Lage auf Arbeitsmarkt  Jobcenter: Kriegsflüchtlinge werden Herausforderung

| | 13.05.2022 17:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Steht vor einer weiteren großen Herausforderung: Jobcenter-Leiter Ewald Focken.
Steht vor einer weiteren großen Herausforderung: Jobcenter-Leiter Ewald Focken.
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Ab 1. Juni gelten für die Ukrainer nicht mehr die Asylgesetze, sondern die Hartz IV-Regelungen. Auf die zuständige Behörde beim Landkreis Aurich kommt viel Arbeit zu.

Aurich Die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine werden für das Jobcenter des Landkreises Aurich zu einer weiteren großen Herausforderung. Man rechne zum 1. Juni mit rund 1000 potenziellen Leistungsberechtigten in 550 sogenannten Bedarfsgemeinschaften, berichtete Jobcenter-Leiter Ewald Focken am Donnerstag im Kreissozialausschuss.

Allgemein werde zwar von einer hohen Arbeitsbereitschaft der Ukrainer ausgegangen. Doch Probleme seien etwa fehlende Sprachkenntnisse oder Bankkonten. Bei der Mehrzahl der Kriegsflüchtlinge handele es sich um Frauen und Kinder, wo vielfach noch nicht klar sei, ob und wie diese arbeiten können. Durch die Kriegsflüchtlinge werde die historische gute Lage am Arbeitsmarkt „mit einem Schlag aufgehoben“, so Focken.

Zahl der Hartz IV-Leistungsberechtigten auf Tiefststand

Die Zahl der Leistungsberechtigten im Landkreis sank von 10.141 im Corona-Lockdown 2020 auf derzeit noch 8415 – ein neuer Tiefststand.

Für die kommende Herausforderung durch mehrere Hundert zusätzliche Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften durch ukrainische Kriegsflüchtlinge wurden dem Jobcenter drei zusätzliche Mitarbeiter ab 1. Juli zugesagt. Positiv sei, dass man bei der Flüchtlingsthematik auf bewährte Strukturen aus der Flüchtlingskrise 2015/16 zurückgreifen könne, sagte Focken. Deshalb sei er optimistisch, dass man diese „Riesenherausforderung“ gut meistern werde.

Langzeitarbeitslose bereiten weiter Sorge

So wenige Arbeitslose wie seit Jahrzehnten nicht, so wenige Hartz-IV-Empfänger wie nie: Richtig gut sieht es derzeit auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Aurich aus. Doch eine Personengruppe macht dem Leiter des Kreis-Jobcenters, Ewald Focken, stetig Sorge. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist zwar von 6437 im Jahr 2019 auf 6204 im Jahr 2021 ebenfalls gesunken. Das sei grundsätzlich eine positive Entwicklung, berichtete Focken am Donnerstag im Sozialausschuss. „Doch es gelingt immer weniger, diese Leute zu animieren und motivieren“, so der Amtsleiter.

Eine weitere alarmierende Zahl: Mehr als 70 Prozent der ausländischen Hartz-IV-Empfänger sind mittlerweile Langzeitarbeitslose. Bei den Deutschen sind es weniger, nämlich rund 65 Prozent, so Focken.

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