Südbrookmerland

Jäger retten Rinder auf Abwegen

 | 03.05.2022 14:19 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Hegering Südbrookmerland gibt es mehrere Kitzretter. Foto: Holger Janssen
Im Hegering Südbrookmerland gibt es mehrere Kitzretter. Foto: Holger Janssen
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Eine Gruppe entlaufener Rinder konnte am Montag mit Unterstützung der Südbrookmerlander Jägerschaft gerettet werden. Dabei kam ein System zum Einsatz, das eigentlich für andere Tiere gedacht ist.

Südbrookmerland Eigentlich sagt es der Name bereits: Die Kitzretter der Südbrookmerlander Jägerschaft retten Rehkitze vor dem Mähtod. Am Montag stand die Gruppe jedoch vor einer für sie eher ungewöhnlichen Aufgabe – und meisterte sie erfolgreich. Auch dabei ging es um die Rettung von Tieren – allerdings nicht von wilden.

Wie Hegeringleiter Lars Lübbers den ON am Dienstag sagte, haben sich die Kitzretter am Tag zuvor auf die Suche nach fünf entlaufenen Rindern gemacht. Zunächst hatte der Besitzer, ein Landwirt aus Oldeborg, selbst nach den Tieren gesucht, blieb aber ohne Erfolg. Kein Wunder, wie sich später herausstellen sollte.

Suche mit einer Drohne

Eine erste Suche mit einer Drohne samt Wärmebildkamera war am Montagnachmittag noch ergebnislos beendet worden. Dann entschied man sich, später am Abend weiter zu suchen. Das hatte den Vorteil, dass die Umgebungstemperatur gesunken war. Mithilfe einer Wärmebildkamera ließen sich die Tiere wegen ihrer Körperwärme besser aufspüren.

Und tatsächlich: Mitten im Berumerfehner Hochmoor wurden die Kitzretter fündig. Eine der beiden Drohnen machte die Tiere ausfindig. Schnell wurden die Koordinaten ermittelt und ein Bodenteam in Marsch gesetzt. Die Tiere wurden gefunden. „Die sind wohl mehrere Kilometer gelaufen“, so Lübbers.

Partner der Landwritschaft

Für zwei der Tiere kam die Rettung mehr oder weniger in letzter Minute. Sie steckten laut Lübbers bereits im Moor fest und konnten sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Ohne die Kitzretter wären sie wohl qualvoll verendet.

Wie berichtet, suchen die Kitzretter eigentlich Grünflächen ab, bevor diese durch Landwirte gemäht werden. Im hohen Gras verstecken sich häufig Rehkitze. Weil die in der Regel nicht flüchten, sondern in ihren Verstecken bleiben, würden sie unweigerlich in den Erntemaschinen landen. Damit das nicht passiert, bringen die Kitzretter die Tiere in Sicherheit, beispielsweise am Feldrand. Dort werden sie von den Muttertieren problemlos wieder angenommen, wenn bei der Rettung einige Dinge beachtet werden.

Die Landwirte sind vor der Mahd verpflichtet, die Felder nach versteckten Tieren abzusuchen. Die Jäger verstehen sich dabei als Dienstleister und unterstützen dabei. Im Gespräch mit den ON stellt Lübbers klar, dass die Jägerschaft sich als Partner der Landwirte versteht. Während mancherorts mit Anzeigen gedroht wird, sollten die Landwirte sich nicht korrekt verhalten und bei der Ernte ein Tier töten, will man sich in Südbrookmerland dafür einsetzen, an einem Strang zu ziehen.