Brookmerland/Aurich
Unterkünfte für Ukrainer: Kritik an Leezdorfer Vermieter
Flüchtlingshelfer erheben Vorwürfe gegen einen Brookmerlander Immobilien-Kaufmann. Seine Wohnungen seien überbelegt und nicht ausreichend ausgestattet.
Brookmerland/Aurich - Kreistagsabgeordneter Detlev Krüger (FWG) spricht von inakzeptablen Zuständen: Vier Unterkünfte, die der Leezdorfer Immobilien-Kaufmann Wilke Saathoff an ukrainische Familien vermietet habe, habe er auf Einladung der Mieter selbst gesehen. Und sie seien überbelegt, so der Südbrookmerlander, der sich für Geflüchtete engagiert.
Krüger berichtet von zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt neun Wohnungen, in denen 36 Menschen untergebracht seien. „Und die haben die Größe von Doppelhäusern“, so Krüger. „Da gibt es je eine Haustür und dann einen Flur, von dem einzelne Zimmer abgehen.“ Die Zimmer seien aber einzeln vermietet und nur mit dem Nötigsten ausgestattet. 36 Personen wohnten ohne Waschmaschine in den beiden Häusern und müssten sich die Bäder teilen.
Flüchtlingshelfer schalteten NDR ein
Ähnlich sei es in einem Haus in Norden, das an vier Frauen und fünf Kinder vermietet sei. Auch dieses sei kaum möbliert, so Krüger. Die Frauen hätten Mietverträge unterzeichnen sollen, die ihnen dann gar nicht ausgehändigt worden seien. „Sie waren aber so klug, Fotos mit dem Handy von den Verträgen zu machen“, so der Kreispolitiker. Vermieter sei dabei nicht Saathoff selber, sondern eine Firma, die ihren Sitz aber an der Adresse des Leezdorfer Immobilien-Kaufmanns habe.
Leezdorfer Vermieter streitet Vorwürfe von Flüchtlingshelfern ab
Rückzug aus dem Rechtsstreit
Über Kontakte hätten die Geflüchteten sich Hilfe bei Flüchtlingshelfern gesucht. Und die hätten sich nicht anders zu helfen gewusst, als den NDR einzuschalten, sagt Krüger. Am Dienstagabend lief ein Beitrag dazu in der Sendung Panorama3.
Landkreis spricht von „kleineren Mängeln“
Nach Angaben der Sendung beträgt die Miete für eine der Frauen und ihre vier Kinder in drei Zimmern fast 1000 Euro. Der andere Vertrag berechne für eine Person in einem Zimmer gut 500 Euro. Mit zwei weiteren Verträgen zusammen fordere der Vermieter für dieses Haus offenbar rund 2600 Euro.
Saathoff weist die Vorwürfe zurück. Er habe spontan Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht, nachdem diese von Angehörigen nach Ostfriesland gebracht wurden. Der Landkreis habe die Wohnungen in Augenschein genommen und nichts beanstandet. Bislang sei noch kein Euro Miete geflossen, so Saathoff. Auch der Landkreis spricht nur von „kleineren Mängeln“.