Ostfriesische Landschaft Mehr Geld für Sammlungszentrum vom Minister
Seit Jahren wird die neue Einrichtung in der früheren Kleiderkammer der Auricher Blücherkaserne geplant. Doch steigende Kosten bereiten den Verantwortlichen Sorgen.
Emden/Aurich - Mehr Geld vom Minister: Beim traditionellen „Oll Mai“ am Sonnabend in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek hat der niedersächsische Kulturminister Björn Thümler (CDU) der Ostfriesischen Landschaft 100.000 Euro zusätzlich für den Aufbau des neuen Sammlungszentrums für historisches Kulturgut versprochen. Grund sind laut einer Mitteilung die gestiegenen Kosten für das Projekt, das seit Jahren in der ehemaligen Kleiderkammer der Auricher Blücherkaserne geplant wird.
Bei Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger löste die Nachricht laut einer Mitteilung Erleichterung aus. „Wir arbeiten eng mit der Landesregierung in Hannover zusammen und erfahren dort viel Unterstützung“, wird Stenger zitiert.
Emder „Kunst“ als Beispiel für Bürgerengagement
Der Oll‘ Mai mit 300 Gästen stand in diesem Jahr im Zeichen der Entwicklung bürgerschaftlichen Engagements im Laufe des 19. Jahrhunderts. Als Beispiel diente die „Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden“, die 2020 ihr 200-jähriges Bestehen feiern konnte. Eigentlich hatte das Thema schon vor zwei Jahren auf der Agenda stehen sollen, erklärte Dr. Paul Weßels, Leiter der Landschaftsbibliothek, in diesem Jahr für das Programm verantwortlich. Wegen der Corona-Pandemie musste der Oll‘ Mai in den vergangenen zwei Jahren jedoch abgesagt werden. Das Thema aber blieb und wurde von Prof. Gunilla Budde und Dr. Bernd Kappelhoff in zwei Fachvorträgen näher beleuchtet.
Wegen Corona gleich fünf Ehrungen
Weil der „Oll Mai“ in den vergangenen zwei Jahren abgesagt werden musste, wurden gleich fünf Ehrungen vergeben, erklärte Landschaftspräsident Rico Mecklenburg (Emden). Das Upstalsboom-Siegel erhielt Georg Murra-Regner. Der Leiter der Gedenkstätte Synagoge Dornum wurde damit für seine jahrzehntelangen Verdienste um die Erforschung und Vermittlung der jüdischen Geschichte Ostfrieslands ausgezeichnet.
Gleich zweimal verlieh Mecklenburg das Indigenat, die höchste Auszeichnung der Landschaft für nicht gebürtige Ostfriesen. Kerstin Buss aus Großefehn erhielt das Indigenat unter anderem für ihren Einsatz im Fehnmuseum „Eiland“ in Westgroßefehn. Historiker und Künstler Gerd Rokahr wurde für seine Arbeiten zur ostfriesischen Geschichte und sein künstlerisches Werk geehrt.
Emmius-Medaille für Landesarchivar und Unternehmer
Die höchste Auszeichnung für in Ostfriesland Geborene, die Ubbo-Emmius-Medaille, wurde ebenfalls zweimal vergeben. Dr. Bernd Kappelhoff, bis 2014 Präsident des Niedersächsischen Landesarchivs in Hannover, wurde vor allem für seine historische Auseinandersetzung mit seiner Heimatstadt Emden ausgezeichnet. Unternehmer Helmuth Brümmer aus Bunderhee (Enova, Windparks) erhielt die Ubbo-Emmius-Medaille vor allem für sein kulturelles und soziales Engagement.
Im kommenden Jahr wird der Oll‘ Mai anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Archäologischen Forschungsinstituts bei der Ostfriesischen Landschaft in Aurich gefeiert.