Südbrookmerland  Eltern bangen weiter wegen Kitaplätzen

| | 09.05.2022 21:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Alle Haken belegt: Wie viele Plätze in Südbrookmerlander Kitas im Sommer benötigt werden, ist noch unklar. Foto: Jörg Carstensen/DPA
Alle Haken belegt: Wie viele Plätze in Südbrookmerlander Kitas im Sommer benötigt werden, ist noch unklar. Foto: Jörg Carstensen/DPA
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Eltern in Südbrookmerland warten weiter auf eine Rückmeldung dazu, ob sie einen Kitaplatz bekommen oder nicht. Einen Grund für das Problem hat die Verwaltung nun ausgemacht.

Südbrookmerland - Bekommt mein Kind einen Kitaplatz oder nicht? Diese Frage dürften sich aktuell zahlreiche Eltern in der Gemeinde Südbrookmerland stellen. Noch immer ist nicht klar, wie viele Betreuungswünsche für das im August beginnende Kitajahr nicht bedient werden können. Ein Grund für die Verzögerung liegt offenbar bei Eltern, die schon eine Zusage bekommen haben. Aber auch bei der Schaffung neuer Kita-Plätze gibt es Schwierigkeiten.

Bis zum 28. Februar konnten Eltern ihre Kinder für einen Betreuungsplatz in einer Südbrookmerlander Kita anmelden. Seit einigen Jahren setzt die Gemeinde dabei auf ein zentrales Anmeldesystem. Bis heute ist die Vergabe der Plätze aber noch nicht abgeschlossen. So manche Familie hängt deshalb gewissermaßen in der Luft. Schließlich wollen beispielsweise Arbeitgeber gern wissen, ob sie ab August wieder mit den Müttern oder Vätern planen können.

Verwaltung will schnellstmöglich Klarheit schaffen

Sorgen wie diese sind auch bei der Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung bekannt. Laut dem zuständigen Fachbereichsleiter Joachim Betten wird versucht, schnellstmöglich Klarheit zu schaffen. Die Verwaltung steht in ständigem Kontakt mit den verschiedenen Einrichtungsträgern. Während die Gemeinde zwar die Anmeldungen koordiniert, erfolgt die Vergabe der Plätze von dort aus. Dieser Prozess ist aber offenbar ins Stocken geraten, wie Betten berichtet.

Demnach fehlen aus manchen Familien, die den Zuschlag für einen Betreuungsplatz bekommen haben, die Rückmeldungen, ob dieser auch wirklich gebraucht wird. Die Einrichtungen hätten Kontakt aufgenommen, daraufhin aber nichts mehr gehört. Somit ist nicht klar, ob die Plätze tatsächlich noch benötigt werden, oder anderweitig vergeben werden können. Die Gemeindeverwaltung will ihrerseits deshalb nochmal nachhaken, wie Betten sagt. Schließlich wolle und müsse man das Vergabeverfahren zum Abschluss bringen und die Betreuungsverträge mit den Familien schließen.

Zahl der Plätze reicht erneut nicht aus

Absagen hat die Gemeindeverwaltung laut Betten bislang noch keine verschickt. Einige Familien hätten aber aus den Einrichtungen schon die Nachricht bekommen, das beispielsweise der Erstwunsch für eine Einrichtung nicht bedient werden könne. In solchen Fällen gingen die Anmeldelisten aber an andere Einrichtungen, die von den Eltern als Zweit- oder Drittwunsch ausgewählt wurden.

Klar ist laut Betten schon jetzt, dass, wie in den Vorjahren, nicht alle angemeldeten Kinder einen Betreuungsplatz bekommen werden. Anders als beispielsweise noch im vergangenen Jahr, gibt es aber Ausblick auf eine Verbesserung der Situation. Wie berichtet, soll demnächst mit dem Umbau der Haupt- und Realschule in Moordorf zu einer Kita begonnen werden. Wenn alles fertig ist, gibt es dort zwei zusätzliche Betreuungsgruppen. Voraussichtlich wird dies im Frühjahr kommenden Jahres der Fall sein. Ebenfalls neue Plätze sollen durch eine Erweiterung der Kita Moordörper Nüst geschaffen werden.

Erweiterung verzögert sich

Dort drohen jedoch Verzögerungen, wie Vizeverwaltungschef Wilfried Müller den ON sagte. Bei der Ausschreibung für die Erweiterung der Einrichtung sei kein Angebot abgegeben worden. Deshalb soll es nun eine erneute Ausschreibung geben. Fehlende Angebote gibt es auch beim Umbau der Haupt- und Realschule. Weil hiervon aber Gewerke betroffen sind, die erst später anstehen, sei der Zeitplan bislang nicht gefährdet.

Die Verzögerungen im Vergabeverfahren für die Kitaplätze könnten nun dazu führen, dass die Verfahrensregeln nachgebessert werden. Das wäre nicht ungewöhnlich. Laut Betten sei man stets darum bemüht, sich auf sich verändernde Gegebenheiten einzurichten. Das betreffe auch das Punktesystem, mit dem bei der Vergabe der Kitaplätze priorisiert werde. So könne es beispielsweise um die Frage gehen, wie in dem System die Berufstätigkeit definiert werde. So könne möglicherweise zwischen einem Vollzeitjob und einer Teilzeittätigkeit mit nur wenigen Wochenstunden unterschieden werden. Diesbezüglich würden nun weitere Gespräche mit den Einrichtungsleitern geführt.

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