Aurich

Auricher Fernwärmenetz soll aufgeknuspert werden

| | 10.04.2022 10:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Mann bedient eine Luftwärmepumpe. Foto: DPA
Ein Mann bedient eine Luftwärmepumpe. Foto: DPA
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Schon länger wird in Aurich Wärme aus dem Abwasser der Molkerei zum Heizen genutzt. Das Projekt war zuletzt etwas abgekühlt. Nun soll es einen deutlichen Schub bekommen.

Aurich - Ein altes Auricher Projekt soll eine neue Energiespritze bekommen und ausgeweitet werden. Bei der Ems-Achse läuft ein Vorhaben, das das Fernwärmenetz in Aurich und die Nutzung von Wärmepumpen weiter vorantreiben will.

Seit Jahren nutzt Aurich für einige seiner Einrichtungen sogenannte „kalte Fernwärme“. Schon seit 2010 wird mit dem Abwasser der Molkerei Rücker die Sparkassen-Arena beheizt. Denn das Abwasser hat eine Temperatur von 20 bis 25 Grad Celsius. Es eignet sich für eine Nutzung mit Wärmepumpen.

2016 gab es große Pläne

Bereits 2016 war geplant, weitere Gebäude an das Netz anzuschließen. Zum Schwimmbad de Baalje wurde schon beim Bau eine entsprechende Leitung gelegt. Doch das Projekt geriet ins Stocken.

Laut Dr. Dirk Lüerßen, dem Geschäftsführer der Ems-Achse, gibt es zur Ausweitung des Netzes inzwischen „sehr konkrete Gespräche“ mit verschiedenen Behörden der Stadt. Das bestehende, noch recht kleine Fernwärmenetz solle Keimzelle für eine umfassendere Nutzung der vorhandenen Energie im Molkereiabwasser sein. Geplant sei, zunächst weitere größere Gebäude der Verwaltungen an das System anzuschließen.

Wärmekataster zeigt das nutzbare Potenzial

Langfristig müsse es aber auch um die Versorgung von Wohngebäuden mit Wärmetauschersystemen gehen. Vieles drehe sich bei der Energiewende um die Erzeugung von regenerativem Strom, sagte Lüerßen. Der Bedarf nach regenerativen Lösungen bei der Wärmeerzeugung sei jedoch noch höher.

Es werde daher ein Wärmekataster erstellt, um zu dokumentieren, wo Wärmequellen und Wärmesenken sind. Die Technik habe in den letzten Jahren einen großen Fortschritt gemacht. Was vor fünf Jahren noch nicht effektiv erschienen sei, lasse sich inzwischen gut nutzen, so Lüerßen.

Lüerßen: Netze statt Insellösungen

„2022 darf es eigentlich keine Baugebietserschließung mehr geben, wo man noch auf Gas setzt“, sagte Lüerßen. Der Klimaschutz verlange ohnehin ein Umdenken, durch den Ukrainekrieg sei die Unabhängigkeit von Gas und Öl noch dringlicher geworden.

Aufgabe des Projektes sei es auch, die Wärmegewinnung vernetzt zu denken. „Da dürfen keine Insellösungen entstehen“, so Lüerßen. Es gehe darum zu klären, wo Energiequellen sind. Das könne auch das Hafenbecken sein.

Überall dort, wo es gelinge, mit Wärmetauschung Wasser vorzuwärmen, um die Energie, die dann noch zum Erhitzen auf die gewünschte Temperatur gebraucht wird, zu reduzieren, sei schon viel gelungen.

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