Aurich
Flüchtlingswohnungen: SPD und Freie Wähler fordern Aufklärung
In einem Bericht des NDR Fernsehens wurde Kritik an einem Leezdorfer Geschäftsmann laut, der viele Flüchtlingswohnungen vermietet. Immer mehr Kreispolitiker verlangen darüber nun Informationen.
Aurich - In der Auricher Kreispolitik mehren sich die Forderungen nach Aufklärung über mögliche Missstände bei der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Nach den Grünen haben nun auch die SPD und die Gruppe Freie Wählergemeinschaft Landkreis Aurich (FWGLK) offiziell Informationen von der Kreisverwaltung gefordert.
Die SPD-Fraktion möchte auf der gemeinsamen Sitzung des Sozial- und des Jugendausschusses am Mittwoch, 4. Mai, mehrere Fragen beantwortet haben, schreibt Fraktionschef Johannes Kleen (Wiesmoor) in einer Mitteilung. Die Sozialdemokraten fragen, wie gewährleistet werde, dass die Kriegsflüchtlinge „menschenwürdig“ untergebracht werden. Sie wollen wissen, wie die Mindestanforderungen für die Wohnungen sind und welche Handhabe der Landkreis bei Vermietern hat, die diese Standards nicht erfüllen. Die SPD will außerdem wissen, ob eine Überbelegung akzeptiert wird und ob Vorgaben des Sozialamts und des Jobcenters für die Größe von Wohnungen auch bei Flüchtlingen angewendet werden.
Freie Wähler wollen Infos über Leezdorfer Vermieter
Die Gruppe „Freier Wählergemeinschaft Landkreis Aurich“ fordert ebenfalls Landrat Olaf Meinen auf, das Thema Flüchtlingsunterkünfte auf die Tagesordnung des zuständigen Fachausschusses zu setzen. Das habe man dem Landrat bereits mitgeteilt, schreibt Detlev Krüger (Südbrookmerland), der im NDR Fernsehen zusammen mit Flüchtlingshelfern Kritik an Unterkünften des Leezdorfer Vermieters Wilke Saathoff geäußert hatte.
Man wolle von der Kreisverwaltung wissen, ob ihr derartige Vorwürfe bekannt sind und ob der Landkreis geschäftliche Verbindungen zu Saathoff unterhält, so Gruppenmitglied Heinrich Ubben (Leezdorf).
Reinken: Kreisverwaltung sollte genau hinschauen
Die Gruppe wolle sicher sein, dass geflüchtete Ukrainer im Landkreis Aurich ordentlich untergebracht werden, heißt es. Darüber verlangen die Freien Wähler einen aktuellen Bericht der Kreisverwaltung. „Viele Privatpersonen und Organisationen im Landkreis Aurich engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Andere dagegen versuchen anscheinend mit Flüchtlingen viel Geld zu verdienen. Da sollte die Kreisverwaltung genau hinschauen“, wird Kreistagsabgeordneter Wilhelm Reinken (Südbrookmerland) zitiert.
Saathoff hatte die Vorwürfe auf ON-Nachfrage vergangene Woche zurückgewiesen. Der Landkreis hatte mitgeteilt, dass die betreffenden Wohnungen begutachtet worden seien. Den Bewohnern sei angeboten worden in andere Wohnungen umzuziehen. Dies hätten sie aber abgelehnt. Wenn Geflüchtete eigenständig Mietverträge abschlössen, habe der Landkreis keine Handhabe, Standards vorzugeben.
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