Brookmerland
Baugebiet in Upgant-Schott: Bedenken wegen neuem Wind
Die Ratsminderheit aus BWG/BfB im Upgant-Schottjer hatte die geplante Bebauung an der Mühle bereits kritisiert. Der Mühlenverein spricht nun sogar von Gefahren durch neue Häuser.
Upgant-Schott - Bedenken gegen die Bebauung des Grünlandes an der Ecke Mühlenloog/Schiffleidingsweg hat in der Sitzung des Gemeinderates Upgant-Schott Alfred Janssen vom Vorstand des Mühlenvereins geäußert.
Es gehe dabei einerseits um die Sichtachse, die auf das erst kürzlich von der Gemeinde erworbene Mühlenensemble frei bleiben müsse, so Janssen. Es gehe vielmehr auch um Sicherheitsrisiken. Denn durch die Bebauung einer bislang freien Fläche änderten sich die Windverhältnisse. Durch die Häuser könne es zu Verwirbelungen, sogenannten Stöttwinden, kommen, die von Mühlenfachleuten besonders gefürchtet werden, so Janssen. Denn es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der dann veränderte Wind eines Tages die Kappe von der Mühle abhebe und nicht nur das Wahrzeichen, sondern auch die Umgebung beschädige.
Vorstandsmitglied: Bebauung nur auf der einen Seite wäre unproblematisch
Janssen kritisierte, dass der Mühlenverein, der schon in den 1990er-Jahren aus diesem Grund Einwände gegen eine Bebauung erhoben habe, bisher gar nicht von den Gemeindepolitikern angehört worden sei.
Antworten von den Fraktionen bekam Janssen am vergangenen Dienstag in der Sitzung nicht. Bauamtsleiter Jochen Behrends versicherte aber, dass die Pläne noch nicht weit fortgeschritten seien. Sobald sich dies ändere, werde auch der Mühlenverein beteiligt und könne Bedenken äußern.
Auf ON-Nachfrage sagte Alfred Janssen, der lange Vorsitzender des Mühlenvereins war, dass eine Bebauung auf der Fläche an der Ecke Mühlenloog/Sebastianstraße aus Sicht des Mühlenvereins unproblematisch sei. Diese Fläche sei weder entscheidend für die Sichtachse noch für den Wind.
Kritik kam auch schon von der BWG/BfB
Bislang hatte schon die Gruppe BWG/BfB die Pläne kritisiert. Wie berichtet, hat die Gemeinde das Wahrzeichen, seine Nebengebäude und die zugehörigen Landflächen im vergangenen Jahr für 632.000 Euro gekauft. Einen Teil des Kaufpreises wolle man wieder „hereinholen“, indem man dort Baugrundstücke verkaufe, so das Argument der Befürworter von SPD und Moin.
BWG und BfB kritisieren, dass weder der Mühlenverein noch der Klootschießer- und Boßelverein „Goode Trüll“, der das Müllerhaus als Vereinsheim nutzt, eingebunden wurde. Eine Bebauung an der Stelle bedeute zudem einen „groben Eingriff in den sensiblen Charakter des heutigen Ortsbilds“, so die Kritiker.
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Gleichwohl stimmten auch die Kritiker für die Aufstellung des Bebauungsplanes, bei der bei erster Gelegenheit der Mühlenverein mit eingebunden werden solle.
CDU/Moin: Baugebiet bei Mühle vorrangig entwickeln
Bedenken aus den Reihen des Rates gibt es auch hinsichtlich der geplanten Erweiterung des nagelneuen und noch nicht mal erschlossenen Baugebiets Sikahammer Fenne. Die Gruppe CDU/Moin hat Bedenken und forderte in ihrer Haushaltsrede in der Gemeinderatssitzung, die Bebauung rund um die Mühle sogar vorrangig in Angriff zu nehmen.
Die Erweiterung des Baugebiets Sikahammer Fenne könne aus Sicht der Gruppe nur in Angriff genommen werden, wenn der Verkehr nicht durch bestehende Siedlungen, also über den Dreescher Weg oder die Seitenstraßen des Mühlenloogs, abgeführt werde. Stattdessen sei eine Anbindung an die Schoonorther Landstraße nötig, was die Erschließung der Fläche „Sikahammer Fenne 2“ teuer und folglich unrealistisch mache.