Südbrookmerland
Debatte um Jugendpflege dreht sich im Kreis
Kaum Fortschritte machte der zuständige Fachausschuss bei der Beschreibung von Aufgaben für die Südbrookmerlander Jugendpflege. Nun gibt es deshalb Hilfe von außen.
Südbrookmerland - Was wünscht sich die Politik von der Südbrookmerlander Jugendpflege, wie soll die künftige Arbeit aussehen und wie viel Personal wird dafür benötigt. Dieser Frage ging am Donnerstag der Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur nach. Viel weiter als vorher ist die Politik trotz langer Diskussion nicht. Außenstehende hatten den Eindruck, dass mehr aneinander vorbeigeredet, als zielführend diskutiert wurde. Auch, weil manche Ausschussmitglieder zwischen Jugendarbeit in Vereinen und Jugendsozialarbeit nicht zu unterscheiden vermochten.
Die einen wünschen sich für die Gemeinde einen Streetworker, der sich um die Jugendlichen kümmert, die sich beispielsweise an Bushaltestellen oder an Schule treffen. So, so die Hoffnung, könne unter anderem Vandalismus vorgebeugt werden. Andere sehen die Aufgabe der Jugendpflege in der Zusammenarbeit mit Vereinen in der Gemeinde. Und wieder andere sind der Meinung, die Arbeit solle sich vor allem auf das Jugendhaus in Moordorf konzentrieren. In der Sitzung, so der Plan, sollten die verschiedenen Interessen zusammengefasst und Prioritäten festgelegt werden. Doch dazu kam es allenfalls bedingt. Stattdessen wurde einmal mehr vor allem das vorgebracht, was schon seit Jahren regelmäßig thematisiert wird.
Über einen Kamm geschoren
Zutage trat dabei, dass einige Ratsmitglieder offenbar keinen Unterschied zwischen der Jugendarbeit in Vereinen und Jugendsozialarbeit machen. So zog Martin Uden (SPD) einen Vergleich zu Aktivitäten im Auricher Jugendrotkreuz. Man müsse den Jugendlichen Angebote machen, dann kämen sie auch. Dabei sind fehlende Besucherzahlen im Jugendhaus überhaupt nicht das Problem.
Bürgermeister Thomas Erdwiens erinnerte daran, zunächst einmal festzustellen, welche Aufgaben die Jugendpflege übernehmen solle. In Sachen aufsuchender Jugendarbeit an den Treffpunkten zeigte er sich indes skeptisch. An den von ihm sogenannten Jugendbrennpunkten sieht er eine große Eskalationsgefahr. Auch ein Streetworker brauche dabei möglicherweise professionelle Unterstützung, beispielsweise durch die Polizei.
Eine Absage erteilte der Ausschuss einem immer wieder andiskutierten zweiten Standort für die Jugendpflege. Bevor eine solche Einrichtung realisiert werde, müsse zunächst der Bedarf ermittelt werden. Darüber hinaus sei dies von Jugendpfleger Karl Echterhof allein nicht zu leisten. Der hatte in der Vergangenheit immer wieder Unterstützung gefordert und dafür auch Zuspruch aus der Politik erhalten. Sogar eine Stellenausschreibung hat es bereits gegeben. Beworben hatte sich aber niemand. In der Sitzung am Donnerstag wirkte Echterhof bezüglich einer zweiten Jugendpflegekraft dann zurückhaltend.
Mehr Arbeitszeit für Hilfskraft
Stattdessen sprach er sich für eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit der Sozialassistentin aus, die ihn seit geraumer Zeit unterstützt. Doch in diesem Punkt gibt es ein Problem, auf das Ratsfrau Johanna Bukowski hinwies: Die Sozialassistentin sei durch ihre Ausbildung nicht befähigt, Gruppen im Jugendhaus allein zu beaufsichtigen. Dazu sei eine weiterführende Ausbildung nötig. Das heißt: Während der Öffnungszeiten des Jugendhauses ist Echterhof dort gebunden. Dennoch einigte man sich darauf, das Stundenkontingent anzupassen, damit Echterhof mehr Unterstützung bei der Vorbereitung von Aktionen erhalte.
Einen Plan dafür, wie sich die Jugendpflege in Südbrookmerland aufstellen soll, gab es aber auch nach rund zweistündiger Sitzung nicht. Gegen Ende der Diskussion machte Ausschussvorsitzender Berthold Lübben dann eine Mitteilung, die viele der vorangegangenen Diskussion hätte unnötig machen können. Das Leinerstift in Großefehn hat demnach angeboten, ein individuelles Konzept für die Jugendpflege in Südbrookmerland zu erarbeiten. Fachliche Unterstützung also, die dabei helfen kann, die verschiedenen politischen Interessen mit dem tatsächlichen Bedarf unter einen Hut zu bekommen.