SpVg Aurich in Unterzahl Auricher Fußballer rackern lange Zeit zu zehnt und punkten
SpVg Aurich kommt im Abstiegsduell gegen Uplengen nicht über ein Remis hinaus, sie verdient sich aber gute Noten. Die Lage spitzt sich für die Rot-Weißen zu.
Aurich - Für die SpVg Aurich blieb der Befreiungsschlag in der Abstiegsrunde der Bezirksliga beim 1:1 gegen VfB Uplengen am Sonntagnachmittag im Ellernfeld-Stadion aus. Dennoch lobte das neue Trainertandem der SpVg Aurich den Auftritt ihrer Mannschaft. Auch zu Recht.
Nach der Entlassung von Trainer Wilfrid Böhling zu Beginn der Woche hatten Frank Korte, der Sportliche Leiter der Rot-Weißen und Stefan Wilts, Trainer der B-Juniorinnen, die 1. Herrenmannschaft übernommen. Der Trainerwechsel sollte der Elf einen Impuls im Abstiegskampf geben. Vor Spielbeginn herrschte Zuversicht unter den Verantwortlichen und Fans der SpVg. Sie erwarteten drei Zähler. Vorstandsmitglied Ralf Dreiling glaubte an einen Erfolg der Auricher mit zwei Toren Vorsprung.
Frühes Tor
„Ein Sieg muss her“, forderte Edelfan Gerd „Pieper“ Janssen. Er wurde auch von seinen Weggefährten bestärkt.
Die Auricher begannen vor einer mageren Kulisse von rund 80 Zuschauern vielversprechend auf dem Rasen. Sie suchten von Anfang an ihr Heil im Vorwärtsgang. Dabei trafen sie auf einen Gegner, der sich weit in die eigene Hälfte zurückzog und auf Konter lauerte.
Der Einsatz der Auricher wurde schon nach 11 Minuten belohnt, als die Gastgeber in Überzahl vor dem Uplengener Tor auftauchten. Maurice Bombach behielt die Übersicht und legte quer auf seinen Mitspieler Moustapha Camara auf, der den Ball ins leere Tor schob. 1:0 für Aurich. Ein Auftakt nach Maß.
Ex-Trainer als Zaungast
Auch für den Ex-Trainer Böhling, der als Zaungast das Spiel von der Tribüne aus beobachtete. Er hatte zuvor die Spieler auf der Auricher Ersatzbank per Handschlag begrüßt. Später wird er sie nach dem Abpfiff auf dem Rasen abklatschen, so wie er es zuvor als Trainer gehandhabt hatte.
Die Gäste legten ihre defensive Rolle nach dem Rückstand ab. Axel Lüschen (17.) feuerte den ersten Warnschuss ab. Der Ball verfehlte knapp das Auricher Gehäuse. Besser machte es Arne Schlachter (20.). Als drei seiner Mitspieler innerhalb weniger Sekunden in der löcherigen SpVg-Abwehr zum Zuge kamen, aber den Ball nicht ins Tor unterbrachten, war Schlachter mit dem vierten Versuch erfolgreich. 1:1 – auf der Auricher Trainerbank zeterten Wilts und Korte. Sie schimpften über die desolate Abwehrleistung bei diesem Gegentreffer. Kaum hatte sich der Ärger gelegt, erlebten die beiden eine weitere Situation, die ihren Puls deutlich in die Höhe getrieben haben dürfte. Nach einem Eckball der Gäste Mitte der ersten Hälfte, der nichts für den VfB einbrachte, erwarteten die Zuschauer einen Abstoß des Auricher Torwarts. Der musste sich aber gedulden, weil der Schiedsrichterassistent dem Schiedsrichter ein Vorkommnis schilderte. Kurz darauf lief Schiedsrichter Oliver de Haan zum Auricher Christian Willms und zeigte ihm die Rote Karte. Willms soll zuvor einen Spieler beleidigt haben.
Rackern bis zum Abpfiff
Die Platzherren mussten fortan 75 Minuten lang in Unterzahl spielen. Nicht unbedingt eine komfortable Ausgangslage, um den unbequemen Gegner zu schlagen.
Die junge Auricher Mannschaft stellte sich der kniffligen Aufgabe und rackerte bis zum Schlusspfiff. Sie verdiente sich in Unterzahl viele Fleißpunkte. Vor allen Dingen im zweiten Durchgang war nicht erkennbar, dass Uplengen einen Spieler mehr auf dem Feld hatte. Es blieb aber bis zum Abpfiff bei der Punkteteilung. Zu wenig für das Auricher Punktekonto, denn die Konkurrenz aus Borssum zog an der SpVg vorbei, die erneut auf einem Abstiegsplatz rangiert.
Trainer Frank Korte verteilte dennoch gute Noten. Er bekannte: „Die Einstellung der Spieler war überragen. Dafür ziehe ich meinen Hut.“ Sein Mitstreiter Wilts meinte: „Wir hatten das Spiel im Griff. Dann gab es das frühe Gegentor und die Rote Karte. Danach ist das Spiel gekippt. Aber die Mannschaft hat nicht aufgegeben. Das war klasse.“