Großefehn
Fußball-Derby: Einseitige Angelegenheit zugunsten von Großefehn
Am Ende stand es 4:1 im Mühlenstadion: Weshalb der SV Großefehn das Derby gegen SpVg Aurich deutlich gewann und dabei auch noch einige Chancen ausließ.
Großefehn - Als die Fußballer des SV Großefehn am Sonnabendnachmittag nach Spielschluss im Kreis tanzten und ihren 4:1-Sieg gegen die SpVg Aurich im Mühlenstadion feierten, hatten sich die Gäste schon zügig in Richtung Kabine aufgemacht. Sie schlichen davon auf der Suche nach den Gründen für diese Niederlage, die auch noch deutlicher hätte ausfallen können. Aurichs Trainer Wilfrid Böhling sprach von „einigen Baustellen“.
Insbesondere auf der linken Auricher Abwehrseite lief es nicht wie geplant. Dort lag das Einfallstor für die Fehntjer Angreifer, die die Schwachstelle der Gäste schnell ausmachten und daraus mehrfach gefährliche Aktionen vor das Tor von Pascal de Buhr trugen. Mit Folgen.
Weniger Zuschauer als erwartet
Rund 200 Zuschauer wollten das Traditionsduell sehen. Weniger als erwartet, meinte Stadionsprecher Heinz-Erich Buss. Er hatte mit rund 300 Besuchern gerechnet. Im Vorfeld hatten einige Fehntjer wie Alexander Wiese oder Tamme Bölts auf ein knappes Ergebnis zugunsten des SVG getippt. Die Mannschaft tat ihnen damit aber keinen Gefallen. Sie setzte sich klar gegen die Auricher Konkurrenz durch. Bereits zur Pause führte Großefehn mit 4:1. Zugleich auch das Endergebnis.
Den Auftakt machte SVG-Kapitän Jannik Swieter (11. Minute), als er ein kluges Zuspiel von Ralf Aden aufnahm und aus zentraler Position mit dem Ball am Fuß davoneilte. Er ließ dem herauseilenden Auricher Torwart keine Chance. Die Auricher Abwehr machte bei dieser Aktion keinen guten Eindruck. Sie reagierte viel zu langsam und zu zögerlich. Gefundenes Fressen für den agilen Swieter. 1:0 und fröhliche Gesichter im Lager der Fehntjer.
Flüchtiger Glücksmoment
Dieses Glücksmoment hatte aber nicht lange Bestand, als der Auricher Christian Willms wenige Minuten später eine schöne Flanke von der linken Seite absetzte. Der Ball segelte in den Fünfmeterraum der Fehntjer. Dort stand Andreas Flessner genau richtig. Per Kopf drückte er den Ball ins Netz. Ausgleich für die SpVg. Die Partie war wieder offen.
Aber nur für kurze Zeit. Mit dem nächsten Angriff gingen die Platzherren wieder in Führung. Diesmal traf Torjäger Hauke Specht zum 2:1. Für die Zuschauer eine kurzweilige Partie, in der beide Mannschaften ihre Möglichkeiten suchten. Weitere Treffer lagen in der Luft. Während der Fehntjer Shawn King nach rund einer halben Stunde Spielzeit das 3:1 ausließ, weil der Auricher Torwart mit einer guten Parade zur Stelle war, traf auf der anderen Seite SpVg-Spieler Flessner kurz danach nur den rechten Pfosten des SVG-Tores.
Vorentscheidung noch vor der Pause
Die Vorentscheidung für Großefehn fiel in der Schlussviertelstunde der ersten Hälfte. Tobias Hillers (34.) und Specht (41.) erhöhten auf 4:1. Beide Torschützen wurden von Lennard Martens von der linken Seite aus mit wunderbaren Zuspielen bedient. Vorlagen, die in Treffer umgemünzt wurden. Die Auricher Abwehr war in beiden Fällen nicht konzentriert genug bei der Sache und Torwart de Buhr ließ Bälle abklatschen. Geschenke für die Fehntjer Angreifer, die für ein klares Zwischenergebnis zum Halbzeitpfiff sorgten.
SVG-Trainer Bi Le Tran war begeistert. Er bekannte: „Das war wohl eine der stärksten Halbzeiten, die wir bisher gespielt haben.“ Auch deshalb, weil der Plan, den Aurichern mit schnellem Flügelspiel Probleme zu bereiten, aufgegangen war. Zumindest im ersten Durchgang. Wer nun glaubte, das muntere Toreschießen würde sich im zweiten Durchgang fortsetzen, musste kleinere Brötchen backen. Aurichs Trainer Böhling stellte auf der linken Abwehrseite um. Dort kam Torben Bender zum Einsatz. Er sorgte für mehr Stabilität im zuvor löcherigen Auricher Abwehrverband.
SVG in Unterzahl
Ein Wendepunkt bahnte sich nach gut einer Stunde Spielzeit an. Als Shawn King nach einem Foulspiel die Gelbe Karte sah, lieferte er sich einen verbalen Schlagtausch mit dem Schiedsrichter. Dafür schickte ihn der Unparteiische mit Gelb/Rot vom Platz. Rund eine halbe Stunde lang spielten die Gastgeber in Unterzahl. Optisch war davon auf dem Spielfeld nichts zu sehen. Großefehn war dem fünften Treffer näher dran als Aurich dem zweiten. Das räumte auch der Auricher Trainer Böhling nach Spielschluss ein.
„Wir haben vorne kaum Bälle festgemacht und zu wenig aus dem Überzahlspiel gemacht.“ Sein Gegenüber Le Tran räumte ein, dass es in der zweiten Hälfte nicht mehr so nach Plan gelaufen sei. Unterm Strich aber ein verdienter Erfolg. So sahen es auch die tanzenden SVG-Spieler, die gemeinsam mit den Fans nach Spielschluss an der Getränkebude feierten.