite des DMYV stehen weitere Details für Bootjefahrer. Wer die Zahlung für die Jahresvignette umgehen wolle, könne auch die Mitgliedschaft in der Sportbootvereinigung (SBV) beantragen, heißt es da. Diese koste jährlich 60 Euro und könne auch kurzfristig bei der Sportbootvereinigung (SBV) beantragt werden gegen eine Zusendungsgebühr von 3 Euro. Mitglieder, die die Flagge anfordern möchten, sollen eine E-Mail mit dem Betreff „Flagge Ems-Jade-Kanal“ unter Angabe ihrer Mitgliedsnummer senden.
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